SZ +
Merken

Ohne Winter kein Geschäft

Für Händler und Hotels begann das Jahr 2014 aufgrund des fehlenden Schnees nicht so gut. Doch es gibt Hoffnung.

Teilen
Folgen

Von Jan Lange

Skier waren im Winter kein Verkaufsschlager in den hiesigen Sportgeschäften. Angesichts des fehlenden Schnees nicht verwunderlich. „Wir haben weniger Ski verkauft“, sagt Carola Kunick von Intersport Kunick in Zittau. Kaum anders sah es mit Winterbekleidung aus.

Auch andere Zittauer Händler stöhnen über gesunkene Umsätze, und es sind nicht nur diejenigen, die Winterware anbieten. „Das Jahr ist schlecht gestartet“, erklärt Bettina Gärtner von Spielwarengeschäft in der Reichenberger Straße. Ruhiger als sonst ist es auch im Zittauer Weltladen zugegangen. Vor allem deutlich weniger Touristen sind hier einkaufen gekommen.

Die Besucher aus der Ferne fehlen aber nicht nur den Händler, auch viele Zimmer in den Hotels und Pensionen sind in den Wintermonaten leer geblieben. „Wer explizit auf Familien oder Feriengäste setzt, hat keine großen Änderungen gegenüber dem Vorjahr gespürt“, erklärt Corinne Schellenberger, Mitarbeiterin der Tourist-Information in Waltersdorf. Die Einrichtungen, die von Kurzurlaubern und Tagesgästen leben, hätten dagegen schon einen Rückgang bemerkt. Das kann Cornelia Hartmann, die Inhaberin der „Sonnebergbaude“ in Waltersdorf bestätigen. „Die kurzfristigen Bucher, die nur mal über ein Wochenende kommen, haben uns gefehlt“, sagt sie. Die Stammgäste, die ihren Urlaubsaufenthalt im Zittauer Gebirge schon langfristig buchen, sind nach Aussage von Frau Hartmann aber gekommen – auch wenn am benachbarten Lauschehang das Skifahren unmöglich war. Ihnen habe sie dann einfach den Jeschken bei Liberec empfohlen, wo im Winter wunderbare Ski-Bedingungen geherrscht haben.

Ob die Gäste dann auch gleich in Liberec einkaufen waren, kann keiner sagen. Im Zittauer Handel haben sie zumindest gefehlt. Aber gerade die Urlauber sind diejenigen, die zum Beispiel im Weltladen kunsthandwerkliche Artikel kaufen, bei den Einheimischen sind mehr die Lebensmittel gefragt. Beim Kunsthandwerk sei jedoch die Handelsspanne größer, sagt Weltladen-Mitarbeiterin Anett Seeliger.

Der Umsatz müsste in diesem Jahr eigentlich gesteigert werden, um die höheren Energiekosten zu decken. Auf die Verkaufspreise können die höheren Nebenkosten nicht in jedem Fall umgelegt werden, weist Frau Seeliger hin. Denn mancher Artikel sei dann so teuer, dass er von den Kunden nicht mehr gekauft wird.

Der geringere Umsatz hat eine weitere Folge: Es können auch weniger neue Waren bestellt werden. Auch Bettina Gärtner kauft weniger Waren auf Vorrat ein. Bei den Verkäufern von Winterwaren ist das nicht so einfach. Hier müssen die Produkte vor der Saison in ausreichender Anzahl geordert werden. „Denn innerhalb der Saison können wir kaum noch etwas nachbestellen“, erklärt Carola Kunick.

Anders ist es mit Winterschuhen, wie Mario Kellner, Inhaber von „Schuh Kellner“, berichtet. Er könne, wenn nötigt, auch übern Winter noch Artikel einkaufen. Im vorigen Herbst hatte er bereits weniger Winterschuhe bestellt. Carola Kunick konnte dies aus besagten Gründen nicht tun. Ein volles Lager mit Winterware hat sie dennoch nicht, die Preise für die Artikel wurden rechtzeitig gesenkt. „Wenn wir sie zum Schnäppchenpreis anbieten, dann kaufen sie einige Kunden doch und legen sie sich bis zum nächsten Winter hin“, erklärt die Sporthaus-Chefin.

Auch wenn mit Winterware in den vergangenen Wochen kaum gute Umsätze zu machen waren, kritisch sei die Situation nicht. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, erklärt die Sporthaus-Chefin. Denn statt der Winterartikel haben die Kunden schon früher begonnen, Sommerware zu kaufen. Eigentlich beginnt der Verkauf von Fahrradhelmen oder Sommerjacken frühestens Ende März – dieses Jahr gab es bereits im Februar eine Nachfrage nach diesen Artikeln. Mario Kellner ging es nicht anders. „Die ersten Frühjahrsschuhe wurden Mitte Februar verkauft, das gab es noch nie“, erzählt der Schuhfachverkäufer. Dass sich die Geschäfte zeitlich nur verschieben, glaubt er nicht. Denn bald stehen wieder Jugendweihen und Konfirmationen an und auch die Wandersaison beginnt in wenigen Wochen. Dann sollen auch die Umsätze wieder in gewohnter Höhe ausfallen – hoffen die heimischen Händler und Hoteliers. Auf ein Wort