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Ostern ohne Osterschießen?

Die Corona-Regularien sind eindeutig: Veranstaltungen sind verboten. Das trifft auch Traditionen und Bräuche. Darf man dennoch allein knallen?

Auch auf dem Horken hat Osterschießen eine große Tradition.
Auch auf dem Horken hat Osterschießen eine große Tradition. © Rafael Sampedro (Archiv)

Himmlische Ruhe in der Osternacht - für die einen ist es ein lang gehegter Traum, für die anderen ein Horror. Denn der Brauch des Osterschießens ist im Süden des Landkreises durchaus verbreitet. Vor allem Jugendliche treffen sich meist an einem Lagerfeuer, befüllen blecherne Milchkannen mit Karbid und Wasser, wodurch Gas entsteht, dass dann den Kannendeckel mit lautem Rumms wegschießt.

Da dieser Brauch aber mit Gemeinschaft und dem Sitzen um ein Osterfeuer einhergeht, fällt er dieses Jahr unter das Veranstaltungsverbot der Allgemeinverfügung. Genau das hat auch die Oppacher Bürgermeisterin ihren Bürgern mitgeteilt: "Wir hatten mehrere Anfragen von unseren Bürgern zu Osterfeuern", sagt Sylvia Hölzel (parteilos).

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Auch beim Landkreis habe sie diese Information so erhalten und Gründe zu einer Ausnahme sieht sie nicht: "Es ist am Ende egal, ob drei, fünf oder 20 Personen dabei sind". Die Oppacher seien generell sehr vernünftig und hielten sich an die Regeln, deshalb appelliere sie auch zu Ostern an den gesunden Menschenverstand, betont sie.

Viele verzichten auf Traditionen

Ähnlich sieht es in der Gemeinde Kottmar aus: Ordnungsamtsleiter Ralf Röhle bestätigt ebenfalls, dass es einige Anfragen gegeben habe - und auch er sieht hier keinerlei Fragen offen: Osterfeuer und Osterschießen sind in diesem Jahr tabu. Aber könnte man nicht als Einzelperson auf dem eigenen Grundstück trotzdem in der Osternacht knallen?

Wenn man es ohne Gäste und Öffentlichkeit macht und keine Ruhezeiten stört, wäre das möglich, heißt es von Kreissprecherin Franziska Glaubitz auf Nachfrage. Kottmars Ordnungsamtsleiter Ralf Röhle sieht das eher kritisch, denn Osterschießen sei ja in den Nacht- und Morgenstunden üblich und damit würde man ohne den Brauchtumscharakter gegen die Nacht- und  die Feiertagsruhe verstoßen.

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Seine Herrnhuter Amtskollegin Anja Nocke sieht das ähnlich. "Viele Menschen müssen zu Ostern auf ihnen wichtige Dinge verzichten - auf den Gottesdienst, den Ostermorgen auf dem Gottesacker, den großen Familienbesuch", zählt sie auf. Deshalb wäre es auch nicht angemessen, wenn das Osterschießen da eine Ausnahme bekäme. Anfragen aus diesem Grund sind im Herrnhuter Rathaus aber zuletzt auch nicht aufgetaucht - genauso wenig wie im Löbauer Rathaus, wo man ja auch für die Verwaltungsgemeinschaft mit Lawalde, Großschweidnitz und Rosenbach zuständig ist, bestätigt Stadtsprecherin Eva Mentele.

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