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Osterparty mit Glücksrad und Fragezeichen

Am Osterwochenende startete das Studio 40 in die Partysaison. Mit einer dicken Überraschung.

Von Bernd Goldammer

Die letzte Karfreitagstunde ist angebrochen. Gegen 23 Uhr warten etwa hundert Jugendliche darauf, dass nach 24 Uhr die Osterparty beginnt. Vor der Turnhalle Karpen sind die Parkplätze inzwischen schon knapp geworden. Der Karfreitag gehörte der Besinnlichkeit. Der Jugendclub „Studio 40“ in Ottendorf-Okrilla hat seine Türen weit geöffnet. Zur Begrüßung gibt es einen Eierlikör im Schokobecher. Der Partyraum wird von vielfarbigem Licht durchflutet. Man spürt, die Veranstalter um Thomas Jentzsch und Dennis Schröder legen Wert auf Qualität. Das scheint sich mit der Zeit herumgesprochen zu haben. Die „Vierzig“ auf Königsbrücker Straße 40 ist in vielen Navis abgespeichert. „Wir kennen den Club schon länger. Die Veranstalter lassen sich immer wieder mal was Neues einfallen. Hier fühlen wir uns wohl“, erfährt man von Paul und Hannes aus Dresden. Die beiden lieben es, von Location zu Location zu fahren. „Manchmal sind wir bis nach Hoyerswerda gefahren. Können also Niveauvergleiche anstellen.“ Die „Vierzig“ ist zu einer Glückszahl für die Jugendlichen geworden, die es gern etwas gemeinschaftlicher mögen.

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Zu diesem Zeitpunkt sind die DJs schon auf dem Weg zur Bühne. Doch bevor sie die Regler hochschieben, kommt der Part von Dennis Schröder, dem Schatzmeister des gemeinnützigen Vereines „Studio 40“. Der Technikfreak hat ein Glücksrad aufgebaut. Ein kräftiger Schub bringt es in Schwung. Der Zeiger rastet ein. Das Glücksrad steht. Ein Glückspilz hat einen Wunsch frei. „Ich wünsche mir, dass die ,Vierzig’ erhalten bleiben kann“, dringt es Minuten später durch das Mikro ins Wechselspiel von Licht und Musik. Einige Besucher glauben, sich verhört zu haben. Ihre Ohren gehen auf Empfang. Fragen gehen von Mund zu Mund. Seit wann ist der Club in seiner Existenz bedroht? Wodurch? Wer dran bleibt, erfährt: Der Club „Studio 40“ ist ein beliebter Anlaufpunkt für Jugendliche über 18. Seit Kurzem wird in Ottendorf der Bau einer Sporthalle geplant. Das wird den Abriss der jetzigen Clubräume zur Folge haben. So sehr sich Sportler freuen können, für die Jugendlichen des „Studio 40“ scheint es im Moment noch keine Perspektive zu geben. Wie in dieser Osternacht zu erfahren ist, werden die Mietverträge im Moment nur noch von Quartal zu Quartal verlängert. Was aber passiert, wenn die „Vierzig“ geräumt werden muss? Es scheint, als ob das hier noch niemand sagen kann. „Wir setzen alle Hoffnungen auf unseren Bürgermeister und den Gemeinderat“, war vom Vereinsvorsitzenden Thomas Jentzsch zu erfahren. Doch wenn es um dieses Thema geht, bleibt er wortkarg. Man spürt, er möchte in seinem Heimatort um gegenseitiges Verstehen werben. Die Jugendlichen seines Vereins brauchen Begegnungsmöglichkeiten. Die „Vierzig“ arbeitet fast selbsttragend, und als Freizeitpartner ist der Club sehr gut im Ort vernetzt. Die bisherigen Partys ermöglichten Einnahmen. Die wurden zur Kostendeckung für verschiedenste, bauliche Verbesserungen genutzt. Denn die waren Voraussetzung für die Vereinsarbeit. Aus der ehemaligen Berufschulwerkstatt wurde ein angesehener Jugendclub.

Doch wie geht es hier weiter? Über der Osterparty am Sonnabend steht dieses Fragezeichen. Werden für den Jugendclub die Lichter ausgehen oder findet man gemeinsam neue Wege? Wer Lösungen sucht, findet Wege. Diese Hoffnung stirbt beim Club und seinen Gästen zuletzt.