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Deutschland & Welt

Ost-Jugend sucht ihr Glück noch immer im Westen

Einer Allensbach-Studie zufolge sind ein Drittel der Jugendlichen bereit, für Ausbildung oder Studium wegzugehen. Im Westen sieht es anders aus.

Jugendliche in Ostdeutschland sind bereit, für ihren Job in den Westen umzuziehen.
Jugendliche in Ostdeutschland sind bereit, für ihren Job in den Westen umzuziehen. © Christin Klose/dpa

Berlin. Als die Mauer fiel, waren sie noch nicht geboren. Die heute 15- bis 24-Jährigen sind im wiedervereinigten Deutschland aufgewachsen – aber spüren noch immer die wirtschaftliche Kluft zwischen Ost und West. In Ostdeutschland schätzen 42 Prozent der jungen Menschen ihre Zukunftsperspektiven als ungünstig ein, während das im Westen gerade einmal auf 19 Prozent zutrifft. Das zeigt eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) und der Hertie School of Governance im Auftrag von McDonalds.

Für die Untersuchung haben Experten rund 1.600 der 15- bis 24-Jährigen befragt. Neben den allgemeinen Sorgen und Ängsten der jungen Generation haben sie dabei erstmals auch untersucht, wie sich die gesellschaftlichen und beruflichen Erfahrungen der jungen Menschen im Osten und Westen unterscheiden.

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Der Untersuchung zufolge sprechen aus der Sicht der Nachwuchskräfte nahezu alle Faktoren, die die Arbeitswelt betreffen, für Westdeutschland. Fast 70 Prozent glauben zum Beispiel, dort mehr verdienen zu können. 63 Prozent gehen davon aus, dass das Angebot an Arbeitsplätzen im Westen höher ist als im Osten. Und 54 Prozent vermuten die interessanten Unternehmen eher in West- als in Ostdeutschland. Umgekehrt spricht dagegen aus Sicht der Jugendlichen kaum etwas für Ostdeutschland. Lediglich beim bezahlbaren Wohnraum und bei der Kinderbetreuung sieht die junge Generation den Osten derzeit vorne.

Noch keine gleichartigen Lebensverhältnisse

Dabei nehmen die Nachwuchskräfte aus Ostdeutschland die Kluft viel stärker wahr als ihre Altersgenossen West. Während im Westen nur 44 Prozent glauben, dass sich die Lebensverhältnisse noch unterscheiden, sagt das im Osten mehr als die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen. „Ganz offensichtlich ist es Wirtschaft und Politik bisher nicht gelungen, die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geforderten gleichartigen Lebensverhältnisse in allen Regionen herzustellen“, schreiben die Autoren. So kommt es, dass viele junge Menschen den Osten verlassen. Während im Westen gerade mal 19 Prozent für den Job, die Ausbildung oder das Studium in eine andere Region umziehen, trifft das im Osten auf ein Drittel der Nachwuchskräfte zu. Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung verlassen junge Menschen also den Osten, um im Westen ihr Glück zu suchen.

Dabei zeigt die Studie auch: Sie tun das in der Regel nur, weil sie in ihrer Heimat keine gute Perspektive für sich sehen. Denn viele junge Menschen würden durchaus gerne im Osten bleiben, wenn ihre Chancen dort ähnlich gut wären. Bundesweit sind die 15- bis 24-Jährigen nämlich tendenziell heimatverbunden. Im Osten sagen knapp 60 Prozent, sie würden gerne in ihrer Heimat bleiben, wenn es die äußeren Umstände erlauben würden. (SZ/cn)

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