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Höhere Mieten in den Ortschaftszentren

Neißeaue will die Kosten für das Nutzen anheben und damit auf ein einheitliches Niveau bringen. Das trifft besonders die Vereine hart.

Das Ortschaftszentrum in Zodel steht neben Schule und Kindergarten. Hier ist die Auslastung der beiden Räume mit 25 Prozent am niedrigsten in der Gemeinde Neißeaue.
Das Ortschaftszentrum in Zodel steht neben Schule und Kindergarten. Hier ist die Auslastung der beiden Räume mit 25 Prozent am niedrigsten in der Gemeinde Neißeaue. © André Schulze

Ende März sollte entschieden werden, was die Nutzung der Ortschaftszentren in der Gemeinde Neißeaue künftig für Bürger, Vereine und Interessengruppen kostet. Aber die Corona-Krise verhinderte ein Zusammenkommen der Gemeinderäte, die Beschlussfassung wurde vertagt. Ursprünglich sollten die neuen Preise ab dem 1. Juli gelten.

Die Raummieten in den Ortschaftszentren beschäftigen die Gemeinde und ihren Rat schon seit längerem. Und das aus mehreren Gründen. Bürgermeisterin Evelin Bergmann sagt: "Als Gemeinde schießen wir jedes Jahr rund 18.000 Euro an Betriebskosten und für den Unterhalt der Ortschaftszentren zu. Das können wir uns nicht mehr leisten."

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Unterschiedliche Auslastung in den Orten

Hinzu kommt, dass die Begegnungsstätten in den Ortschaften recht unterschiedlich frequentiert sind. Über jedes Zentrum wird Buch geführt und wer sich den Schlüssel für die Räume holt, wird darin eingetragen. Daran lässt sich ausrechnen, wie die Auslastung der einzelnen Objekte ist und anhand der gezahlten Miete, wie viel von den Betriebskosten gedeckt werden. Dabei kommt die Gemeinde auf eine Deckung zwischen 25 und 40 Prozent.  

Sorgenkind ist das Ortschaftszentrum Zodel, genauer gesagt der große Raum. Dieser wurde im vergangenen Jahr unter zehn Mal für Feiern und andere Anlässe genutzt. Im Ortschaftsrat Zodel gibt es die Überlegung und den Vorschlag, sich von diesem Raum ganz zu trennen und nach einigen baulichen Veränderungen darin die Gemeindeverwaltung unter zu bringen. Das hätte den Vorteil, so Ortschaftsratsvorsitzender Peter Pruschwitz, dass das Ortschaftszentrum besser ausgelastet ist und die Gemeinde könnte sich von dem jetzigen Sitz und der Immobilie in Groß Krauscha trennen. Zumal es in dem Zentrum noch einen kleineren Raum zu mieten gibt.

Gemeinde hält an ihren Zentren fest

Von dem Umbau in Zodel mal abgesehen, gibt es aber keine Überlegungen, sich von den Ortschaftszentren zu trennen. "Für jeden Ort sind sie Anlaufpunkt und Stätte der Begegnung. Wir können unseren Senioren nicht zumuten, dafür in einen anderen Ort zu fahren", argumentiert die Bürgermeisterin. Um diese Angebote für Deschka, Kaltwasser, Groß Krauscha und Zodel  auch künftig machen zu können, müssen die Nutzer mehr zur Kasse gebeten werden. Derzeit können ortsansässige Vereine die Räume kostenlos nutzen. Fortan sollen sie die Hälfte der Miete tragen. 

Von der Verwaltung ist vorgeschlagen, dass für die beide Räume in Groß Krauscha 40 beziehungsweise 70 Euro zu zahlen sind. In Kaltwasser 60 Euro, in Deschka und Zodel jeweils 70 Euro und für den großen Raum in Zodel 110 Euro. Der Betrag bezieht sich auf eine Nutzung pro Tag. Grundlage dieser Summen ist, dass die bisherigen Quadratmeterpreise, die zwischen 32 und 50 Cent liegen, auf 50 Cent vereinheitlicht werden. Das würde der Gemeinderat mittragen, wie die bisherigen Diskussionen zeigen.   

Sonderregelung für Vereine

Die aktuellen Mieten als Grundlage, steigen mit der Erhöhung bis um die Hälfte der heutigen Mieten. Hart getroffen fühlen sich dabei die Vereine, die die Mehrkosten nur durch höhere Mitgliedsbeiträge aufbringen können. Gemeinderat Per Wiesner appellierte daran, die Vereine finanziell überschaubar zu belasten. Er selbst ist im Vorstand des Krauscha-Vereins, der regelmäßig das Ortschaftszentrum Groß Krauscha nutzt. Andere Vereine sind nur einmal im Jahr in den Zentren,  zu ihrer Jahreshauptversammlung. So gesehen hat die Gemeinde Neißeaue noch Klärungsbedarf bei den Kosten, die die Vereine zu tragen haben.      

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