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OP-Stau in Kliniken hält noch lange an

Eine neue Studie zeigt, welche Eingriffe wegen Corona am häufigsten verschoben worden. Ärzte fordern, dass das bei einer zweiten Welle besser wird.

Es gibt wieder was zu tun im OP-Saal..
Es gibt wieder was zu tun im OP-Saal.. © dpa/Sven Hoppe

Viele Patienten, deren Operation wegen der Corona-Krise verschoben wurde, werden wohl noch mehrere Monate auf den Eingriff warten müssen. Das geht aus einer Studie hervor, die der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) vorgestellt hat.

„Selbst bei einer Steigerung des OP-Aufkommens auf 110 Prozent des Vor-Corona-Niveaus wird es noch zirka 27 Wochen dauern, bis der Stau abgearbeitet ist“, sagte Dr. Enno Bialas, Geschäftsführer von digmed und Autor der Studie.

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Krankenhäuser in Deutschland waren ab Mitte März von der Politik verpflichtet worden, mehr Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu schaffen und dafür planbare Operationen zu verschieben. Der Studie zufolge ging die Zahl der Operationen im April um 41 Prozent zurück. Eine frühere Auswertung von AOK-Daten hatte zu einem ähnlichen Ergebnis geführt.

Pandemiepläne müssen umgearbeitet werden

Die größten Rückgänge verzeichnet die digmed-Studie bei der Entfernung von Rachenmandeln (minus 82 Prozent), bei der Implantation von Kniegelenkprothesen (minus 80 Prozent) und bei Kataraktoperationen (minus 79 Prozent). Demgegenüber habe die Anzahl der Kaiserschnitte, der versorgten Knochenbrüche und Blinddarmentzündungen gar nicht beziehungsweise nur sehr geringfügig abgenommen.

 Aus Sicht von BDC-Präsident Professor Hans-Joachim Meyer sei das Ziel des medizinischen Shutdowns von den Krankenhäusern vorbildlich umsetzt geworden. Zugleich stellt er fest: „Wir sehen jetzt aber auch, dass viele für Covid-19-Patienten freigehaltene Betten dafür nicht benötigt wurden.“ Mit Blick auf eine zweite Welle forderte er, die Pandemiepläne umzuarbeiten, um Patienten auf lokaler und regionaler Ebene besser steuern zu können.

Am Dresdner Uniklinikum hatte man schon sehr früh auf die Situation reagiert. Nun laufe der Betrieb wieder fast normal, sagte der Medizinische Vorstand, Professor Miachel Albrecht, der SZ. Verschobene Eingriffe würden „sukzessive nachgeholt, gestaffelt nach der Dringlichkeit.“ Gleichzeitig halte man Kapazitäten für Corona-Patienten vor, die insbesondere durch die Urlaubsrückkehrer zu erwarten sind. 

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