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Grenzen offen - Kriminelle sind zurück

Die Polizei hat in der Region Zittau Schleuser und Schwarzarbeiter gestoppt, eine abenteuerliche Fahrt samt Schneise zur Neiße - und einen Schuss erlebt.

Im Schlamm stecken geblieben: So fanden die Beamten den Fiat Tipo in Zittau vor.
Im Schlamm stecken geblieben: So fanden die Beamten den Fiat Tipo in Zittau vor. © Bundespolizei

Eine Streife der Bundespolizei hat am Sonntagmorgen nahe des grenzüberschreitenden Bahnviadukts in Zittau einen silbernen Fiat Tipo mit polnischer Zulassung verlassen vorgefunden, nachdem dessen Fahrer plötzlich vom dortigen Plattenweg in das Unterholz abbog. Dabei hinterließ er eine 200 Meter lange Schneise. "Der Wagen blieb 50 Meter vor dem Neißedamm im Schlamm stecken", berichtet Bundespolizei-Sprecher Alfred Klaner. 

Die Beamten waren dem Wagen gefolgt und fanden ihn im Gebüsch vor. Vom Fahrer fehlte jede Spur. Lediglich einen verbotenen Teleskopschlagstock und einen angebissenen Dürüm hat er im Wagen zurückgelassen. Die Hintergründe für diese abenteuerliche Fahrt werden die Ermittlungen der Landespolizei aufklären, die den Wagen vor Ort übernahmen.

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Das Auto hinterließ diese Schneise, bevor es nicht weiterkam.
Das Auto hinterließ diese Schneise, bevor es nicht weiterkam. © Bundespolizei

Deren Beamte hingegen begaben sich in der Nacht zum Montag auf die Suche nach möglichen Einbrechern. Drei Unbekannte überquerten in Hirschfelde die Eisenbahnbrücke von Polen in Richtung Deutschland. "Sie bewegten sich auf den Bahnschienen in Richtung eines Garagenkomplexes am Bahnhof", berichtet Marc Klinger von der Polizei. Noch bevor die Beamten die Männer kontrollieren konnten, schoss ein Mann mit einer Schreckschusswaffe in die Luft - und vertrieb die Personen.

Die sofortige Suche einer Streife des Polizeireviers Zittau sowie der Soko Argus nach den Flüchtigen blieb erfolglos.

15 Ukrainer über Lückendorf eingereist

Bereits am Freitagabend reisten in Lückendorf zwei Kleinbusse mit 15 Ukrainern ein. Bundespolizisten stoppten die Fahrzeuge. Die elf Männer und vier Frauen im Alter zwischen 19 und 58 Jahren wollten schwarz arbeiten, wie Alfred Klaner berichtet. "Einige hatten bereits in Berlin auf dem Bau gearbeitet." Auffällig sei gewesen, dass kaum jemand ausreichend Bargeld für den Lebensunterhalt bei sich trug.  Die beiden Fahrer des Ford Transporters und des Mercedes Benz Sprinter sollten die Ukrainer nach Deutschland zu bringen. "Wir gehen von einer organisierten Einschleusung aus", so der Bundespolizei-Sprecher. Die Beamten nahmen die beiden Schleuser vorläufig fest, nahmen die Ukrainer in Gewahrsam und sicherten umfangreiches Beweismaterial.

Die Bundespolizeiinspektion Ebersbach hat die Ermittlungen wegen unerlaubter Einreise, der unerlaubten Aufnahme einer Beschäftigung und des Einschleusens von Ausländern aufgenommen. Auch die Hintermänner stehen im Fokus der weiteren Ermittlungen. Einige der Geschleusten mussten Sicherheitsleistungen von jeweils 200 Euro in bar hinterlegen. Zudem sind sie nun aufgefordert, das Land zu verlassen.

Aufenthaltszeit überschritten

Bereits am Freitagmorgen stoppten Bundespolizisten in Zittau einen Skoda Octavia mit tschechischen Kennzeichen. Darin saßen drei 30- bis 39-jährige Männer aus der Ukraine. "Die allesamt ihre touristische Aufenthaltszeit von 90 Tagen um bis zu 62 Tage überschritten hatten", so Alfred Klaner. Im Fahrzeug fanden die Beamten außerdem Bauwerkzeuge, benutzte Arbeitskleidung und Aufzeichnungen, die eine illegale Erwerbstätigkeit in Tschechien und im Raum Zittau belegen. Der Fahrer roch laut dem Bundespolizei-Sprecher nach Alkohol, ein Test ergab umgerechnet 1,09 Promille. Da die drei Männer über keine Visa oder Arbeitserlaubnisse verfügen, nahmen die Beamten sie mit und leiteten Ermittlungsverfahren wegen der unerlaubten Einreise, dem unerlaubten Aufenthalt sowie der Aufnahme einer unerlaubten Beschäftigung ein. Auf den Fahrer kommt außerdem ein Verfahren wegen der Alkoholfahrt zu. Am Montag übernahmen die tschechischen Behörden die Männer.

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Am Sonntagabend kontrollierten Bundespolizisten in Zittau zwei 47- und 54-jährige Männer aus der Ukraine. "Sie konnten zwar gültige Reisepässe vorlegen, waren aber bereits im Januar 2020 in das Schengengebiet eingereist und hatten damit ihre touristische Aufenthaltsfrist um 62 Tage überschritten", teilt Alfred Klaner mit. Die Bundespolizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubtem Aufenthalt ein. Die Ausländerbehörde kümmert sich nun um die Männer.

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