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Görlitz

Oktogon-Sanierung preiswerter als gedacht

Die Stadt Görlitz hat das Dach des markanten Gebäudes in der Lunitz hergerichtet. Jetzt ist Geld übrig. Das kann nun für anderes ausgegeben werden.

Das Oktogon an der Lunitz dient als Kulissenlager für das Theater. Jetzt hat die Stadt das löchrige Dach komplett sanieren lassen.
Das Oktogon an der Lunitz dient als Kulissenlager für das Theater. Jetzt hat die Stadt das löchrige Dach komplett sanieren lassen. © Foto: Nikolai Schmidt

Christof Kappler ist voll des Lobes. Nicht nur, dass das Dach des Oktogons an der Lunitz jetzt neu gedeckt wurde. „Schön, dass auch daran gedacht wurde, das hässliche riesige Loch in der Wand auf der Straßenseite zur Lunitz zu schließen“, schreibt der Anwohner aus der Nikolaivorstadt in seiner Nachricht an die SZ. Ihn habe besonders fasziniert, mit welcher Akribie dabei vorgegangen wurde: „Die Naturstein-Mauer und das Fenster wurden exakt nach dem Vorbild der vorhandenen Fenster gebaut.“

Das Gebäude hat seinen Namen wegen seiner achteckigen Form. Es wurde Mitte des 19. Jahrhunderts für zwei große, runde Gasbehälter errichtet. Nach Aussage des früheren Technischen Direktors am Theater, Wolfgang Archner, steht das Oktogon zwar im Gelände des Gaswerks, wurde aber nicht von diesem genutzt, sondern gehörte zur Tuchfabrik, zu DDR-Zeiten zum VEB Volltuch, der kurz nach der Wende geschlossen wurde. In den 1990er Jahren stand es leer. „Ich habe mich damals darum bemüht, dass wir es als Theaterlager nutzen können“, erinnert sich Archner. Seit Ende der 1990er Jahre hat das Oktogon tatsächlich diese Nutzung – allerdings ist es nur eines von heute drei Lagern.

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In diesem Jahr hat die Stadt 290 000 Euro in das Gebäude gesteckt – vor allem ins Dach und das Schließen des Loches in der Fassade, aber auch in verschiedene Arbeiten zur Beseitigung von Gefahrenstellen, etwa das Schließen von Mauerwerksrissen und offenen Fugen in den Fenstersohlbänken, den Ersatz defekter Fensterscheiben und Kittfalze sowie die Erneuerung der desolaten Außentreppe zum Eingang des Oktogons. Bezahlt wurde das Ganze aus Ausgleichsbeträgen, die die Grundstückseigentümer der Nikolaivorstadt mit dem Auslaufen ihres Sanierungsgebietes seit Februar 2018 an die Stadt bezahlt haben.

Das Oktogon ist preiswerter geworden als gedacht. 335 000 Euro hatte die Stadt eingeplant, nur 290 000 Euro wurden am Ende benötigt. Die 335 000 Euro basierten auf der sehr frühen Kostenberechnung des Planers, sagt Bauamtsleiter Torsten Tschage: „Später wurden diese Kosten präzisiert und abgerechnet.“ Viele Faktoren hätten dazu beigetragen, dass es preiswerter geworden ist: Die Leistungen wurden hinsichtlich Umfang und Menge konkretisiert, die Ausschreibungsergebnisse waren teilweise günstiger, die Leistungen wurden nach Aufmaß abgerechnet. „Beim Oktogon gab es dazu Planungsänderungen hinsichtlich des Zugangs“, sagt Tschage. Von einem besseren Bauzustand als erwartet könne hingegen nicht die Rede sein.

Alle Arbeiten mussten bis 30. Juni erledigt sein. Das hat nicht geklappt, es ist Juli geworden. Nicht so schlimm, sagt Tschage: „Wir haben beim Fördermittelgeber einen Antrag auf Verlängerung des gesamten Verfahrens Altstadt/Nikolaivorstadt bis 2020 gestellt.“ Gründe sind die noch laufenden Arbeiten am Straßenbau der Rosenstraße in der Altstadt und die Verwendung der eingesparten Gelder beim Oktogon sowie der noch darüber hinaus eingenommenen Ausgleichsbeträge. Die Stadt will eine Rückzahlung vermeiden. „Eine Entscheidung über die Verwendung der restlichen Mittel kann erst mit dem neuen Stadtrat getroffen werden“, sagt der Amtsleiter.

Das Theater kann nun ins Oktogon zurückkehren. Dafür gibt es aber bisher noch keinen festen Termin, so Tschage. Christof Kappler indes möchte alle Beteiligten loben: „Es sieht alles sehr perfekt und schön aus – ein großes Dankeschön den Planern und den ausführenden Firmen.“

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