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Waldschrat wird Verschwörungstheoretiker

ÖffÖff wurde als liebenswert alternativer Aussteiger bekannt - jetzt wirft er der Regierung "Massenmord" vor. In der Georgewitzer Skala.

ÖffÖff macht mal wieder Station an der Gemauerten Mühle in der Georgewitzer Skala. Dieses Mal mit ganz neuen Botschaften.
ÖffÖff macht mal wieder Station an der Gemauerten Mühle in der Georgewitzer Skala. Dieses Mal mit ganz neuen Botschaften. ©  Rafael Sampedro

Corona ist ein Virus, das augenscheinlich nicht bloß die Lunge, sondern mitunter auch die Köpfe von Menschen befällt. Der einst populäre Sänger Xavier Naidoo scheint seit einiger Zeit nicht von dieser Welt - nicht bloß der Titel eines seiner Songs. Und Attila Hildmann, dem bis vor Kurzem ausweislich seiner Prominenz als veganer Koch niemand einen Jagdtrieb attestiert hätte, posiert mit einem Schnellfeuergewehr und macht mit Äußerungen auf sich aufmerksam, die Betroffene als Morddrohung interpretieren. Freilich, gegen diese Konkurrenz ist ÖffÖff immer noch ein Westentaschen-Revoluzzer. Dennoch, der einst so friedfertige Waldschrat schlägt auf einmal äußerst aggressive Töne an.  

Im ersten Augenblick scheint ÖffÖff nichts von seiner Friedlichkeit und Liebenswürdigkeit verloren zu haben. Er wurde vor einigen Jahren hier bekannt, weil er als scheinbar bedürfnisloser "Waldmensch" in der Georgewitzer Skala in einem ehemaligen Hühnerstall hauste. Gerade besucht er wieder sein "Biotopia", sein "ganzheitliches Biotop für Pflanzen, Tiere und Menschen", wie er das Wiesen- und Waldareal rund um die ehemalige Gaststätte "Gemauerte Mühle" nennt.

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Beim SZ-Besuch schwärmt der Aussteiger von vergangenen Zeiten, als er selbst die Schweizer Millionärin und Jets-Setterin Vera Dillier in sein "Biotopia" lockte. "Sie nannte mich den George Clooney des Waldes", erinnert sich ÖffÖff. Nun, objektiv betrachtet hält er diesem Vergleich eher weniger stand und erinnert andere vielleicht eher an die Märchenfigur "Catweazle".  Sei's drum, einen gewissen Schlag hatte ÖffÖff immer bei der Damenwelt - was ihm damals hier nicht nur Sympathien einbrachte. Und abgesehen von seinem Fetzen-Kostüm ist er mittlerweile auch etwas anspruchsvoller geworden. In seiner "Jurte" in der Georgewitzer Skala mit ihrer durchfeuchteten und vermoosten Matratze posiert er nur noch fürs Foto. Ansonsten bevorzugt er bei seinen Reisen von Biotop zu Biotop eher die Vorzüge eines Wohnmobils.

Corona am besten gar nicht behandeln

Statt wie früher ein angeblicher - und dafür mitunter gut gehasster - Wald-, Wiesen- und Weiberheld zu sein, macht sich ÖffÖff mit seiner neuen Botschaft im Kernland der B96-Proteste dieser Tage hier womöglich mehr Freunde als damals. Diese Botschaft hat er auf einen Papp-Karton geschrieben: "Kampf gegen Natur wie Corona-Virus - kostet uns am  Ende die meisten Toten und Leid!" steht darauf. Seine Überzeugung: "Virus-Erkrankungen wie Corona sollte man nicht durch künstliche Therapien bekämpfen", sagt er. Und wie sonst? Na gar nicht eben.

In Wahrheit seien sämtliche von der Regierung getroffenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus eine "leicht durchschaubare Manipulationsstrategie auf dem Weg zum digitalen Überwachungsstaat", sagt ÖffÖff. Man wolle eine Diktatur vorantreiben wie es sie in China bereits gebe. Auf diesem Wege sei es beabsichtigt gewesen, eine Situation herbeizuführen, die 600 Milliarden Euro Hilfsmittel für die Wirtschaft erfordert. "Pleite-Strategie" nennt ÖffÖff das.

Der Vorwurf vom "Massenmord"

Welche Absicht die Bundesregierung damit verfolgen sollte, die Wirtschaft gezielt an die Wand zu fahren und Deutschland damit im internationalen Wettbewerb wesentlich zu schwächen - darauf bleibt ÖffÖff eine logische Antwort schuldig. Nur so viel: "Wenn es wie die Regierung behauptet hat, bei den Maßnahmen nur darum ging, das Medizinsystem vor einer Überlastung zu schützen, hätte man das mit 3,5 Milliarden Euro ausgebaut und nicht 600 Milliarden Euro provoziert", sagt er.

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In Wahrheit sei das Medizin-System in Deutschland zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd überlastet gewesen - im Gegenteil. "Die Krankenbetten blieben leer und die Kliniken mussten zusehen, wie sie sich finanzieren", sagt ÖffÖff. Gleichzeitig seien etliche, auch lebenswichtige, etwa Krebs-Operationen verschoben worden. "Und Herzinfarkt-Patienten haben sich aus Angst vor einer Corona-Infektion nicht mehr in die Kliniken getraut", mutmaßt ÖffÖff und treibt seine Vorwürfe auf die Spitze: "Was die Regierung macht, ist Massenmord, der mehr Menschen das Leben kosten wird als Corona."

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