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Off-Razer starten am Neißeviadukt

Auf der Rennstrecke am Neißeviadukt geht es hoch her. Die Fahrer sind beim Warm-up für den Oberlausitzcup 2009. Nein, die Formel1 ist nicht nach Zittau gekommen. Die da konzentriert auf der Fahrertribüne stehen, sitzen nicht selbst in ihren Autos.

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Von Elke Fugmann

Auf der Rennstrecke am Neißeviadukt geht es hoch her. Die Fahrer sind beim Warm-up für den Oberlausitzcup 2009. Nein, die Formel1 ist nicht nach Zittau gekommen. Die da konzentriert auf der Fahrertribüne stehen, sitzen nicht selbst in ihren Autos. Sie alle haben Fernsteuerungen in den Händen, mit denen sie ihre Modelle im Maßstab 1:8 bis 1:10 bedienen.

Es ist Sonntagvormittag und der Beginn des ersten von insgesamt acht Renntagen. „Diese Veranstaltung machen wir, um uns mit anderen Vereinen aus der Region treffen, austauschen und natürlich auch vergleichen zu können“, sagt Detlef Weber. Gekommen sind Vereine aus Lauba, Niesky und Bautzen. Die Strecke mit ihren vielen verschiedenen Untergründen ist für die recht interessant.

Ganz im Gegensatz zum Lärm an der Strecke geht es im Fahrerlager sehr ruhig zu. Da werden in letzter Sekunde noch Verbesserungen vorgenommen oder auch plötzlich auftretende Probleme gelöst. „Jeder Tag ist anders“, erzählt Detlef Weber. „Oft ist es so, dass ein Auto, das einen Tag vorher noch tadellos lief, genau am Renntag Mucken zeigt.“ Doch obwohl die Off-Razer da alle mehr oder weniger Konkurrenten sind, wird keiner alleingelassen. Wer Hilfe braucht, bekommt sie. Das Zusammengehörigkeitsgefühl sei einer der Gründe, warum ihnen dieser Sport so gefällt. Denn Sport ist es schon, wenn es gilt, das Auto auf der Strecke zu halten, gleichzeitig auf die anderen zu achten und dabei noch möglichst schnell den Kurs zu absolvieren. „Da braucht man Konzentration, Ruhe und auch Vorstellungsvermögen“, so Weber.

Modellbau ist trotzdem auch eine individuelle Angelegenheit. „Denn wie das Auto gestaltet wird, ist Sache des Besitzers, jeder bringt seine eigenen Ideen ein.“ Das beginnt mit der Auswahl des Modells, geht über die technischen Veränderungen bis hin zur Farbe des Autos. „Fast alles machen wir selber“ , sagt Detlef Weber. 25Leute sind mit ihm einer Meinung: Autos zusammenzubauen, deren Technik so lange abzustimmen, bis das bestmögliche Ergebnis vorliegt und sie dann ferngesteuert über den Kurs bringen, das ist eines der besten Hobbys. Dass es sich dabei um Offroaders handelt, also um Autos, die auch im Gelände fahren können, macht die Sache noch interessanter. „Es macht mir einfach großen Spaß“, beschreibt kurz Calvin Eisele, mit zehn Jahren das jüngste Mitglied,diese Faszination. Bei fast jedem Wetter sind sie draußen.

Zusammenarbeit mit Schulen

Nachdem es vor drei bis vier Jahren eher zufällig begonnen hat, sind die Zittauer Off-Razer seit November 2008 ein gemeinnütziger Verein. Dadurch ist es für sie einfacher, ihre Ziele umzusetzen. Eins davon ist zum Beispiel die Nachwuchsförderung. Dazu gab es im letzten Jahr ein Projekt zusammen mit der Burgteichschule. Acht Tage haben dabei Schüler Modelle zusammengebaut, sind mit ihnen gefahren, haben aber auch bei Streckenbau und -pflege geholfen. Das ist sehr gut angekommen. Der Verein denkt über eine Wiederholung, eventuell auch mit anderen Schulen, nach.