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Ostdeutschen ist Klimaschutz nicht egal

Eine Umfrage des Energieversorgers EnviaM zeigt: Die Bekämpfung von C02-Emissionen bleibt trotz Corona-Krise die dringendste politische Aufgabe.

Photovoltaikanlagen erzeugen Strom und schützen das Klima.
Photovoltaikanlagen erzeugen Strom und schützen das Klima. ©  dpa/Sebastian Gallnow (Symbolbild)

Dresden. Ostdeutsche gelten bei Umweltschützern und in westdeutschen Medien gern als Klimaschutzmuffel, die an dem Thema wenig interessiert sind. Dass dies ein Klischee ist, welches nicht zutrifft, beweist eine Umfrage im Auftrag des Energieversorgers EnviaM in Chemnitz.

Für 63 Prozent der Ostdeutschen und 66 Prozent der Westdeutschen hat der Klimaschutz auch in Zeiten der Covid-19-Pandemie eine unverändert hohe Priorität. So das Ergebnis einer Befragung von jeweils 1000 Menschen in Ost- und Westdeutschland. „Die Ostdeutschen sind keine Klimaschutzgegner. Diese gefühlte Wahrnehmung haben wir nun eindeutig widerlegt“, betonte EnviaM-Vorstandschef Stephan Lowis am Donnerstag bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse.

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Junge Menschen finden Klimaschutz wichtiger als Corona

Für die jüngere Generation ist die Bekämpfung von CO2-Emissionen sogar wichtiger als die Bekämpfung von Corona. Und diese Meinung ist im Osten stärker verbreitet als im Westen. 26 Prozent der ostdeutschen Befragten zwischen 18 und 24 Jahren sagen, Klimaschutz ist wichtiger als Corona. In Westdeutschland sagen das nur 17 Prozent der Gleichaltrigen.

Insgesamt bleibt für die Mehrheit der Deutschen laut der Umfrage der Klimaschutz trotz der Pandemie die dringendste politische Aufgabe. Mehr als jeder dritte  Befragte meint, dass hier rasch gehandelt werden müsse. Soziale Absicherung und Arbeitsplatzbeschaffung gelten als weniger wichtige Aufgaben.

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„Dies ist eine klare Ansage an die Politik. Sie zeigt, wie ernst die Bevölkerung das Thema Klimaschutz nimmt“, so Lowis. Er plädiert dafür, die Grünstromproduktion nicht als Belastung, sondern als Chance zu sehen. Der EnviaM-Chef ist davon überzeugt, dass sich Unternehmensansiedlungen künftig stärker danach ausrichten werden, wo sich klimaschutzneutrale Produktionsprozesse aufsetzen lassen. Der Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin ist ein prominentes Beispiel. Der amerikanische Elektro-Autobauer habe sich nicht nur wegen Subventionen für Brandenburg entschieden, sondern weil es dort auch ausreichende Kapazitäten von Ökostrom gib, so Lowis. 

Das in Chemnitz ansässige Unternehmen versorgt in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nach eigenen Angaben mehr als 1,3 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Dienstleistungen.

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