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Kein Osterspektakel auf Schloss Burgk

Das Projektzentrum Dresden muss Freitals zweitgrößtes Volksfest absagen. Das hat verheerende Folgen für den Veranstalter und die Beteiligten.

Von Thomas Morgenroth
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Marktvogt Karl von Dräsn (vorn links) wird im April kein Osterspektakel auf Schloss Burgk eröffnen.
Marktvogt Karl von Dräsn (vorn links) wird im April kein Osterspektakel auf Schloss Burgk eröffnen. © Thomas Morgenroth

Bis Dienstag noch hatte Thomas Szymkowiak vom Projektzentrum Dresden gehofft, dass er für das alljährliche mittelalterliche Osterspectaculum auf Schloss Burgk eine Ausnahmegenehmigung vom Landratsamt in Pirna bekommen wird. Mit der neuesten Verfügung der sächsischen Staatsregierung aber, die am Mittwoch in Kraft tritt, sind nun auch bis auf Weiteres alle Volksfeste verboten. Das war das seit 2002 ausgerichtete dreitägige Osterspektakel im wahrsten Sinne des Wortes, und mit bis zu 8.000 Besuchern das zweitgrößte der Stadt nach dem Windbergfest.

„Ich hatte die Beteiligten vorsorglich bereits vergangene Woche per E-Mail auf eine mögliche Absage vorbereitet“, sagt Karl Roland alias Marktvogt Karl von Dräsn, der künstlerische Leiter des Festes. Seit fast zwei Jahrzehnten eröffnet er am Karsonnabend das bunte Treiben im Hof und Park des Schlosses. Mehr als 60 Stände sollten aufgebaut werden, in diesem Jahr erstmals auch auf dem Parkplatz, der dann Teil des Marktgeländes gewesen wäre. „Sehr schade, dass das nun nichts wird“, sagt Karl von Dräsn und hofft auf nächstes Jahr.

Soweit plant Szymkowiak noch nicht, für ihn geht es jetzt erst einmal um die Existenz seines Unternehmens. Er organisiert deutschlandweit historische Großveranstaltungen, Floh- und Oldtimermärkte. „Ich habe bisher bereits 32 Events absagen müssen und damit in absehbarer Zeit keinerlei Einkünfte“, sagt er. „Kosten aber habe ich natürlich trotzdem.“ Seine fünf Mitarbeiter hat er bereits nach Hause geschickt, zunächst, um Überstunden abzufeiern. Szymkowiak will für alle Kurzarbeit beantragen. Maximal bis Mai, sagt er, könne er den Ausfall für das Unternehmen finanziell puffern, dann wäre Schluss. Ob es einen staatlichen Hilfsfonds für solche Zwangslagen geben wird, ist völlig offen.

Mitwirkenden droht der Ruin

„Ich fürchte, dass sich diese Absagewelle bis in den Sommer ziehen wird“, sagt Szymkowiak. Die staatliche „Strategie der Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus“, die ja nichts anderes bedeute, als die Epidemie möglichst lange hinauszuzögern, wird seiner Ansicht nach viele „unserer Marktbeschicker und Mitstreiter in den Ruin treiben“. 

Beim Osterspektakel seien mindestens 120 Mitwirkende betroffen, sagt Szymkowiak. „Und wir sind ja nur ein Veranstalter, der abgesagt hat. Die Leute verdienen die nächsten Monate nirgendwo etwas.“ So ist ja auch bereits das Mittelalterfest auf dem Weesenstein abgesagt worden, wo einige Akteure vom Osterspektakel dabei gewesen wären. Und das sollte sogar erst Ende Mai stattfinden.