SZ +
Merken

Ohne Hambüchen keine Medaille

Die deutsche Mannschaft hadert bei der Turn-EM mit sich selbst, ihren Nerven und auch noch mit den Kampfrichtern.

Teilen
Folgen
© Eibner-Pressefoto

Pauline Schäfer weinte Tränen der Enttäuschung, Matthias Fahrig fluchte über Fehler bei der Zeitnahme. Auch die beiden Finalisten konnten die Pleite der deutschen Turner bei den Europameisterschaften in Montpellier nicht verhindern. Ohne Fabian Hambüchen gab es keine EM-Medaille und einen kräftigen Dämpfer für die Olympia-Qualifikation im Oktober.

Vor allem Pauline Schäfer rang verbittert nach Worten. „Das erste Finale meiner Karriere hat mir nicht gereicht, ich wollte mehr“, sagte die 18-jährige Schülerin aus dem Saarland. Ausgerechnet durch einen Sturz bei dem nach ihr benannten „Schäfer-Salto“ verpasste sie die erste EM-Medaille am Schwebebalken für deutsche Turnerinnen seit 28 Jahren. Damit reichte es nur zu Rang sieben am deutschen Zittergerät. Später sagte sie, dass ihre Erfindung schon beim Einturnen Probleme gemacht hatte. „Ich wollte heute wohl ein bisschen zu viel“, gestand sie etwas Übermotivation.

Unterdessen ereilte die deutschen Turner ein kräftiger Rückschlag. Zum dritten Mal nacheinander mussten sie ohne Podestplatz von einer EM abreisen. Im Mehrkampf gelang erstmals in der 60-jährigen EM-Historie nicht der Sprung in die Top 24. Und Fahrig, der einzige Finalist, war nach seinem achten Platz beim Sprung total angefressen. „Als ich zur Startlinie zurücklief, haben die Kampfrichter die Uhr schon laufen lassen, ich konnte mich gar nicht konzentrieren“, schimpfte er. Ohne Konzentration landete er auf dem Hinterteil. (dpa)