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Niesky

Ohne Regen kein Karpfensegen

Oberlausitzer Teichwirte befürchten ein noch größeres Wasserdefizit als im Vorjahr.

Mit dem Koimarkt eröffnete die Teichwirtschaft Petershain die Fischsaison. Teichwirt Armin Kittner (mit Kescher) war zufrieden mit dem Zuspruch.
Mit dem Koimarkt eröffnete die Teichwirtschaft Petershain die Fischsaison. Teichwirt Armin Kittner (mit Kescher) war zufrieden mit dem Zuspruch. © Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Der Koimarkt am Sonnabend war für Teichwirt Armin Kittner in Petershain ein doppelter Segen: Endlich regnete es und trotzdem kamen zahlreiche Teichbesitzer, um winterharte Kois und andere Fische für ihre privaten Teiche zu erwerben.

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Das Angebot aus der Zucht der Teichwirtschaft konnte sich sehen lassen. Zu den zufriedenen Kunden gehörte Familie Stief aus Niesky. „Wir haben einen Garten mit Teich, darin schwimmen schon Kois aus Petershain. Sie sollen nicht mehr allein sein und deshalb suchen wir heute für sie nach neuen Teichpartnern“. Familie Stief hat gleich drei Prachtexemplare für sich ausgemacht. Armin Kittner freute sich: „Hier gibt es heute ein Angebot für jedermann. Es handelt sich um robuste Fische, die schon einen Winter in der Teichwirtschaft hinter sich haben“.

Steffen Hennersdorf kam aus Hochkirch, um das Angebot auszuloten. Sein neuer Teich ist noch im Bau und er wollte von Kittner wissen, ob es nach dem Koi-Markt auch weiterhin Kois zu kaufen gibt. „Selbstverständlich“, so der Teichwirt, „den ganzen Sommer über.“ Auch dann gibt es Biotopfische, Goldfische, Shubunkins, Kois, Blau- und Goldorfen, Albino-Welse- und Sterlet sowie Hausen.

Armin Kittner ist ein erfahrener Binnenfischer. Aber einen gar so trockenen Sommer wie 2018 hat er noch nicht erlebt in seiner Berufslaufbahn. Die Auswirkungen der Hitze und der Trockenheit des letzten Sommers hat er in seiner Teichwirtschaft noch nicht so richtig verkraftet. Wie wird das Wetter 2019? Die Prognosen stehen für die Teichwirte nicht gut. „Schon jetzt haben wir, sechs Wochen zeitiger als voriges Jahr, den gleichen, besorgniserregenden Zustand“, erläutert Armin Kittner. „Die Schneeschmelze ist ausgeblieben, der April brachte so gut wie gar keine Niederschläge. Da ist der rechtzeitige Anstau der Teiche im Winter mittlerweile aufgebraucht“. Damit die Wasserstände in den Teichen nicht zu weit abfallen, wird aktuell wasser aus Gräben in die Teiche gepumpt. Aber auch deren Wasserangebot ist endlich. „Das Pumpen bleibt Stückwerk, wenn es nicht regnet“. Vom Niedrigwasser betroffen sind alle Teiche.

Zunächst gibt es noch keinen Notplan bei Armin Kittner. Denn er hofft inständig auf genügend Regenwasser. Das braucht er: In der Teichwirtschaft Petershain sind die Sommerteiche komplett besetzt. Die machen etwa 85 Prozent der fischwirtschaftlich nutzbaren Teichfläche aus.

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