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Olbersdorf rettet die Badesaison am See

Die Gemeinde beendet den jahrelangen Streit mit dem Landkreis und sichert den Wasserrettungsdienst jetzt aus eigener Kraft. Sie tut das nicht aus Einsicht.

Auch in diesem Sommer werden Rettungsschwimmer den Badebetrieb am Olbersdorfer See absichern - dank eines Vertrags mit der Gemeinde.
Auch in diesem Sommer werden Rettungsschwimmer den Badebetrieb am Olbersdorfer See absichern - dank eines Vertrags mit der Gemeinde. © Matthias Weber

Der Beschluss der Olbersdorfer Gemeinderäte fällt an diesem Mittwochabend einstimmig: Die Gemeinde schließt mit den Kreisverbänden der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und der DRK-Wasserwacht einen Vertrag ab, der die beiden Vereine beauftragt, gemeinsam den Wasserrettungsdienst am Olbersdorfer See abzusichern.

Das heißt im Klartext: Die Badesaison am See ist gerettet. An den Wochenenden und in den Sommerferien werden nun im alleinigen Auftrag der Gemeinde Rettungsschwimmer vor Ort - und im Notfall auch sofort zur Stelle sein.

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Im alleinigen Auftrag der Gemeinde wohlgemerkt, nachdem der Landkreis sich aus Kostengründen aus seiner bisherigen Mitverantwortung zurückgezogen hatte. Selbstverständlich ist das nicht. Auch deshalb nicht, weil ein Gewässer wie der Olbersdorfer See mit allen seinen Bereichen, Freizeitanlagen und Möglichkeiten eigentlich viel zu groß ist für eine kleine Gemeinde wie Olbersdorf.

Jahrelang hatte sich die Gemeinde deswegen einen Rechtsstreit mit dem Landkreis geliefert. Bürgermeister Andreas Förster (FDP) hatte sogar gedroht, alle Investitionen am See zu stoppen und zurückzubauen, um der Gemeinde die Last der Verantwortung für die Wasserrettung nicht aufhalsen zu müssen. 

Grundsatz-Streitfrage bleibt bestehen

Seine grundsätzliche Meinung, dass an so einem Gewässer nicht die Gemeinde im Sinne einer Badeaufsicht, sondern der Landkreis als Träger des Rettungsdienstes für die Wasserwacht zuständig sein müsste, hat Förster auch bis heute nicht geändert. Und dennoch hat er die Gemeinderäte am Mittwochabend gebeten, der Vereinbarung mit den Rettungsschwimmern zuzustimmen.

"Wir tun das für die Badegäste, Freizeitsportler und Erholungssuchenden am See, für den Aktivtourismus und die Naherholung", sagt der Bürgermeister. "Wir verstehen das als Angebot der Gesundheitsvorsorge und der Gefahrenabwehr". Schließlich habe Olbersdorf sich von Anfang an auf die Fahnen geschrieben, den See als Zentrum des Aktivtourismus und Wassersports im Naturpark Zittauer Gebirge zu entwickeln und möchte das auch weiterhin tun.

Die Gemeinde übernimmt künftig die Kosten der Versicherung für die Wasseraufsichts-Station am Nordwestufer, ebenso notwendige Reparaturen und Neubeschaffungen. Alle anderen Kosten wie Versicherungen, Inventar, Wasser, Abwasser, Strom, laufende Kosten für den Bootssteg, das Bootshaus und das Motorrettungsboot tragen DLRG und DRK. Die Sparkasse hat zugesichert, sich finanziell daran zu beteiligen.

Rettungsschwimmer arbeiten ehrenamtlich

Ob die Wasserrettung so tatsächlich funktionieren wird, hängt aber auch noch von einer anderen Frage ab: Nämlich der, ob es überhaupt genügend ausgebildete und bereitwillige Rettungsschwimmer gibt, die sich an Wochenenden und Ferientagen ehrenamtlich auf den Wachturm stellen.

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