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Opfer erkennt Dieb beim Vorbeifahren

Nach einem 15.000-Euro-Bruch bei JJ-Bikes in Großschönau könnte ein Tattoo den Einbrecher verraten haben. Der Ladeninhaber sah ihn und rief die Polizei.

Jens Jankowski eröffnete am 6. April 2019 sein JJ-Bikes Trixi Store" im Trixi-Ferienpark in Großschönau.
Jens Jankowski eröffnete am 6. April 2019 sein JJ-Bikes Trixi Store" im Trixi-Ferienpark in Großschönau. ©  Rafael Sampedro (Archiv)

Freudig hat Jens Jankowski am Freitag aus der Sächsischen Zeitung erfahren, dass die Polizei zumindest einen der mutmaßlichen Diebe vom Sonntag, die in seinem Fahrradgeschäft "JJ-Bikes Trixi Store" im Trixi-Ferienpark sieben Fahrräder gestohlen hatten, geschnappt hat. "Da freut man sich schon", sagt er. 

Und wahrscheinlich hat Jens Jankowski der Polizei bei der Tätersuche sogar in doppelter Hinsicht geholfen. "Ich bin am Mittwoch durch Jonsdorf gefahren und da kam mir der Dieb in einem Auto entgegen", sagt er. Jens Jankowski ist sich zu 99 Prozent sicher, dass er es war. 

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Überwachungskamera zeigt Details

Mit einer seiner Überwachungskameras ist der Einbruch am Sonntag, um 5.32 Uhr, gefilmt worden. Bei einem Einbrecher ist dabei ein auffälliges Tattoo am Hals gut sichtbar. Der Mann, der ihm in Jonsdorf entgegenkam, hatte so ein Tattoo am Hals. 

Jens Jankowski hat sofort die Polizei angerufen. Und die sagte ihm, dass sie gleich in Richtung Grenze losfahren will. Hat die Polizei den Dieb dank dieses Zeugen-Hinweises gefasst?

Kein Dementi von der Polizei

Polizeisprecherin Anja Leuschner glaubt das nach Rücksprache mit den Beamten, die in dem Fall involviert sind nicht. "Die Festnahme war erst ein bis zwei Stunde später. Und die zwei Tatverdächtigen hatten einen roten Transporter - nicht das von Jens Jankowski beschriebene Fahrzeug. Aber das will nichts sagen. Dementieren will sie die Vermutung deshalb auch nicht so ganz. 

Zumal Jens Jankowski bei der Überführung der Täter trotzdem mitgeholfen hat. "Wir haben die Aufzeichnungen von seiner Überwachungskamera", schildert die Polizeisprecherin. Und durch ein Tattoo eines Mannes am Hals sind die Polizisten am Mittwochnachmittag auf die vermutlichen Täter aufmerksam geworden.

Die Beamten bemerkten den 35-jährigen tschechischen Tatverdächtigen und seinen 36 Jahre alten Landsmann sowie mutmaßlichen Komplizen auf dem Parkplatz eines Baumarktes an der Johann-Andreas-Schubert-Straße in Ebersbach. Die beiden Männer waren gerade in einen Ford gestiegen und fuhren in Richtung tschechischer Grenze. Die Kriminalisten folgten mit Blaulicht und Sondersignal. In Jirikov verursachten die Flüchtenden einen Unfall und versuchten, zu Fuß zu entkommen. Der 35-jährige ging den Ermittlern des Kommissariats Eigentum und Bandenkriminalität der Kriminalpolizeiinspektion ins Netz. 

Neben dem Diebstahl der Fahrräder werfen die Ermittler den beiden noch weitere Diebstähle in Baumärkten in Löbau und Ebersbach vor. Darüber hinaus steht der Gefasste im Verdacht, in Elektronikfachmärkten in Zittau gestohlen zu haben. Insgesamt gehen offenbar mindestens 30.000 Euro Stehlschaden auf das Konto der beiden Tschechen, berichtet die Polizeidirektion.

Wo sind die Fahrräder versteckt?

Die Kollegen der tschechischen Polizei haben den Tatverdächtigen inzwischen übernommen. Sein vorerst entkommener Komplize ist in Tschechien bereits polizeibekannt. Auch gegen ihn wird nun ermittelt , berichtet Anja Leuschner.  

Vier E-Bikes, zwei Mountainbikes und ein Kinderfahrrad haben die Einbrecher gestohlen. Und weil es wahrscheinlich sehr schnell gehen sollte, noch andere Fahrräder beschädigt. 15.000 Euro beträgt der Wert der Räder, schildert Jens Jankowski. In die Summe hat er die Schäden an den anderen Rädern bereits hinzugerechnet. Wie hoch der Sachschaden an der Eingangstür ist, kann er im Moment noch nicht sagen. 

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Obwohl die Tatverdächtigen bekannt sind beziehungsweise festgenommen wurden, fehlt von ihrer Beute immer noch jede Spur. "Wir wissen noch nichts über den Verbleib der gestohlenen Fahrräder", sagt Anja Leuschner. Jens Jankowski wird weiterhin interessiert die SZ lesen. Vielleicht steht bald drin, dass die Räder gefunden wurden.

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