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Ohorn setzt für Feuerwehrhaus Rotstift an

Der Gemeinderat Ohorn hat jetzt den Haushaltsentwurf für dieses Jahr verabschiedet. Die Kämmerei hatte Tempo vorgelegt, so dass Ohorn eine der ersten Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft mit einem beschlossenen Haushalt ist.

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Von Carolin Barth

Der Gemeinderat Ohorn hat jetzt den Haushaltsentwurf für dieses Jahr verabschiedet. Die Kämmerei hatte Tempo vorgelegt, so dass Ohorn eine der ersten Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft mit einem beschlossenen Haushalt ist. Demnach kann die Gemeinde 168000 Euro investieren. Der größte Posten bleibt das zweite Jahr in Folge der Neubau des Feuerwehrdepots. Um die immensen Eigenmittel des Millionenprojektes zu schultern, wird eisern gespart. Dennoch sind Ausgaben möglich, auch dank des erfolgreichen Verkaufs der Schleißbergbaude im vergangenen Dezember.

Das Defizit der Gemeinde ist zum Jahresstart gering

Ohorn startet mit einem Defizit von 815000 Euro im Ergebnishaushalt, also im Bereich der laufenden Kosten, in das Haushaltsjahr 2012. „Das ist ein recht gutes Ergebnis, Gemeinden mit Doppik haben kaum einen ausgeglichenen Haushalt, da Abschreibungen erwirtschaftet werden müssen. Mit diesem Minus stehen wir daher recht gut da“, sagt die Kämmerin Monika Berndt. Im Finanzhaushalt stehen 168000 Euro für Investitionen und Kredittilgung zur Verfügung. Das sind immerhin 40000 Euro mehr als im Vorjahr. Zusätzlich profitiert die Gemeindekasse vom Verkauf der Schleißbergbaude. 83000 Euro wurden dafür eingenommen. Nach Abzug von Gebühren und Provisionen werden rund 73000 Euro für Investitionen übrig bleiben.

Das meiste Geld muss ins

Depot fließen

Ein Großteil des zur Verfügung stehendes Geldes wird für den 1,2 Millionen Euro teuren Neubau des Gerätehauses verwandt . Allein in diesem Jahr muss die Gemeinde 215 000 Euro an Eigenmitteln aufbringen. Ein Großteil wird über einen Kredit finanziert. Dieser beläuft sich auf insgesamt 350000 Euro und wird bis Jahresende voll ausgeschöpft sein. Auch Landeszuschüsse, Ersparnisse und ein großer Teil der Einnahmen aus dem Verkauf der Schleißbergbaude werden dafür verwendet. Insgesamt werden in diesem Jahr für das Depot Rechnungen in Höhe von 465000 Euro beglichen.

Bei der Feuerwehr wird der Rotstift angesetzt

Um den hohen Eigenanteil für den Neubau bei gleichzeitig sinkenden Zuschüssen schultern zu können, muss an einigen Ausgaben der Rotstift angesetzt werden, vor allem an laufenden Unterhaltungskosten. Am deutlichsten spüren das die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Für sie werden die Gemeindezuschüsse um 5000 Euro gekürzt. Bei Anschaffungen für Ausstattung oder Dienstkleidung müssen die Wehrleute den Gürtel enger schnallen. Einsparungen verspricht sich die Gemeinde vor allem bei Strom- und Brennstoffkosten in öffentlichen Einrichtungen. So wurde mit der Enso für Kegelhalle und Turnhalle ein günstigerer Heizvertrag abgeschlossen. Weiterhin reduziert der Verkauf der Schleißbergbaude die laufenden Ausgaben: 2500 Euro Betriebskosten jährlich für ein leer stehendes, ungenutztes Gebäude entfallen.

Investiert wird in Grundschule und Straßenbau

Dank der Einnahmen aus der Versteigerung der ehemaligen Jugendherberge kann Ohorn insgesamt 24 000 Euro in die Grundschule investieren. Für 20 000 Euro erhalten die Schüler ein neues Computerkabinett mit leistungsfähigen Rechnern sowie nützlicher Lernsoftware. Weitere 4000 Euro werden für Tische und Stühle ausgegeben. Weil fürs kommende Schuljahr mehr Schüler erwartet werden, wird beim Mobiliar aufgestockt. Für diese Neuausstattung fließen keine Fördermittel mehr. 17800 Euro und damit die gesamte Investitionspauschale fließen in den grundhaften Ausbau des Gartenweges. Gut 25000 Euro muss Ohorn außerdem noch anteilig für den Neubau eines Fußwegs neben der Hauptstraßezahlen. Zwar ist die Straßensanierung längst abgeschlossen, doch die anteiligen Planungskosten fehlen noch. Außerdem wird ein Kredit in Höhe von 30000 Euro getilgt und nicht mehr umgeschuldet.

In den nächsten Jahren sinken Zuschüsse weiter

Große Sprünge werden in den kommenden Jahren in Ohorn nicht drin sein, sagt Kämmerin Monika Berndt. Das derzeitige Investitionsniveau wird sich auf diesem recht niedrigen Level wohl halten. Zuschüsse vom Freistaat an die Gemeinden sinken weiter, andererseits verlangt der Kreis mehr Umlage. Ohorn erhält in diesem Jahr 451000 Euro Landeszuschüsse, 2010 waren es noch 587000 Euro gewesen. Derzeit kann die Gemeinde diesen Fehlbetrag noch mit Mehreinnahmen aus dem Gemeindeanteil der Einkommenssteuer ausgleichen.

Der Haushalt liegt vom 6. bis 14. Februar in der Gemeindeverwaltung aus. Bis 23. Februar können Bürger Einsprüche erheben .