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Oßling bekommt eine neue Schule

Immer mehr Anmeldungen, zu wenig Platz: Die evangelische Bildungseinrichtung muss handeln - und plant einen besonderen Neubau.

So soll die neue Mittelschule in Oßling aussehen - ein Bau mit viel Holz und einem umweltfreundlichem Ambiente.
So soll die neue Mittelschule in Oßling aussehen - ein Bau mit viel Holz und einem umweltfreundlichem Ambiente. © Visualisierung: Planungsbüro Gumpert

Oßling. Die Zahl der Anmeldungen an der Christlichen Grundschule und der Evangelischen Mittelschule in Oßling wächst stetig. Bereits im gerade zu Ende gegangenen Schuljahr reichte der Platz im eigenen Schulhaus an der Wittichenauer Straße nicht aus. Der Altbau platzt aus allen Nähten, der freie Träger - die Christliche Schulhaus Gesellschaft Oßling - muss handeln. 

Und das will er auch. "Wir wollen vielen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, in unserem Haus zu lernen", erklärt Geschäftsführer Henry Nitzsche das Anliegen des freien Trägers. Doch in der gegenwärtigen Situation ist das nicht immer möglich. Von den Bewerbungen um einen Platz in der Schule müssen etwa 20 Prozent abgelehnt oder - gerade bei Schulanfängern - zurückgestellt werden. 

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Mit dem neuen Schuljahr gibt es vier Klassen in der Grundschule und acht Klassen in der Mittelschule. Die achten und neunten Klassen sind zweizügig. Insgesamt lernen an der Freien Schule in Oßling etwas 250 Mädchen und Jungen.  

Die logische Konsequenz ist für Henry Nitzsche und seine Mitstreiter ein Neubau - eine Konsequenz, die schon seit 2018 in den Köpfen festsitzt. Jetzt nehmen die Planungen konkrete Züge an. Oßling bekommt eine neue Mittelschule - einen Neubau, der etwa 4,6 Millionen Euro kostet.  

Ein Türmchen als besonderer Hingucker

Der freie Träger erwarb schon 2018 für den geplanten Neubau ein Grundstück an der Wittichenauer Straße, ziemlich am Ortsausgang. Es hat eine Fläche von rund 4.000 Quadratmetern. Bereits damals begannen die konkreten Planungen. Die neue Mittelschule soll einzügig laufen, also Zimmer für die Klassen 5 bis 10 bieten. Dazu kommen Fachkabinette, eine Bücherei, ein Speiseraum, ein Andachtsraum, ein Raum der Stille und ein Schulhof.  Eine Fußbodenheizung soll für die Wärme sorgen. Ein besonderer Hingucker soll ein kleines Türmchen mit Uhr und Kreuz werden. Insgesamt kommt das Gebäude auf eine Größe von etwa 2.000 Quadratmeter.

Und es gibt noch eine  Besonderheit bei diesem Schulneubau. Das Gebäude wird aus Holz gebaut. Es wird ökologisch und klimafreundlich sein. "Wir wollen Nachhaltigkeit mit Bildung und Zukunft verbinden. Außerdem ist es für freie Schulen wichtig, ein Alleinstellungsmerkmal zu finden, das uns neben bestimmten Inhalten von anderen Schulen unterscheidet", so Henry Nitzsche.   

Von den 4,6 Millionen Euro Investitionskosten sollen 60 Prozent vom Freistaat Sachsen gefördert werden. Das restliche Geld kommt vom freien Träger selbst, der dafür einen Kredit aufnehmen muss. Bis Ende August sollen die Kostenpläne stehen und alle Unterlagen, auch die für die Kreditbewilligung, eingereicht sein. Nitzsche hofft mit einer Fördermittel-Zusage im ersten Quartal des kommenden Jahres. Auch der Kredit müsste bis dahin bewilligt sein. Geht alles nach Plan, könnte im April oder Mai 2021 der erste Spatenstich für die neue Mittelschule erfolgen. 

Unterricht im Container ab kommenden Schuljahr

Bis Kinder dann dort lernen können, wird also noch einige Zeit vergehen. Bis dahin muss der Schulbetrieb im sanierten Altbau seinen geregelten Gang gehen. Das ist in der aktuellen Situation mit dem Platzmangel nicht immer einfach. "Bereits im vergangenen Schuljahr haben wir drei Zimmer in der staatlichen Schule gemietet", erklärt Henry Nitzsche. Das werde auch erst einmal so bleiben.

Dazu kommt ab Ende August ein Container für eine Klasse, der bereits jetzt auf dem Gelände der Freien Schule steht. Mit einer kleinen Container-Party wurde erst vergangene Woche das alte Schuljahr verabschiedet. "Ohne diese vier zusätzlichen Räume wäre ein normaler Schulbetrieb nicht möglich", so Nitzsche.     

Um genügend Bewerbungen für einen Platz an der Schule muss man sich in Oßling keine Sorgen machen. Der Einzugsbereich ist groß. Die Kinder kommen aus dem Ort selbst, aber auch aus Wittichenau, Bernsdorf, Kamenz, Wiednitz, Hoyerswerda und sogar aus dem brandenburgischen Hosena. Um die Kinder in die Schule und wieder nach Hause zu bekommen, wurde sogar ein eigener Fahrdienst eingerichtet. Mit mehreren Kleinbussen und Autos werden die Mädchen und Jungen abgeholt - auch ein Kriterium, das Eltern in ihre Überlegungen bei der Schulwahl mit einbeziehen.

Von Schülern getrennt, die sich nicht an Regeln halten

Doch das ist es nicht allein. Bei der Oßlinger Schule handelt es sich zwar um eine christliche Schule, aber die Schüler müssen nicht Mitglied einer Kirche sein, um dort zu lernen. "Uns kommt es auf soziale Kompetenz und den Willen zum Lernen an", erklärt Nitzsche. Deshalb werden vor der Schulaufnahme Gespräche mit Kindern wie auch Eltern geführt. Und man habe sich auch schon von Schülern getrennt, die sich nicht an die Regeln gehalten haben. 

Jetzt genießen Schüler wie Lehrer erst einmal die Ferien. Am 31. August geht es dann wieder in die Schule. Dann wächst auch die Vorfreude auf das Projekt Neubau. 

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