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Ostern? Trotz Corona erst recht!

Anders, aber möglich: Wegen der Viruserkrankung muss auch im Großenhainer Land das Fest nicht komplett ausfallen.

Die Großenhainer Marienkirche ist an den Ostertagen ebenso geöffnet wie in anderen Gemeinden des Kirchspiels.
Die Großenhainer Marienkirche ist an den Ostertagen ebenso geöffnet wie in anderen Gemeinden des Kirchspiels. © Archivfoto: Anne Hübschmann

Großenhain. Die Familie besuchen, ein Kurzurlaub mit Freunden oder gemeinsam mit den Kindern zum größten Feuer des Jahres gehen. "Normalerweise, doch nicht in diesem Jahr", nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel allen Osterplänen am vergangenen Wochenende erneut den Wind aus den Segeln. Denn in diesem Jahr sei nun mal aufgrund der ansteckenden und gefährlichen Viruserkrankung alles anders. Natürlich gelte das Kontaktverbot auch weiterhin - denn eine Pandemie kenne nun mal keine Feiertage. Allerdings: Auch wenn in den kommenden Tagen tatsächlich auf viele Dinge und lieb gewordene Bräuche verzichtet werden muss - auf alles doch nun aber nicht.

Auf den Kirchgang muss nicht verzichtet werden

Zu einem traditionellen Osterwochenende gehört für viele Menschen der Besuch einer Kirche. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen werden deutschlandweit jedoch keine Gottesdienste stattfinden. Die römisch-katholische Gottesdienstkongretation etwa hat alle Priester, Bischöfe und Pastoren dazu aufgerufen, jegliche Gottesdienste über die Kar- und Ostertage ohne "Teilnahme des Volkes" abzuhalten. Ein Ansinnen, welches hiesige Kirchen auch hatten. Jedoch hofften sie gewissermaßen auf Plan B. "Wir hatten einen solchen wirklich in der Tasche, und er war bereits weit gediehen", verrät Sebastian Zehme. Wie der Lenzer Pfarrer erklärt, hatte das Großenhainer Kirchspiel am Ostersonntag Großes vor - und die Genehmigung bereits in der Tasche. "Wir hatten vor, entweder auf dem Parkplatz des Großenhainer Kauflands oder auf dem Flugplatzareal einen Gottesdienst im Sinne der Autokinos abzuhalten", verrät Sebastian Zehme. Was beispielsweise in Essen seit ein paar Wochen erfolgreich und rege besucht werde, hätte ganz sicherlich auch hier großen Anklang gefunden. Im Zuge der noch einmal verschärften Anordnungen Ende vergangener Woche, habe die Landesregierung jedoch die Genehmigung dafür zurückgezogen. Insofern müsse man sich nun wie alle anderen Kirchgemeinden im Freistaat auf andere Weise an die Menschen wenden. Und das werde auch getan und zwar sehr vielfältig.  

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Predigten in Podcasts auf Endlosschleife

Praktisch bedeute das, dass alle Kirchen im Großenhainer Land - von der Marienkirche über die Kirchen Wantewitz, Lenz, Wildenhain oder Diesbar-Seußlitz - von 10.30 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet sind. Sie dürften einzeln betreten werden. Ähnlich wie beim Aufenthalt in einem Geschäft, müsse natürlich auf die Einhaltung der Abstände geachtet werden. Der Besinnung und inneren Einkehr im Gotteshaus sollte aber dennoch nichts im Wege stehen. Die Osterkerze am Altar werde am Sonntag brennen und es lägen auch Kerzen bereit, die selbst entzündet werden dürften. Darüber hinaus würden am Karfreitag ab 15 Uhr und Ostersonntag ab 10.30 Uhr bis Kirchenschließung in Großenhain, Wantewitz, Lenz und Seußlitz in Endlosschleife verschiedene Podcasts abgespielt. Besinnliche Worte zum Osterfest von verschiedenen Pfarrern seien ebenso zu hören wie Musik und Lieder, vorgetragen von Kindern und Jugendlichen. Am Karfreitag um 15 Uhr und Ostersonntag um 6 und 10.30 Uhr läuteten zudem die Kirchenglocken. Besonders ergreifend: Um 10.15 Uhr würden an diesem Tag in allen Teilen des Großenhainer Landes einige Bläser des Posaunenchores das Lied "Christ ist erstanden" spielen. Auf den Altarstufen jeder Kirche liegen darüber hinaus sogenannte Ostersteine, deren Anzahl jeden Tag wachse. Wer das Bedürfnis habe, einen zu hinterlassen, wäre herzlich dazu eingeladen. "Wir sind uns durchaus bewusst, dass das Fest dieses Mal durch die Umstände geprägt ist. Gerade diese haben uns einerseits aber ganz andere Möglichkeiten des zueinander Findens entdecken lassen. Und andererseits ergibt sich die Gelegenheit, einen wertschätzenden Blick auf die Dinge des Lebens zu werfen, die wir uns glücklich schätzen dürfen, zu haben", gibt Sebastian Zehme zu bedenken. 

