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Dresden

Freie Bahn auf der Oskarstraße

Endlich rollt der Linienverkehr auf der neuen Trasse in Dresden. Doch ganz abgeschlossen sind die Arbeiten dort noch nicht. 

Alte und neue Straßenbahnen trafen sich zur Eröffnungsfeier der Oskarstraße am Haltepunkt Strehlen. Ab sofort rollt dort der Linienverkehr.
Alte und neue Straßenbahnen trafen sich zur Eröffnungsfeier der Oskarstraße am Haltepunkt Strehlen. Ab sofort rollt dort der Linienverkehr. © René Meinig

Die gelbe Sonnenblume im Strauß von Christine Riegel passte perfekt zur gelben Straßenbahn. Die Strehlenerin, die als Luise von Toscana Gäste durch Dresden führt, hatte einen Strauß mit gebracht. Es war ihr wichtig, den Verantwortlichen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) zu danken. Vorstand Andreas Hemmersbach drückte sie den Strauß unter dem Beifall der rund 250 Gäste in die Hand. „Ich bin froh, dass die Ersatzbusse jetzt nicht mehr fahren müssen“, sagte sie dazu, denn die seien doch recht laut gewesen. Jetzt fahren die Straßenbahnen wieder durch Strehlen. Nicht mehr auf der Wasastraße, sondern auf den neuen Trasse, die vom Wasaplatz durch die Oskarstraße zur Tiergartenstraße führt.

Für die DVB endet damit ein Großprojekt, dass das Unternehmen ein Jahr länger als geplant beschäftigt hat. Eigentlich sollten die Bahnen schon im Frühsommer 2018 auf der neuen Strecke fahren. Doch ein Baustopp, bedingt durch einen Verfahrensfehler in der Landesdirektion Sachsen, führte zu einem 14-monatigen Baustopp. So wurde die Strecke nicht nur später fertig, sondern auch erheblich teurer. 30 Millionen Euro hat das Gesamtprojekt gekostet, 7,3 Millionen mehr als ursprünglich berechnet.

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Ab sofort halten die Straßenbahnlinien 9 und 13 am S-Bahnhof Strehlen. Außerdem kehren die Buslinien 61, 63, 75 und 85 auf ihre Standardstrecken zurück. Für die Verkehrsbetriebe ist das eine deutliche Entlastung. „Für den Umleitungsverkehr brauchten wir 20 Busfahrer. Die sind jetzt wieder frei, für den Straßenbahnverkehr brauchen wir zehn Fahrer“, erklärte DVB-Vorstand Lars Seiffert.

„Das ist hier nicht frei von Schmerz vonstattengegangen“, fasste sein Kollege Andreas Hemmersbach die Bauzeit zusammen. Bis zuletzt war es eng, auch die Hitze in der vergangenen Woche hat den Bauleuten zu Schaffen gemacht. Und fertig ist noch längst nicht alles. Noch fehlen die Haltestellenhäuschen am Strehlener Bahnhof. Die Firma, die sie bauen sollte, ist pleite gegangen. Im November sollen nun die neuen Unterstände fertig sein. Bis dahin bieten mobile Unterstände Schutz bei Regen. Aber auch sie fehlten noch beim Eröffnungstermin. An den Fußwegen wird noch gearbeitet, Bäume müssen noch eingesetzt und das Hochbeet auf dem Gustav-Adolf-Platz bepflanzt werden. Auch der Wasaplatz ist noch nicht fertig. Im nächsten Jahr steht dann noch der Ausbau der Gleise auf der Wasastraße an. Sie soll parallel dazu erneuert werden.

Auch neben der Haltestelle wird noch gebaut. Im ehemaligen Bahnhof Strehlen, den Friedrich Geise, der Chef der benachbarten Firma ABG gekauft hat, entsteht eine neue Konsum-Filiale. Allerdings kein reiner Supermarkt, „Genusskultur“ hat Chef Martin Behrendt auf seiner Visitenkarte stehen. Dort wird künftig auch gekocht, mitten im Konsum entsteht eine offene Küche. Ende Juli soll der neue Laden eröffnet werden. Den ersten Stock des Ex-Bahnhofs bezieht Geises Firma, drüber bekommen die DVB-Mitarbeiter eigene Räume.

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Robert Schwenzer gehört zu den unmittelbaren Nachbarn der neuen Umsteigehaltestelle in Strehlen. Er ist 22 und studiert Verkehrsingenieurwesen. Schwenzer wohnt in einem Neubau gleich neben der neuen Straßenbahnhaltestelle am S-Bahnhof Strehlen. „Ich hatte Ausblick auf die Baustelle und verfolge die Arbeiten seit Monaten“, erzählte er. Per Mail hatte er sich um einen besonderen Auftritt an diesem Tag beworben. Schwenzer fährt nebenbei Straßenbahn. Er durfte die erste Stadtbahn Stadtbahn über die neue Strecke fahren. Ein Dienst in DVB-Uniform im Blitzlichtgewitter.

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