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„Ohne Bienen würde es keine großen Ernten geben“

Hobby. Reinhold Kosan aus Arnsdorf ist einer der wenigen verbliebenen Imker im Landkreis.

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Von Bernhard Donke

„Ich bin vielleicht einer der letzten dieses Berufs, betreibe ihn auch nur noch als Hobby“, sagt Imker Reinhold Kosan aus Vierkirchen-Arnsdorf. Den 59-jährigen, stets locker wirkenden Mann treffen wir gerade bei der Arbeit im Bienenhaus nahe seines Wohnhauses in Arnsdorf. In dem hat er einmal über 40 Bienenvölker gehalten und die Imkerei als kleinen Nebenerwerb betrieben. „Aber das ist lange vorbei. Heute habe ich gerade mal acht Völker, die mir den Honig zur Eigenversorgung der Familie liefern“, sagt er.

„Billige Importe aus dem Ausland und ständig sinkende Preise machen die Imkerei heute kaum noch attraktiv. Zu DDR-Zeiten riss man uns förmlich den Honig aus den Händen, da war er fast nur Bückware“, fügt er hinzu. Gelernt hat der gebürtige Gubener den Beruf eines Imkers in der ehemaligen Landwirtschaftlichen Schule in Dresden Pillnitz von 1963-1965.

Die Imkerei hatte in seiner Familie in Guben eine lange Tradition, die er in sechster Generation fortsetzen wollte. So zumindest glaubte er es damals, als er seine Lehre begann. Er bekam auch sofort nach Lehrabschluss eine Anstellung als verantwortlicher Imker in der Imkerei Arnsdorf-Hilbersdorf des Volksgutes Lautitz. „Eine Arbeit, die sehr viel Spaß machte, war sie doch eng mit der Natur verbunden“, sagt er heute noch, nach über 40 Jahren.

Doch leider hielt die Freude nur kurz an. Während er seinen Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee der DDR ableistete, baute man im Volksgut die Imkerei ab. Für den damals noch recht jungen Imker eigentlich ein Schock, plötzlich ohne die Bienen dazustehen. Hatte er sich doch auch schon in der recht kurzen Zeit in Arnsdorf einiges aufgebaut und seinen Beruf sozusagen von der Pike auf gelernt.

Faire Preise zu DDR-Zeiten

Doch was soll’s, es musste weiter-gehen, aber nicht ohne Bienen. Die hielt er sich fortan als Hobby und als kleinen Nebenverdienst zu seiner neuen Tätigkeit als Traktorist und Kraftfahrer im Volksgut. Aus anfänglich vier bis fünf Völkern wurden bis Anfang der neunziger Jahre 35 bis 40 Völker, die er als Hobby-Imker betreute. „Es war sicher nicht immer leicht in dieser Zeit, aber wir wurden stets unseren Honig zu fairen Preisen los.“

Er ist seinem erlernten Beruf und Hobby treu geblieben bis in die heutigen Tage. Doch hat er eben heute nur noch ein Fünftel der Bienen, die er einst zu Beginn seiner Hobby-Imkerei betreute. „Es ist eigentlich sehr schade, dass die Imkerei immer mehr zurückgeht. Dabei ist sie doch so wichtig für die Natur. Dass die Landwirtschaft und der Obstanbau die größten Nutznießer sind, sollte man nicht außer acht lassen. Ohne die fleißige Arbeit der Bienen würde es keine großen Ernten geben. Sie sind doch auch heute noch hauptverantwortlich für die Bestäubung der Blüten.“

Keine Angst vorm Stich

Angst davor, gestochen zu werden, hat er schon lange nicht mehr. „Als Kind ja, aber heute, nach so vielen Imkerjahren, da kennt man das nicht mehr“, meint er lächelnd. Auf die Haube verzichtet er zwar, aber auf die Imkerpfeife mit dem verstockten Weideholz, da lässt er nichts kommen. Die verbreitet Rauchgase, die beruhigend auf die Bienen einwirken. Und so qualmt er wöchentlich vier bis fünf Stunden vor sich hin …