Essen auf Rädern und danach ein Spaziergang

Der Ausflug in ein Restaurant wird leider nicht auf dem Programm stehen können. Aber zahlreiche Restaurants und Gaststätten in Großenhain und Umgebung bieten wie in den letzten Wochen auch schon einen komfortablen Lieferservice an. Gleich nun, ob deutsches Schnitzel mit Spargel, italienische Pasta, griechische Spezialitäten oder doch lieber asiatisch. Möglich ist - eingedenk von Eis und Kuchen - trotz leidlichem Corona-Feeling kulinarisch so einiges. Der Vorteil: Das Kochen am eigenen Herd darf passend zu den Feiertagen mal ausfallen! Gut gesättigt ist danach auch in Corona-Zeiten wie diesen gegen einen Osterspaziergang nichts einzuwenden. Zumindest mit Familienangehörigen, mit denen man auch zusammen wohnt, kann dieser durchaus stattfinden. Wichtig jedoch: Immer an den Mindestabstand zu anderen Frühlingsluft Genießenden von 1,50 bis zwei Metern zu denken. 

Solche großen Osterfeuer rund um Großenhain darf es aufgrund der aktuellen Situation dieses Jahr nicht geben. Im eigenen Garten darf die Familie indes um den Feuerkorb sitzen.
Solche großen Osterfeuer rund um Großenhain darf es aufgrund der aktuellen Situation dieses Jahr nicht geben. Im eigenen Garten darf die Familie indes um den Feuerkorb sitzen. © Symbolfoto: Rainer Jensen/dpa

Kleineres Feuer in Corona-Zeiten

Das ganz große Feuer darf es an diesem Osterfest nicht geben, keine Frage. Aufgrund der Covid-19-Pandemie sind Menschenansammlungen mit mehr als zwei Personen untersagt. Deshalb, so Großenhains Rathaussprecherin Diana Schulze, dürften natürlich auch keine Osterfeuer, welche in vielen Ortsteilen oder Dörfern rund um die Röderstadt fester Bestandteil des kommenden Wochenende gewesen wären, stattfinden. Allerdings: Auch hier gilt: klein, aber fein, statt gar nicht. Wer einen eigenen Garten hat, könne sich durchaus mit einer Feuerschale behelfen. Und auch das Grillen mit dem eigenen Hausstand sei möglich.

Ostereier suchen gehört dazu - auch dieses Mal

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Sie ist zwar eingeschränkt, aber dennoch möglich. Fakt ist, die Suche nach dem Osternest könnte in diesem Jahr ein teurer Spaß werden. Zumindest dann, wenn Hoppel es naturgemäß im Stadtpark, im Areal von Schloss Lauterbach oder am Zabeltitzer Palais versteckt. Deshalb dem geschäftstüchtigen Hasen vielleicht besser ein Zeichen geben und - so vorhanden - die Eier lieber gleich im eigenen Garten verstecken. Oder die Suche in einen Spaziergang einbetten. Die kleinen und großen Kinder staunen gewiss, was sich alles am Wegesrand findet.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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