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Osterhase vor der Haustür

Nach jahrelanger Pause gestaltet Dagmar Vogel aus Hartau wieder ihren Vorgarten mit Ostermotiven. Schuld ist ein Verein.

© Matthias Weber

Von Elke Schmidt

Hartau. Ein bisschen stolz ist sie schon. Immerhin hat Dagmar Vogel viele Stunden Arbeit in ihre Osterhasenfamilie gesteckt. Vier große Hasen sitzen im Vorgarten an der Oberen Dorfstraße in Hartau auf einer Bank. Warm eingepackt liegt daneben das Baby in seinem Körbchen, drumherum hängen viele Ostereier und die Fenster schmücken dazu passende Motive.

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Eigentlich wollte die ehemalige Geschäftsinhaberin nicht mehr solchen Aufwand betreiben. Solange ihr Geschäft noch bestand, gestaltete sie ihren Vorgarten regelmäßig. Sie verkaufte dort Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs, musste es aber 2006 schließen. Danach schlief die schöne Gewohnheit etwas ein, bis im letzten Jahr der Verein „Hartauer Kreative“ verlauten ließ, dass es im Ort einen Wettbewerb zum schönsten Vorgarten geben würde. Das weckte Dagmar Vogels Ehrgeiz. Sie machte sich ans Werk und baute umgehend eine bunte Osterszene auf. Letztendlich gab es dann zwar doch keinen Wettbewerb. Aber da die Figuren nun einmal da waren, wollte sie sie auch weiter nutzen. Schließlich stecke eine ganze Menge Arbeit darin, sagt sie. Bis auf eine Ausnahme macht sie alles alleine – die Bank baut ihr Mann zusammen und stellt sie auch auf. Allein für jeden der Köpfe braucht sie ungefähr eine Stunde. Damit die richtig schön rund werden, füllt sie alte Strumpfhosen mit Kleintierstreu. Die ist ideal dafür geeignet, denn sie klumpt nicht und kann somit auch bei Regen draußen bleiben. Für die Gesichter und Ohren verwendet sie Stoff und Moosgummi, den sie noch mit wasserfesten Stiften bemalt. Die verschiedenen Kopfbedeckungen hat sie von früher, auch die Kindersachen sind noch von ihren Kindern übrig geblieben. Die sind zwar schon längst aus dem Haus, aber ihre Mutter hat ihnen selbstverständlich längst per Whatsapp einige Fotos von ihrer neuesten Idee geschickt.

Denn eins ist sicher: in ihrem Vorgarten wird man nie zweimal dasselbe sehen. Es ist ihr persönlicher Ehrgeiz, dass er jedes mal anders aussieht. Dafür macht sie sich schon lange im Voraus Gedanken. Ihre lange Bastelerfahrung kommt ihr dabei zugute. Sie hat diese Stelle früher auch schon für Weihnachten dekoriert und vor einigen Jahren im Herbst Kürbisse mit passenden Körpern an die Straße gesetzt.

Auch die Idee für die Köpfe hat sie aus der Zeit, als sie noch mit ihren Kindern gebastelt hat. Mit ihnen hat sie immer Grasköpfe hergestellt. Dafür haben sie besagte Kleintierstreu in Strumpfhosen gesteckt, und vor dem Zubinden Grassamen darauf gestreut. Dann musste man nur noch regelmäßig gießen und bald hatten die Köpfe Haare aus Gras. Nach demselben Prinzip kann man auch Raupen und andere Tiere herstellen. Für Kinder ist das zusätzlich zum eigentlichen Basteln eine spannende Sache, denn sie können so regelrecht dem Gras beim Wachsen zusehen.

Auch die Hasenfamilie, die jetzt seit zwei Wochen an der Straße sitzt, ist besonders für die Kinder im Ort ein Hingucker. Oft bleiben Familien stehen und entdecken die kleinen Details in der bunten Szene. Aber auch die großen Hartauer finden die Gestaltung gelungen. Jedenfalls hat Dagmar Vogel bisher nur Positives darüber gehört. Darüber freut sie sich sehr, denn sie macht es nicht nur für sich, sondern auch für die Einheimischen und ihre Gäste. Obwohl sie eine Zugezogene ist und erst seit 1995 im Ort wohnt, fühlt sie sich hier wohl und will dazu beitragen, dass er gut aussieht.

Nach Ostern baut sie ihre Hasen wieder ab. Bevor die einzelnen Teile auf dem Dachboden verstaut werden, wird Dagmar Vogel sie sich ansehen und wo nötig ausbessern. Sie weiß schon jetzt, im nächsten Jahr wird sie sie wieder hervorholen und sich eine neue Szene ausdenken. Da ist es ganz egal, ob die „Hartauer Kreativen“ einen Wettbewerb veranstalten werden oder nicht.