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Olymp-Jugendtreff lockt mit frischen Farben

Im einstigen „Doro“ ist fast alles neu – seit Januar ist das Jugendhaus Hannoder Träger des Jugendtreffs.

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Die Türen im Jugendtreff Olymp stehen weit offen. Jeden Tag von 13 bis 20 Uhr können junge Leute kommen und gehen, wie es ihnen gerade passt. Nur mittwochs herrscht geschlossene Gesellschaft. Dann ist Mädchentag.

Liane Schubert und Thomas Stephan sitzen in ihrer neu gemalerten, hellgrünen Oase, dem einzigen abgetrennten Raum im Keller des Soziokulturellen Zentrums – denn nicht alle Gespräche mit den Jugendclub-Betreuern sind für mehr als sechs Ohren bestimmt. „Der Umgang mit manchen Jugendlichen gestaltet sich schwierig, aber das macht unseren Job hier so anspruchsvoll und wichtig“, erklärt die gelernte Erzieherin Liane Schubert. Es sind Migrantenkinder oder solche, die schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind – der Jugendclub fängt sie und ihre täglichen Probleme auf. Dazu kommen die ganz normalen Sorgen eines Teenagerlebens. Wer in die frisch renovierten Räumlichkeiten einkehrt, der kommt gern. „Wir haben einen guten Zulauf“, sagt Thomas Stephan.

Der Treff war 1995 unter dem Namen „Doro“ von der Stadt Pirna gegründet worden. Damals trafen sich die Jugendlichen im Keller des Kindergartens „Schlumpfenhaus“. Seit drei Jahren befindet sich der Olymp nun im Soziokulturellen Zentrum auf dem Gelände der Haußner-Grundschule – auch wieder im Keller.

Anfang dieses Jahres zogen frische Farben ein, und mit ihnen die beiden Betreuer. Das Frühlingsgrün sowie die Gelb- und Orangetöne brachten zukünftige Maler des Christlichen Jugenddorfwerkes (CJD) Heidenau an die Wände. Helle Möbel beherrschen das Bild. Auf dunkelroten Sofas hängen die Teenager ab, der glänzende Flachbildfernseher ist eingeschaltet. „Die Lautstärke ist etwas gewöhnungsbedürftig“, sagt Thomas. Es stört ihn aber nicht zu sehr. Im hinteren Teil des Kellers wartet eine voll eingerichtete, leuchtend orange Küche auf Benutzung. Sie ist blitzsauber. „Einige Regeln haben wir aufgestellt“, erzählt Liane Schubert, um vom Beginn an im Jugendtreff Strukturen aufzubauen. Das geht nicht von heute auf morgen. Manches sei gar nicht komplett durchzusetzen. „Wir haben natürlich Rauchverbot. Doch alle rauchen“, erläutert Stephan. Auf die Durchsetzung wird streng geachtet. Doch eine Nische finden die jugendlichen Raucher immer.

Neu ist deshalb vieles, weil das Jugendhaus Hanno Pirna im Januar die Trägerschaft für den Olymp von der Stadt übernommen hat. „Die Verbesserung ist deutlich zu spüren“, sagt Thomas. „Wir arbeiten nun richtig zusammen“, fügt er hinzu. Einbezogen werde auch die Schulsozialarbeiterin der Gauß-Mittelschule auf dem Sonnenstein.

Thomas steht den Jugendlichen seit September vorigen Jahres als Ansprechpartner zur Verfügung. Alle paar Minuten öffnet sich die Tür, ein kurzes „Tschuldigung“, einige Worte werden gewechselt, hin und wieder muss Thomas Stephan kurz mit hinaus. Vor einigen Jahren arbeitete der 55-jährige Maschinenbauingenieur noch als Personalchef. Da hatte er auch schon mit jungen Auszubildenden zu tun.

Ein Team hat sich gefunden

Liane Schubert befindet sich noch in der Schnupperphase. Vor drei Wochen begann die 46-Jährige ihren Job im Olymp. Jetzt lernt sie die jungen Leute kennen, und diese testen ihre Grenzen aus. „Unser Erbe ist nicht ganz einfach“, sagt Liane Schubert. Die beiden erfahren nur von den Jugendlichen etwas über die Regeln früherer Sozialarbeiter. „Sie versuchen natürlich, uns auszutricksen“, erzählt Thomas. Doch das frisch gekürte Team lächelt. Gegenseitig ausspielen lassen sie sich nicht. Sie haben sich in den vier Wochen zusammengefunden. Und das Wichtigste: „Die Arbeit mit den Jugendlichen macht Spaß“, sind sich Liane Schubert und Thomas Stephan einig.