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Ohne Musik geht nichts

Monika und Michael Noack aus Caminau stehen gemeinsam auf der Bühne. Und das, obwohl sie kaum gemeinsam proben konnten.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Die Zeit, sich gemütlich vor den Kachelofen im Wohnzimmer zu setzen, haben Monika und Michael Noack selten. Denn die Geschwister aus Caminau haben viel zu tun. Nicht nur in der Schule oder während der Ausbildung. Auch in ihrer Freizeit sind sie sehr engagiert. Die meiste Zeit nimmt dabei die Musik ein. „Ich liebe Musik. Sie ist mein einziges Hobby“, sagt der 19-jährige Michael, der in Hoyerswerda eine Ausbildung zum Sozialassistenten absolviert und Krankenpfleger werden will. Und auch für Monika, die in der zehnten Klasse der Paulus-Schule Königswartha lernt, ist das Leben nicht ohne Musik vorstellbar. Jetzt haben beide zum ersten Mal gemeinsam auf einer Bühne gestanden. Und zwar auf einer ziemlich großen: In der Lausitzhalle Hoyerswerda spielen Monika und Michael Noack die Hauptrollen im Musical Amazing Grace. Am Sonnabend wird es zweimal aufgeführt.

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Das Chormusical ist ein Königswarthaer Projekt, das Kirchgemeinde und Paulus-Schule gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Mit zwölf Solisten, 13 Musikern und 35 Chorsängern, unter anderem der Mutter von Monika und Michael. Amazing Grace mit dem wohl bekanntesten Gospelsong der Welt, handelt vom früheren Sklavenkapitän John Newton, der eine erstaunliche Entwicklung durchmacht und sich später für die Abschaffung der Sklaverei einsetzt. Die Geschichte ist wahr und passierte 1773. „Als John muss ich zunächst störrisch und hochnäsig sein“, erzählt Michael Noack. Die Bekehrung erfolgt auf See, wo er fast ums Leben gekommen wäre. Warum ihn Polly, die eigentlich aus gutem Haus stammt, dennoch liebt, das will Monika Noack in ihrer Rolle rüberbringen. „Ich will den Menschen Freude machen und ihnen den Glauben vermitteln“, sagt Monika Noack. Das Geschwisterpaar hat während der Proben fast nie gemeinsam geübt. „Dafür können wir alle Lieder des Chors mitsingen“, sagt Michael Noack schmunzelnd. „Ja, Micha im Bass und ich im Sopran. Aber das war gut für die Stimmbänder“, sagt Monika Noack. Das Schauspielerische haben die beiden eher improvisiert.

Mit sechs Jahren Blockflöte gespielt

Auf die Idee zum Musical kam Norbert Binder, der seit vielen Jahren in Königswartha Musical- und Bandprojekte organisiert und betreut. Und so hat auch Monika Noack seine Bekanntschaft in der fünften Klasse gemacht. Jede fünfte Klasse der Paulus-Schule führt ein Musical auf. Später stieg sie auch mit in die verschiedenen Schulbands ein. Schließlich hat Monika Noack bereits mit sechs Jahren angefangen, ein Instrument zu spielen. Blockflöte: Beide lachen heute darüber, denn Michael spielte erst viel später ein Instrument. „Das konnte mancher nicht verstehen, denn unser Opa war ja schließlich Musiker beim Sorbischen National-Ensemble“, sagt Michael Noack. Bei Opa Karl Tillich hat Monika später Klarinette gelernt, spielt heute im Blasorchester Königswar- tha, das Tillich leitet. „Unsere Eltern haben uns nie dazu gezwungen“, erzählt Monika Noack. Allerdings war eins klar: Wenn sie damit angefangen haben, dann mussten sie es durchziehen. Dass Michael doch zur Musik kam, hat erneut mit Opa Karl Tillich zu tun. „Opa hat gesagt, ich habe nichts mit Musik am Hut. Da habe ich mit Keyboardspielen angefangen.“ Heute sind Klavier und Gitarre dazugekommen.

Seit dem vorigen Jahr betreibt Michael zu Hause ein kleines Studio. Mit der Band Green Café der Paulus-Schule hat er im vergangenen Jahr an einem Schulband-Wettbewerb teilgenommen – ziemlich erfolgreich sogar. Daher kannte auch Norbert Binder ihn und fragte, ob er Lust auf die Hauptrolle in Amazing Grace hätte. Und ob er nicht seine Schwester überzeugen könnte, die weibliche Hauptrolle als seine Frau zu übernehmen. Vielleicht, weil es bei den vertrauten Szenen bei Geschwistern keine Hemmungen gibt. „Bei den Kuss-Szenen haben wir uns was Besonderes ausgedacht“, schmunzeln die beiden sympathischen Caminauer.

Auch mal Open Air

Zur Premiere im November waren beide aufgeregt. „Aber als ich voll konzentriert auf der Bühne stand, war kein Platz mehr für Aufregung“, sagt Monika Noack. Und bei Michael Noack legte sich die Aufregung nach dem ersten Lied und dem Beifall. „Es war toll, wie das Publikum die Aufführung annahm“, sagt er. Wenn die beiden Aufführungen am Sonnabend auch gut laufen, dann könnte er sich vorstellen, das Musical mal als Open Air zu spielen.

Das Musical wird am Sonnabend um 15.30 und 19 Uhr in der Lausitzhalle Hoyerswerda aufgeführt. Die Karten kosten 9,50 Euro/ermäßigt 7 Euro

www.facebook.com/PauluschorAmazing