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Orgis-Rennstall trotzt Corona

Zwei Brüder und ihre Crew aus Striegistal mussten ihre ehrgeizigen Saisonpläne wegen der Pandemie anpassen. Die ersten Rennen machen aber Hoffnung.

Anschieben unter erschwerten Bedingungen: Der „Testlauf“ in Portugal lief für das ORM-Orgis Racing Management zufriedenstellend.
Anschieben unter erschwerten Bedingungen: Der „Testlauf“ in Portugal lief für das ORM-Orgis Racing Management zufriedenstellend. © ORM

Striegistal. Die Ambitionen und Ansprüche an die eigene Leistung waren hoch. Nachdem Kevin und Leon Orgis aus Striegistal im letzten Jahr in der „FIM CEV REPSOL Moto2 European Championship STK 600 2019“ die kräftezehrende Saison auf dem vierten und fünften Platz beendeten, wollte das Duo der Bike-Enthusiasten 2020 „so richtig durchstarten“, wie es Vater Rene formulierte. 

Kevin auf einer neuen Maschine. „Ich bin total happy, dass ich mit dem Team Pinamoto RS in der Moto2 EM auf einer Suter an den Start gehen werde“, verlautete er gleich zu Jahresbeginn. „Ich kann’s kaum erwarten, die ersten Runden mit diesem Bike drehen zu können.“

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Doch Corona machte den ehrgeizigen Plänen des „ORM-Orgis Racing Management“ zumindest vorerst einen dicken Strich durch die Rechnung. Immerhin konnten vor der Zwangspause noch ein paar Runden auf einem Kurs in Spanien gedreht werden. Doch dann war lange Zeit so gut wie nichts möglich. 

„Alle Strecken waren zu“, blickt Rene Orgis zurück. Zwar wurden im Rennstall so gut wie möglich die technischen Voraussetzungen an den Maschinen geschaffen. Doch fahrerisch „ging die Vorbereitung gegen Null“. Als es dann zaghaft wieder nach draußen ging, seien die Jungs "ein bisschen Supermoto" gefahren.

Verspäteter Rennbeginn

Im Juli gab es dann doch den verspäteten Rennbeginn. „Es grenzt schon an ein kleines Wunder, dass die Wettkämpfe stattfinden“, beschreibt Rene Orgis die Situation. Denn für das Management und die gesamte Crew stehen jeweils einige Zusatzthemen für die Reisen nach Portugal oder Spanien auf dem Programm: Corona-Tests, die Buchung von Flügen und Hotels vor Ort.

Dennoch: Zwei Stationen mit fünf Rennen sind im Juli gut über die Bühne gegangen. Kevin Orgis konnte im portugiesischen Estoril in seinem ersten Moto2-Rennen Platz 14 ins Ziel bringen und damit auf Anhieb in die Punkte fahren. 

Im zweiten Lauf fuhr er sogar bis auf Rang zehn vor, musste aber nach Problemen mit der Kupplung seiner Suter vorzeitig in die Box. Bruder Leon konnte in der STK600-Klasse beide Läufe solide auf Platz vier beenden. „Das ist ganz okay so“, sagt Vater Rene.

Eine Woche später wartete in Portimão eine für ORM völlig neue Strecke „und eine wahre Achterbahn“. Kevin hatte im zweiten Lauf erneut Probleme mit der Technik, verteidigte in der Gesamtwertung den 17. Platz. Leon wurde zweimal Vierter, ist Gesamtdritter. Die Richtung stimme, sagt Vater Rene. Denn Leon habe durchaus das Zeug dazu, mit um den Sieg zu fahren.

Noch acht Wertungsrennen geplant

Vielleicht klappt das ja schon beim nächsten Rennwochenende in knapp zwei Wochen im spanischen Jerez. Kevin will dann endlich dorthin fahren, wo er sich eigentlich sieht: unter die ersten Zehn. „Jerez ist eine reine Motorradstrecke, die wir kennen und die ihm liegt“, gibt sich Rene Orgis zuversichtlich.

Insgesamt sind für die laufende Saison noch acht Wertungsrennen vorgesehen. Von den Veranstaltern sind sie so geplant, dass immer zwei oder auch drei Wettbewerbe an einem Wochenende gefahren werden.

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Die Saison, da ist sich Rene Orgis sicher, wird kein Zuckerschlecken. „Da müssen alle mitziehen“, sagt er - von der Familie bis hin zu den Mechanikern. Und natürlich die Jungs selbst. „Wenn sie den Helm auf den Kopf haben, braucht es 100 Prozent“, fordert der väterliche Manager seit jeher von allen Beteiligten.

Dass die laufende Saison noch einen Zacken „schärfer“ als die vor einem Jahr wird - damit war angesichts Corona wahrlich nicht zu rechnen. Doch ORM hat sich durchgeboxt.

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