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Optimal-Markt kämpft um Kunden

Corina Metzner bemüht sich um Parkplätze neben ihrem Schirgiswalder Geschäft. Sie baut auch den Lieferservice aus und hat weitere Pläne.

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

Es ist der Vorteil des Schirgiswalder Optimal-Marktes, dass er mitten im Stadtzentrum liegt, direkt an der Hauptstraße gegenüber des Rathauses. Doch das ist zugleich ein Nachteil. Denn im Gegensatz zu großen Einkaufsmärkten auf der grünen Wiese hat das Geschäft keinen eigenen Parkplatz. Die wenigen Stellflächen entlang der Straße sind meist belegt.

„Ohne Parkplätze haben wir keine Zukunft“, ahnt Corina Metzner, die den Optimal-Markt seit zweieinhalb Jahren betreibt. Denn sie beobachtet, dass die älteren Leute, die zu Fuß zum Einkaufen kommen, immer weniger werden. „Es ist ganz wichtig, dass wir jüngere Kunden dazugewinnen. Dafür brauchen wir Parkplätze“, sagt die Unternehmerin. Denn wer berufstätig ist, erledigt die Besorgungen meist auf dem Weg zur oder von der Arbeit und will dafür direkt am Geschäft parken, um die Einkäufe nicht weit schleppen zu müssen.

Platz ist auf einer Wiese neben dem Haus genug

Deshalb bemüht sich Corina Metzner darum, dass der Vermieter der Geschäftsräume, in denen sich einst eine Schlecker-Filiale befand, Pkw-Stellflächen anlegt. Von denen würde auch der benachbarte Blumenladen profitieren. Platz dafür ist auf einer Wiese neben dem Haus genug.

Auch sonst lässt die 32-Jährige nichts unversucht, um mehr Leute in ihr Geschäft zu locken, denn seit einiger Zeit registriert sie einen Rückgang der Kundenzahlen. Beratung und Unterstützung bekommt sie von der Industrie- und Handelskammer. „Da erhalte ich wertvolle Tipps, zum Beispiel zur Kalkulation“, ist die gelernte Einzelhandelskauffrau dankbar. Seit Kurzem hat sie einen neuen Hauptlieferanten. Dadurch gibt es jetzt wieder Werbeblätter und jede Woche Sonderangebote.

Produkte aus der Lausitz sind ihr wichtig

Corina Metzner ist ständig auf der Suche nach Waren, die das Angebot ihres Marktes ergänzen, in dem es Käse ebenso gibt wie Kerzen, Wurst ebenso wie Wein, Getränke ebenso wie Geschirrspülmittel – um nur einige Beispiele aufzuzählen. Ganz neu im Angebot ist ein Sortiment von Süßigkeiten, die aus DDR-Zeiten bekannt sind. Großen Wert legt die Händlerin auf Produkte aus der Lausitz. In den Regalen finden sich zum Beispiel Nudeln aus Wehrsdorf, Äpfel und Marmeladen von Stolle-Obst aus Schirgiswalde und Honig von der Imkerei Lohse aus Putzkau. Weitere regionale Waren sollen hinzu kommen.

Ältere Kunden nutzen gern den Lieferservice

Ausbauen möchte die Händlerin, die in Neukirch wohnt, auch den Kreis der Kunden, die beliefert werden. Mehrere ältere Leute nutzen diesen Service. Ebenso lassen sich einige Kitas Getränke sowie die Lebensmittel für Frühstück und Vesper bringen. Auch zum Schirgiswalder Altenheim fährt der Transporter vom Optimal-Markt. „Ich hoffe, dass noch weitere Einrichtungen oder Unternehmen und vielleicht auch Gaststätten dazu kommen“, sagt Corina Metzner, die dafür das Lager des Marktes vergrößert hat. Das Ausliefern erledigt ihr Mitarbeiter Ronny Hubrich. Er ist ebenso wie Helga Schreiber stundenweise beschäftigt. „Ich bin den beiden sehr dankbar, dass sie während der langen Zeit, in der ich krank war, weil ich wegen Krebs zweimal operiert werden musste, das Geschäft so gut geführt haben. Sie sind absolut zuverlässig und sehr einsatzbereit“, sagt Corina Metzner. Dankbar ist sie auch ihrer Familie, die hilft, wo sie kann. Mutter und Schwiegermutter packen zum Beispiel immer mit an, wenn Ware einzuräumen ist.

Traumberuf Verkäuferin

„Während meiner Krankheit konnten wir nicht so viel bestellen, aber jetzt ist alles wieder gut, und die Regale sind wieder voll“, berichtet die lebhafte blonde Frau, die von Kindheit an nichts anderes werden wollte als Verkäuferin. Nach der Ausbildung fuhr sie erst mit einem Verkaufswagen über Land, arbeitete danach drei Jahre in Österreich bei einer Handelskette und kehrte dann in die Heimat zurück. Doch obwohl sie unter anderem als stellvertretende Filialleiterin eines Lebensmittelmarktes eingesetzt wurde, bekam sie immer nur befristete Arbeitsverträge. Als sie schließlich ohne Job dastand, machte sie sich selbstständig, indem sie den Schirgiswalder Laden vom Vorgänger übernahm.

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