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Ortsbeirat lehnt Tempo 50 in der Peschelstraße ab

Die Sicherheit an der Kreuzung zur Leipziger Straße soll verbessert werden. Jedoch nicht auf Kosten der Anwohner.

So einig waren sich die Pieschener Ortsbeiräte schon lange nicht mehr. Einstimmig lehnten sie in ihrer Sitzung am Dienstagabend die geplante Sanierung der Kreuzung Leipziger Straße/Am Trachauer Bahnhof/Peschelstraße ab. Grund: Das Vorhaben, welches die Stadt rund 300 000 Euro kosten wird, ist für die Ortsbeiräte eine Mogelpackung. Einerseits sollen zusätzliche Ampeln an der Leipziger Straße für mehr Verkehrssicherheit an der Kreuzung sorgen. Andererseits plant die Stadt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Peschelstraße, im Abschnitt zwischen Leipziger und Rankestraße, von derzeit 30 Kilometern pro Stunde auf 50 anzuheben. Zudem soll in der Straße ein Parkverbot angeordnet werden.

Anwohner und Ortsbeiräte befürchten, dass die Peschelstraße für Auto- und Lkw-Fahrer dadurch noch attraktiver und die Verkehrssicherheit dort eher abnehmen wird. Der Unfallschwerpunkt werde nur verlagert, so der Tenor. Der zuständige Fachplaner André Zschoge hielt dagegen, dass die Stadt auch beabsichtige, einen Zebrastreifen in Höhe des Spielplatzes an der Ecke zur Baudissinstraße zu installieren. Deshalb werde auch das Parkverbot angeordnet. Schließlich böte ein Zebrastreifen die sicherste Möglichkeit, eine Straße zu überqueren. Doch auch diese Idee lehnten die Ortsbeiräte ab. „Hier werden zwei Sachen miteinander vermischt“, sagte Ortsbeirat Timm Meike (SPD). Veit Böhm (CDU) ergänzte: „Außerdem fallen wichtige Parkplätze weg.“

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Zschoge hingegen verteidigte den geplanten Umbau und ergänzte, dass die Peschelstraße schon seit 2001 Hauptstraße sei. Die Erhöhung des Tempolimits sei dem Status der Straße geschuldet. „Außerdem heißt das ja nicht, dass die Höchstgeschwindigkeit auch als Richtgeschwindigkeit gilt“, sagte er. Dafür erntete er in der Sitzung jedoch nur Lacher.

Anwohner Jörg Melzer wollte von Zschoge wissen, ob die Stadt die Unfallursachen an der Kreuzung zur Leipziger Straße untersucht hätte. Seine Erfahrung zeige, dass die Ampeln um fünf Sekunden zeitversetzt umschalten und dadurch Unfälle programmiert seien. Der Fachplaner versicherte, dass eine Unfallkommission die Kreuzung untersucht habe, notierte jedoch Melzers Hinweis. (kah)