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„Oliven wachsen doch nicht wirklich hier . . .?“

Vorgestellt. Von Dresden ist sie nach Bad Muskau gezogen und hält nun die Fäden für die Märkte im Reservat in der Hand:Sylke Mutze.

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Von Annett Preuß

Lausitz? Bis zu ihrem Umzug vor knapp einem Jahr hatte die Dresdnerin keine rechte Vorstellung von Land und Leuten und ihren Besonderheiten. „Mein Mann fand in Bad Muskau Arbeit. Seitdem leben wir hier“, sagt sie. Für Sylke Mutze auch ein persönlicher Glücksfall: Seit Februar ist sie beim Förderverein für die Natur der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft beschäftigt. Als Marktchefin, 20 Stunden wöchentlich. „Ich habe nicht lange überlegt und bin glücklich darüber“, sagt die 38-Jährige über diese Chance für ihren beruflichen Einstieg.

Viele Versuche unternommen

Die will Sylke Mutze unbedingt beim Schopfe packen. Bei Vattenfall hatte sie vorgesprochen auf der Suche nach Arbeit, bei der Fürst-Pückler-Stiftung und diversen anderen Einrichtungen und Vereinen. „Ich wollte etwas, das mit meinem Abschluss zu tun hat“, begründet Sylke Mutze. Sie habe an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden-Pillnitz Landschaftsplanung studiert, nicht wie üblich gleich nach dem Abi, sondern erst mit 32. Dass sie nun in einem Biosphärenreservat arbeitet und gleichzeitig mit Menschen, findet sie besonders spannend. „Das ist eine reizvolle Aufgabe.“

Die Marktbranche ist dabei Neuland – mit Überraschungspotenzial. Das Gerüst für den 4. Frühlingsmarkt am Sonnabend baute noch ihr Vorgänger. Sylke Mutze nutzte die wenige Zeit seit Februar, sich ins Geschäft einzuarbeiten, die Menschen und die Region kennenzulernen, Kontakte zum sorbischen Heimatverein und zu Händlern zu knüpfen.

Region ist etwas Besonderes

Sie stehe dabei noch ziemlich am Anfang, sagt die sympathische Frau, habe aber zumindest schon mal den sorbischen Ostereiermarkt in Schleife besucht. Ihr Fazit: „Die Region und die Menschen hier sind was Besonderes.“ In den vergangenen Wochen staunte die neue Marktchefin oft, wie viel Arbeit, organisatorischer und finanzieller Aufwand hinter solchen Märkten wie in Wartha steckt. Und sie erfuhr, dass Freude, Ärger und Enttäuschung dicht beieinander liegen. „Es ist schön, dass wir viel mehr Bewerber haben als auf dem Hof Platz ist.“

Jemandem absagen zu müssen, falle ihr trotzdem schwer. Beispielsweise, weil er nicht in das Konzept passt, dass das Biosphärenreservat mit den Märkten verfolgt: die Besucher auf regionale Produzenten und heimische Produkte aufmerksam zu machen. Deshalb wird es in Wartha auch keine Oliven geben, trotz einer Anfrage. „Da stehst du plötzlich erst mal da und überlegst: Aber Oliven wachsen doch nicht wirklich hier . . .?“