merken
PLUS Zittau

Mit "Keimzeit" gegen Rechts

Weil Nazis im September wieder in Ostritz feiern wollen, halten die Friedensfest-Macher dagegen - und das trotz Corona-Auflagen.

Bisher haben die Ostritzer das Friedensfest ohne Auflagen feiern dürfen. Das ist dieses Jahr anders.
Bisher haben die Ostritzer das Friedensfest ohne Auflagen feiern dürfen. Das ist dieses Jahr anders. © Robert Michael

Von Benjamin Pohl

Mit Livemusik, Film-Vorstellungen und Kultur-Beiträgen wollen die Friedensfest-Macher am 25. und 26. September in Ostritz das Schild- und Schwert-Festival der Rechten im Hotel "Neißeblick" wieder einmal in den Schatten stellen. Das zumindest hat sich das Organisationsteam zum Ziel gesetzt. Allerdings läuft die neuerliche Veranstaltung anders als die bisherigen Friedensfeste ab, bedingt durch die Corona-Pandemie.

Anzeige
Kompetenz in der Vermögensbetreuung
Kompetenz in der Vermögensbetreuung

Geld sicher und gut anlegen? Das ist in Zeiten der Nullzinspolitik nicht einfach. Deshalb sollte man sich gerade jetzt gut beraten lassen.

Demnach ist das Veranstaltungsgelände in sieben Abschnitte eingeteilt: In das Bildungs-, Handwerker-, Künstler-, Grusel-, Kaffeehaus-, Nachbar- und Chill-Out-Viertel. Ordner sollen dafür sorgen, dass diese etwa gleich ausgelastet bleiben und kein Abschnitt überbeansprucht wird. Damit werden die Hygieneanforderungen erfüllt. Die Veranstalter haben sich zudem eine Grenze von 1.000 Besuchern gesetzt, die zeitgleich das Fest besuchen können. Die Vorjahre gab es rund dreimal so viel, die sich jedoch über das gesamte Wochenende verteilten.

Um das Programm mit Gästen wie Autor Timo Büchner, Sänger Dota Kehr und Liedermacher Felix Meyer zu krönen, kommt die Band "Keimzeit" nach Ostritz - und das wie alle Akteure ohne Gage dafür zu verlangen. Aus dem Grund wird auf der Mitte des Marktplatzes ein "Coronaschwein" aufgestellt, über das Besucher den Künstlern eine Spende zukommen lassen. Da es gerade in solchen Zeiten besonders hart für diese sei, so das Organisationsteam.

Für Bands wie Keimzeit müssen auch bestimmte technische Voraussetzungen erfüllt werden. Das bedeutet Extrakosten von 1.700 Euro. Um die zu finanzieren, planen die Friedensfest-Macher eine Crowdfunding-Aktion. Die Unterstützer sollen als Belohnung lukrative Plätze beim Konzert erhalten. 

Den Rechten keine Chance lassen

Michael Schlitt vom Organisationsteam sieht verschiedene Anzeichen dafür, dass das Schild- und Schwert-Festival dieses Jahr ausfällt. Polizei und Ordnungsamt hätten schon in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet, sagt er dazu. Falls die Rechten doch nach Ostritz kommen dürfen, soll ein Alkoholverbot für sie verordnet werden - wie schon voriges Jahr. "Die Nazis können ohne ihren Alkohol nicht richtig feiern", sagt er. 

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Zittau