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Glücklich ist mit dem Olympia-Aus niemand

Dass die Olympischen Sommerspiele 2020 um ein Jahr verschoben wurden, ist zweifellos richtig. Nun gibt es neue Probleme. Ein Kommentar.

© dpa

Alle sind erleichtert. Olympia in Tokio findet nicht statt, jedenfalls nicht in diesem Sommer. Die Absage ist eine gute, vernünftige, die einzig mögliche Entscheidung. Alternativlos würde Bundeskanzlerin Angela Merkel sagen, wenn man sie denn fragen würde. Doch sie hat sich momentan mit anderen, wichtigeren Dingen zu beschäftigen.

Ja, das Coronavirus und seine Folgen sind auch größer als der Sport. Selbst wenn es den mächtigen Strippenziehern in den diversen Verbänden offensichtlich schwerfällt, das anzuerkennen, öffentlich einzugestehen – und vor allem die notwendigen, die logischen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Die Olympischen Sommerspiele um ein Jahr auf 2021 zu verschieben, ist so eine Schlussfolgerung. Längst überfällig und sporthistorisch noch dazu. Boykotte hat es immer wieder mal gegeben, und das wäre auch diesmal passiert. Doch nie zuvor seit 1896 ist Olympia in Friedenszeiten ausgefallen.

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Trotzdem sind jetzt alle erst mal erleichtert. Alle, außer Thomas Bach. Dass sich der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees mit seiner Entscheidung so schwergetan hat, ist nicht zu verstehen. Nicht unter menschlichen, humanitären Aspekten. Olympia aber ist inzwischen mehr als das Zusammentreffen der Jugend der Welt, wie es immer so schön heißt, und mehr als nur das größte Sportereignis. Olympia, sagt auch Bach, ist das vielleicht komplexeste Event auf dem Planeten.

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So eine Veranstaltung sagt man nicht mal eben ab. Die Verschiebung hat immense Konsequenzen, organisatorische, logistische, auch finanzielle. Und nicht zuletzt in der Lebens- und Karriereplanung der Sportler. Dreieinhalb Jahre haben sie hingearbeitet auf Tokio 2020, für die allermeisten der Karrierehöhepunkt. Das bringt jetzt neue Probleme, neue Herausforderungen mit sich. Neue Trainingspläne müssen her, die Motivation muss ein weiteres Jahr hochgehalten werden. Wirklich glücklich können also auch die Sportler mit der zweifellos richtigen Entscheidung nicht sein. Aber erleichtert, denn jetzt haben sie endlich Gewissheit.

Mail an Tino Meyer

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