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Ostern mit Corona-Abstand

Sonne und 23 Grad haben die Menschen nach draußen gelockt. Der Abstand wurde gewahrt, dennoch war das Osterfest für viele völlig anders als gewöhnlich.

Ralf Hanauer und Cathrin Strubel aus Struppen-Siedlung gönnen sich ein Eis bei Alfredo in Pirna. Abstand halten war Gebot des Tages.
Ralf Hanauer und Cathrin Strubel aus Struppen-Siedlung gönnen sich ein Eis bei Alfredo in Pirna. Abstand halten war Gebot des Tages. © Marko Förster

Ralf Hanauer und Cathrin Strubel genießen ihr Eis am sonnigen Ostersonntag in Pirna. Aber eigentlich hatten sich die Struppener das Osterfest ganz anders vorgestellt: "Wir mussten völlig ohne unsere Familie feiern", sagt Ralf Hanauer. "Unsere Kinder wohnen in Ludwigshafen, Ottendorf Okrilla und Dresden. Sie durften nicht kommen." Auch eine Nachosterfeier mit der ganzen Familie haben die Struppener vorsorglich abgesagt. Die Ausgangsbeschränkungen der Landes-und Bundesregierung, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, halten beide für angemessen.

Wie diesem Paar ging es am Wochenende vielen Familien, die gern gemeinsam Ostern gefeiert hätten. Dennoch fanden die Menschen andere Wege, um wenigstens das schöne Sonntagswetter zu genießen. In Pirna kauften nachmittags viele Spaziergänger ein Eis im Eiscafé Alfredo. Ein Aushang wies darauf hin, dass die Gäste schnellstmöglich weitergehen sollten und auf dem Fußweg waren schwarz-gelbe Abstandslinien aufgemalt. So saßen die Menschen mit ihrem Eisbecher auf Bordsteinkanten und vor Türeingängen, doch immer mit dem nötigen Mindestabstand und nie in größeren Gruppen.

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Lange Schlangen, aber mit 1,5 Metern Abstand am Alfredo-Eiscafé Pirna.
Lange Schlangen, aber mit 1,5 Metern Abstand am Alfredo-Eiscafé Pirna. © Marko Förster

Ähnlich hat es auch die Polizei beobachtet. Wie Steffen Kühnel von der Polizeidirektion Dresden gegenüber Sächsische.de sagt, gab es keine größeren Probleme und schon gar keine Auseinandersetzungen mit Polizisten: "Wir hatten in Dresden mehr Einsätze als im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge", sagt der Polizeisprecher und begründet: "Das liegt sicherlich auch daran, dass sich die Menschen auf dem Land eher verteilen können. In der Stadt ist das schlecht möglich." Die Polizisten kontrollierten nach eigenen Angaben mit Augenmaß appellierten an die Vernunft derer, die unterwegs waren. Im gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Dresden, also den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie der Stadt Dresden, gab es am Ostersonntag 104 Einsätze im Zusammenhang mit den Corona-Einschränkungen.

Der Strand am Kiessee Birkwitz-Pratzschwitz war am Sonntagnachmittag gut besucht, auch hier mit viel Abstand von einander.
Der Strand am Kiessee Birkwitz-Pratzschwitz war am Sonntagnachmittag gut besucht, auch hier mit viel Abstand von einander. © Marko Förster

Besonders das sonnig-warme Wetter lockte die Menschen am Ostersonntag nach draußen. Am Kies- und Badesee Birkwitz lagen Paare und Familien auf Decken und saßen auf Klappstühlen, immer mit mehreren Metern Abstand. Einige Mutige trauten sich bei 23 Grad Außentemperatur sogar anzubaden, andere versuchten sich im Stand up‑Paddling. Viele Badesee-Besucher kamen mit dem Fahrrad, aber auch auf dem Parkplatz standen ab 14.30 Uhr mehr als 40 Autos, sowohl mit Pirnaer als auch mit Dippoldiswalder, Dresdner und Freiberger Kennzeichen. 

Auf dem Parkplatz am Kiessee Birkwitz-Pratzschwitz standen auch Fahrzeuge, die nicht in Dresden oder Pirna gemeldet sind.
Auf dem Parkplatz am Kiessee Birkwitz-Pratzschwitz standen auch Fahrzeuge, die nicht in Dresden oder Pirna gemeldet sind. © Marko Förster

Da sich die Menschen derzeit in ihrer Freizeit "vorrangig im Umfeld des Wohnbereichs" aufhalten dürfen und die meisten Parkplätze in der Sächsischen Schweiz abgesperrt sind, herrschte auch in den Wäldern und auf den sonst so beliebten Wanderwegen im Nationalpark, etwa rund um Rathen, in Wehlen, an der Bastei und in Schmilka Ruhe. Oster-Touristen aus Dresden blieben wohl wegen der nunmehr klargestellten Regelungen der  Corona-Verordnung fern. Nur die Einheimischen waren auf den Wegen zu sehen.

Polizei-Reiter am Karfreitag in Postelwitz, einem Stadtteil von Bad Schandau. Die beiden Polizistinnen aus Großerkmannsdorf laufen auf der B 172 an der Elbe Streife.
Polizei-Reiter am Karfreitag in Postelwitz, einem Stadtteil von Bad Schandau. Die beiden Polizistinnen aus Großerkmannsdorf laufen auf der B 172 an der Elbe Streife. © Marko Förster

Das sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen hatte in einer Entscheidung die Rechtsverordnung zum Schutz in der Corona-Krise für rechtens erklärt und klargestellt, dass sich Bürger für Sport und Bewegung nur noch bis zu 15 Kilometer von ihrem im Personalausweis eingetragenen Wohnort entfernen dürfen. Diese Bestimmung gilt zunächst noch bis zum 20. April.

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