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Ostrau muss sich mit Baugebiet beeilen

Die Gemeinde bewilligt zwei Bebauungspläne, die im Außenbereich liegen. Der Zeitplan ist eng gestrickt.

© SZ Grafik

Ostrau. Die Gemeinde Ostrau wagt einen Vorstoß. Bei der jüngsten Sitzung haben die Gemeinderäte zwei Bebauungspläne bewilligt. Das ist an sich nichts Besonderes. Jedoch geht es dabei um Gebiete, die im Außenbereich liegen.

Zum einen handelt es sich um ein Gebiet am Dresdner Berg in Ostrau. „Der Bau eines möglicherweise auch zweier Einfamilienhäuser wäre möglich“, sagte Hans-Joachim Bothe vom gleichnamigen Planungsbüro in Dresden. „Die Grundstückseigentümer finanzieren die Planung selbst, die Gemeinde Ostrau übernimmt das Verfahren für die Aufstellung des Bebauungsplans“, so der Planer weiter.

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Das Baugelände befindet sich oberhalb der sogenannten Rampe. Die Zufahrt gehört zum Teil der Gemeinde und würde das Baugebiet erschließen. Von der Straße gibt es einen etwa drei Meter hohen Geländesprung auf das Plateau, sodass die Erschließung der Grundstücke von der Straße Am Güterbahnhof aus nicht möglich ist. Die Zufahrt führt von der Dresdner Straße aus an den alten Kalköfen vorbei. Auf diesem Wege können die Grundstücke auch an die bestehende Schmutzwasserkanalisation angeschlossen werden.

Das Landratsamt habe zunächst festgestellt, dass kein Baurecht besteht, weil es sich um Außengelände handelt, so Bothe. Im Flächennutzungsplan ist das Gebiet als Landwirtschaftsfläche dargestellt. Bis zum 31. Dezember 2019 lässt das Baugesetzbuch nach Paragraf 13 b jedoch die Möglichkeit zu, über die sogenannte Einbeziehung von Außenbereichsflächen in das beschleunigte Verfahren das Baurecht herzustellen. 

Möglich ist dies für Flächen, die weniger als 10 000 Quadratmeter umfassen. Die Regelung sei bei Umweltschützern nicht unumstritten. Sie biete jedoch den Vorteil, das Baurecht relativ schnell herzustellen. „Zudem muss der Flächennutzungsplan der Gemeinde nicht geändert werden“, sagte Hans-Joachim Bothe.

Als gestalterisches Grundgerüst für die Bebauung ist vorgesehen, maximal zweigeschossige Gebäude zu errichten, deren Traufhöhe maximal sieben Meter beträgt und die ein Sattel- oder Walmdach haben. Damit fügt sich die künftige Bebauung harmonisch ins Ortsbild ein.

Gemeinderätin Katrin Leipacher (Freie Wähler) begrüßte das Vorhaben: „Wir sind gerade dabei, unser städtebauliches Konzept zu überarbeiten und sprechen uns dafür aus, solche Baulücken zu schließen.“

Nachdem die Gemeinderäte den Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes einstimmig gefasst haben, werden die Behörden und Träger öffentlicher Belange dazu aufgefordert, ihre Stellungnahme dazu abzugeben. Er sei sehr optimistisch, dass das Vorhaben umzusetzen ist, da es von den gesetzlichen Bestimmungen des Baugesetzbuches gedeckt sei, so Bothe. Das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans muss bis zum 31. Dezember 2019 förmlich eingeleitet sein.

Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) machte aber klar, dass die Planung und Erschließung zu Lasten der Grundstückseigentümer gehen müsse. „Wir treffen mit den Bauwilligen eine städtebauliche Vereinbarung, ähnlich wie wir das beim Penny-Markt gemacht haben. Damit liegen die Kosten für die Erschließung nicht bei der Gemeinde. Wir tragen dazu bei, dass das Vorhaben umgesetzt werden kann, aber der Bauwillige muss zeigen, dass es ihm ernst ist“, sagte Schilling.

Der zweite Bebauungsplan, der in der Sitzung beschlossen wurde, betrifft das „Wohngebiet Jahna“. Es gibt konkrete Anfragen von jungen Erwachsenen nach Bauland. „Das Gebiet befindet sich in der Nähe der Firma Agricon. Es wurde Bedarf für drei Eigenheime angemeldet“, erläuterte Dirk Schilling. 

Zur Sicherstellung der Eigenentwicklung sowie als Beitrag zum Erhalt des Wirtschaftsstandortes Jahna und zur Gewährleistung einer städtebaulichen Ordnung ist die Erarbeitung eines Bebauungsplanes erforderlich, heißt es in der Beschlussvorlage. Alternative Flächen im Bereich Salbitzer Straße/Kreisstraße, welche im Flächennutzungsplan der Gemeinde als Mischbaufläche ausgewiesen sind, liegen innerhalb des Überschwemmungsgebietes der Jahna. 

Eine weitere Überplanung scheide deshalb aus. Das Gebiet hat eine Fläche von etwa 8 600 Quadratmetern. Die Erschließung soll über den Gartenweg aus Richtung Norden erfolgen.

Der Beschluss betrifft nur die Abgrenzung des Baubereichs beziehungsweise des Geltungsbereichs des Bebauungsplanes. Die Träger öffentlicher Belange seien schon gefragt worden. Auch hier erfolgt die Begleitung des Verfahrens durch ein Planungsbüro. Schwierigkeit sei, dass es sich um Trinkwasserschutzgebiet handelt und die Fläche teilweise als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen ist. In Gesprächen mit den Behörden sei dies aber entkräftet worden, so Schilling.

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