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Orion, der Himmelsjäger

Der Orion ist in diesen Wochen auch von Laien gut mit bloßem Auge zu beobachten. Das Sternbild birgt Superlative.

Von Wolf Dieter Liebschner

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Neue Motoren, neue Fahrer, ein neues Team und ein neuer Hersteller – die DTM ist vom 23. bis 25. August zurück am Lausitzring und war noch nie besser. 

Er hatte einen Traum. Und diesen Traum erzählt Ulf Peschel, der Leiter der Radebeuler Sternwarte, auch gern den Besuchern. „Ich sah an einem Abend den Stern Beteigeuze, der zum Orion gehört, als Supernova  verglühen.  Am nächsten Morgen bin ich zur Sternwarte gegangen und habe die Beteigeuze auf einer Darstellung abgeklebt. Der Stern war ja nicht mehr vorhanden.“

Der Traum wird jedoch für Peschel und und auch für uns Zeitgenossen nie Realität. Zwar sagt Peschel, dass die Beteigeuze an ihrem Ende steht und deshalb „demnächst“ als Supernova explodieren werde. Doch das heißt in der Begriffswelt der Astronomen „in wenigen Millionen Jahren“. Und weil die Beteigeuze so groß ist, endet sie als Schwarzes Loch. Der linke Schulterstern des Orion, ein sogenannter Roter Überriese, ist einer der größten bekannten Sterne. Stünde sie an der Stelle der Sonne, würde sie bis zur Jupiter-Bahn reichen. Die Erde würde sich dann inmitten des Sterns befinden.

Sternwartenchef Peschel bezeichnet den Orion als „eines der schönsten Sternbilder überhaupt“. Das klassische Wintersternbild erscheint in den Abendstunden und ist über die gesamte Nacht hinweg gut sichtbar. Noch im Sommer ist der Orion in den frühen Morgenstunden zu sehen.

Auch der Rigel, der rechte Fußstern des Orion, verkörpert einen weiteren Superlativ. „Er leuchtet blau, das deutet auf eine extrem heiße Oberfläche hin“, so Peschel. Mit einer Temperatur von 28 000 Grad Celsius übertrifft er die Sonnentemperatur von 6 000 Grad bei Weitem. Auch der mittlere Gürtelstern Alnilam ist nicht ohne. Mit dem 50-fachen Gewicht der Sonne ist er einer der massereichsten Sterne.

Sterne verschwinden nicht nur, sie entstehen auch. Unter anderem im Sternbild Orion. Unterhalb der Gürtelsterne befindet sich der Orionnebel. Er ist bei guten Witterungsbedingungen auch mit bloßem Auge zu erkennen. Peschel bezeichnet diesen Nebel als riesige Sternentstehungsregion. „Hier werden neue junge Sterne gebildet.“ Deren Anzahl beziffert er mit „etwa 10 000 Sternen von Sonnengröße“.

Unsichtbar für den Laien ist der imposante Pferdekopfnebel, der sich ebenfalls in Richtung der Gürtelsterne befindet. „Er ist ein rein fotografisches Objekt für Astronomen“, erklärt Peschel. „Dieser Nebel ist eine aus Staub bestehende Dunkelwolke.“ Dieser Umstand lässt auch Astronomen an ihre Grenzen stoßen. Der Pferdekopfnebel lässt sich zwar fotografieren, was er verbirgt, ist allerdings unbekannt. „Die dahinter liegenden Sterne können den Nebel mit ihrem Licht nicht durchdringen“, erklärt Peschel.

Faszinierend findet Peschel das Sternbild Orion auch wegen der Mythen, die sich darum ranken. In einer von vielen Überlieferungen brüstete Orion sich damit, der größte Jäger der Welt zu sein, was ihm von Zeus‘ Ehefrau Hera verübelt wurde. Sie sandte einen Skorpion aus, der Orion einen tödlichen Stich zufügte. Gott Zeus versetzt daraufhin sowohl Orion als auch den Skorpion an den Himmel. Wo die beiden Kontrahenten niemals zusammenfinden können. Denn wenn das Sternbild Skorpion im Osten aufgeht, muss Orion das Firmament im Westen verlassen.

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