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Optiker übergeben an dritte Generation

Heike und Jürgen Krause sind in die zweite Reihe gerückt. Tochter Sandra Altenburger ist jetzt die Chefin. Sie bringt neue Ideen mit.

Sandra Altenburger (vorn) hat das Optiker-Geschäft am Waldheimer Obermarkt von ihren Eltern übernommen. Heike und Jürgen Krause setzen sich aber nicht zur Ruhe. Sie treten nur in die zweite Reihe zurück.
Sandra Altenburger (vorn) hat das Optiker-Geschäft am Waldheimer Obermarkt von ihren Eltern übernommen. Heike und Jürgen Krause setzen sich aber nicht zur Ruhe. Sie treten nur in die zweite Reihe zurück. © optiker

Am Montag kommt der Maler. Im Prüfraum beginnend, kommt neue Farbe an die Decken und Wände des Geschäfts von Augenoptik Krause am Waldheimer Obermarkt. Doch darauf beschränkt sich der „frische Wind“ nicht, den Optikermeister Jürgen Krause (57) mit seiner Tochter als neuer Chefin in den Familienbetrieb einziehen sieht. „Geplant ist auch, neues Mobiliar für den Geschäftsbereich anzuschaffen“, erzählt er.

Seit 1. April und damit mitten in den anfänglichen Einschränkungen der Corona-Krise ist Sandra Altenburger an die erste Stelle in dem Familienbetrieb getreten. Obwohl ihre Eltern noch einige Jahre hinhaben bis zu Rente, haben sie der 33-Jährigen die Leitung des Geschäfts übertragen. „Wir wollten das nicht am Alter festmachen“, sagt Jürgen Krause. Seine Frau, die den Beruf ebenfalls von der Pike auf gelernt hat, und er würden gern in die zweite Reihe rücken, sich aber keinesfalls zurückziehen. „Wir werden wie gewohnt hier mitarbeiten“, so der 57-Jährige. 

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Außerdem zum Team gehört Mitarbeiterin Verena Voigtländer, und das schon seit 1993.Sandra Altenburger hat nach dem Abitur in Chemnitz eine Ausbildung zur Augenoptikerin absolviert, später die Meisterschule besucht und abgeschlossen. Außer in ihrem Lehrbetrieb hat sie in den vergangenen Jahren in einem Optikergeschäft in Dresden Erfahrungen gesammelt, war dort sogar als Filialleiterin eingesetzt. Mit ihrer Familie, zu der zwei Kinder gehören, kehrte sie nun in ihre Heimat zurück, lebt in einem Ortsteil von Leisnig.Dass Sandra Altenburger einmal in die Fußstapfen ihrer Eltern und ihres Großvaters Siegfried Scherf tritt, davon ist sie in ihrer Jugend nicht unbedingt ausgegangen. In der Berufsvorbereitung sei ermittelt worden, welcher Beruf für sie entsprechend ihrer Neigungen empfehlenswert ist. 

Dass der Vorschlag Optiker lautete, habe Heike und Jürgen Krause natürlich gefreut. Immerhin war damit die Weiterführung der Augenoptik-Tradition in dritter Generation möglich.Offen für Neues ist aber nicht nur die junge Generation. Heike und Jürgen Krause haben im vergangenen Jahr ein neues Messgerät angeschafft. Mithilfe des sogenannten DNEye-Scanners ist es möglich, eine Art Fingerabdruck des Auges zu erstellen. „Das wiederum ermöglicht Brillengläser herzustellen, die an jeder Stelle eine andere Stärke haben“, erklärt Jürgen Krause. Vordem seien die Gläser nach einem Standardauge gefertigt worden, die Berechnung dafür ging auf das 20. Jahrhundert zurück. „Nun kann die Brille genau auf das jeweilige Auge und dessen Bedürfnisse zugeschnitten werden“, veranschaulicht der Optikermeister.

 Er ist weiterhin vom neuen 3 D-Refraktionsgerät begeistert. „Mit diesem lässt sich erstmals das Sehen bei Dunkelheit unter reellen Bedingungen prüfen“, nennt er einen Vorteil. Der nächste sei, dass dies gleich bei der Anfertigung der Brillengläser berücksichtigt werden kann. Ein Wechsel der Brille ist dann nicht mehr notwendig.Ab Montag darf auch das Optikergeschäft am Obermarkt wieder regulär öffnen. In der Zeit der Einschränkungen waren die Öffnungszeiten reduziert, ohne dass Kunden mit Problemen das Nachsehen hatten.

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