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Oldtimer glänzten in der Sonne

Das 17. Barkas-Treffen zog Teilnehmer aus ganz Sachsen an. Die Besucher waren vom Zustand der alten Fahrzeuge angetan.

Von Frank Klinger

Dicht umstellt war am Sonnabend der Framo von Gunter Kynast aus Ebersdorf in der Oberlausitz. Ausgerechnet der Teilnehmer mit der weitesten Anreise zum insgesamt 17. Döbelner Barkas-Treffen hatte an seinem Fahrzeug Probleme mit der Lichtmaschine, und alle wollten bei der Reparatur mithelfen. Sofort entstanden Fachgespräche über die alte Technik, an der man noch vieles selbst machen kann.

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„Wenn heute kein Cabriowetter wäre, hätte ich ihm aushelfen können“, meinte Mario Schult aus Callenberg bei Hohenstein-Ernstthal. Er war mit seinem dreijährigen Sohn Fabian in einem B-1000-Hochpritschenwagen nach Döbeln gekommen und erzählte: „Normalerweise habe ich die Plane auf der Ladefläche und dann auch Ersatzteile mit. Aber bei dem Wetter sind wir heute offen gefahren. Deshalb liegt das alles zu Hause.“ Dann fügte er noch lächelnd an: „Das heutige Treffen ist übrigens das erste, bei dem ich selbst noch nichts bauen musste. Bisher war immer irgendetwas.“ Und schon putzte er mit seinem Sohn noch einmal die Frontscheibe seines Barkas, damit das Fahrzeug auch in der Sonne glänzt. Die Leidenschaft für die alte Technik wird sein kleiner Sohn vermutlich übernehmen, denn der Dreijährige unterbrach die Reinigungsarbeiten mit einem: „Papa guck mal, ein Wartburg Camping.“

Das Interesse für Oldtimerfahrzeuge hat auch der Organisator des Barkas-Treffens, Lutz Kunert, an seinen Sohn weitergegeben. Der 15-jährige Nick war mit seinem Moped Star zum Parkplatz der Firma Tecklenborg an der Dresdener Straße gekommen und hat mit seinem Vater schon ausgemacht, dass er später mal mit dessen Framo zu Oldtimertreffen fahren wird. Dann kann sich Lutz Kunert durchaus auf sein anderes Fahrzeug, einen Phänomen Granit aus dem Jahr 1956, konzentrieren. „Der ist erst technisch restauriert. Jetzt geht es an die Optik“, meinte der Inhaber der auf dem Gelände des Treffens angesiedelten Fahrschule.

Seit sieben Jahren findet das Barkas-Treffen am heutigen Standort statt. Fotografische Impressionen aller bisherigen Ausgaben waren in den Schaufenstern der Fahrschule zu bestaunen. „Am meisten werden heute die Bilder der Jahre 2008/09 betrachtet, das liegt aber daran, dass das Fenster mit den Jahrgängen an der Schattenseite des Gebäudes ist“, meinte Lutz Kunert lachend.

Unter den etwa 30 Fahrzeugen waren nicht nur die Framo- und B 1000-Baureihen zu sehen, sondern auch Robur-Lkw, einige Trabis, Wartburg und ein Saporoshjez. Den betrachteten sich Ursula und Reinhard Klos aus Döbeln näher. „Wir wohnen gleich hier in der Nähe. Man freut sich, solche gut erhaltenen Fahrzeuge zu sehen“, erklärten sie. „Da stecken die Besitzer sicherlich viel Arbeit hinein.“

Das konnte Lutz Kunert nur bestätigen, als er die Teilnehmer des Treffens zu einer kurzen Spritztour nach Etzdorf in seinen Robur-Bus lud.