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Ohne Internet keine Gäste

Tourismus. Vier Millionen Übernachtungen zählte die Niederlausitzin zehn Jahren.

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Von Ralf Krüger

80 Prozent der Anfragen von potenziellen Besuchern erhält der Tourismusverband Niederlausitz e.V. über das Internet. In diesem Jahr wird der Verein erstmals die 100000er Marke knacken, so viele Nutzer informierten sich über touristische Attraktionen zwischen Guben, Forst, Spremberg und Senftenberg im weltweiten Netz. „Ohne Internet funktioniert heute kein Beherbergungsbetrieb mehr, aber auch keine touristische Vermarktung“, sagt die Geschäftsführerin Kathrin Winkler. Gestern feierte der Tourismusverband Niederlausitz Jubiläum. Seit nunmehr zehn Jahren wird die zarte Pflanze Tourismus durch den Verein in den Landkreisen Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz gehegt. Insgesamt kamen seit 1996 fast vier Millionen Übernachtungsgäste in die Niederlausitz, ausgenommen sind der Spreewald und Cottbus.

In Zukunft wird noch stärker auf spezielle Aspekte gesetzt. „Wasser, Radfahren und Landschaftswandel sind Themen, die wir gezielt vermarkten“, sagt die Chefin. Dabei müsse noch besser auf individuelle Wünsche eingegangen werden, da die Mehrzahl der Gäste privat anreise und spontan attraktive Ziele ansteuere. Im Schnitt blieben die Besucher 2,8 Tage, deshalb werde versucht, mit benachbarten Regionen zu kooperieren. „Wir vermarkten uns bei jeder passenden Gelegenheit gemeinsam mit der Oberlausitz, konkurrieren müssen wir mit Urlaubsorten wie Mallorca oder Bulgarien.“

Um in diesem Kampf zu bestehen, sei höchste Qualität gefragt. Erstmals wurden in diesem Jahr besondere Angebote für Kinder- und Jugendliche in einer Broschüre zusammengefasst. Insgesamt 29 Attraktionen, vom Hochseilgarten bis zum Zirkusworkshop, sollen Interessenten von fünf bis 18 Jahren in die Niederlausitz locken. Kathrin Winkler rät all jenen, die vom Tourismus leben, Marktforschung im direkten Gespräch mit den Gästen zu betreiben. „Nur wenn ich weiß, wie die Leute auf mich aufmerksam geworden sind, kann ich Werbung sinnvoll einsetzen.“

In Brandenburg kümmern sich 13 regionale Verbände um die Vermarktung touristischer Ziele. „Die Niederlausitz liegt nicht in der Spitzengruppe, aber der Trend ist positiv, sagt Kathrin Winkler. Bei Bett- und Bike-Gastgebern ist die Niederlausitz mit 40 radlerfreundlichen Hotels und Pensionen sogar führend. Um Pensionsbetreibern und Restaurantbesitzern zu helfen, wurden 44 Weiterbildungsseminare veranstaltet, Gastgeberverzeichnisse und Werbebroschüren gingen an insgesamt 28 000 Interessenten im In- und Ausland.

www.niederlausitz.de