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Ostritzer Hotel soll nicht wiedereröffnet werden

Hotelier Hans-Peter Fischer streitet aber um die Nutzung der Gaststätte. Und scheut auch eine Klage nicht.

Das Hotel "Neißeblick" in Ostritz darf derzeit nicht genutzt werden. Betroffen sich das ehemalige Hotel samt Gaststätte (rechts) und das frühere Rezeptionsgebäude (Mitte, hinten).
Das Hotel "Neißeblick" in Ostritz darf derzeit nicht genutzt werden. Betroffen sich das ehemalige Hotel samt Gaststätte (rechts) und das frühere Rezeptionsgebäude (Mitte, hinten). © Matthias Weber

Das Ostritzer Hotel "Neißeblick" ist Geschichte: Betreiber Hans-Peter Fischer will den Hotelbetrieb nach eigener Aussage nicht wieder aufnehmen. Das Hotel sei abgemeldet und daran wolle er auch nichts ändern, erklärt Fischer. Die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises hatte im Vorjahr die weitere Nutzung des Hotels untersagt, da es aus ihrer Sicht Mängel beim Brandschutz gibt und Anbauten ohne Baugenehmigung errichtet wurden. Das Nutzungsverbot betrifft das ehemalige Hotel mit der Gaststätte und das Gebäude, in dem sich früher die Rezeption befand. 

Fischer beklagt, dass das ehemalige Rezeptionsgebäude nur zu einem kleinen Teil für den Hotelbetrieb genutzt wurde. "Durch die Entscheidung wurden etwa 95 Prozent des Gesamtgebäudes, das keinen Bezug zum Hotel hat, mit einem Nutzungsverbot belegt", ärgert sich der Hotelier. "So ist es nicht möglich, das Büro für die Gesamtverwaltung zu nutzen. Hier befinden sich die Telefon-, Fax- und Internetanschlüsse der Firma Fimpex." 

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Auch das Nutzungsverbot für die Gaststätte will er nicht akzeptieren. Dafür gebe es seiner Meinung nach keine richtige Begründung durch die Bauaufsicht. Laut Fischer seien sämtliche Vorschriften und Bestimmungen eingehalten worden und ungenehmigte Ein- und Umbauten wurden in der Gaststätte nicht vorgenommen. "Die entsprechenden Brandschutzbestimmungen, die für eine Gaststätte erforderlich sind, wurden bis zum heutigen Tag ebenfalls eingehalten", fügt er hinzu. Von der Kreisbehörde fordert er deshalb klare Aussagen, welche Auflagen erfüllt sein müssten, um den Gaststättenbetrieb wieder aufnehmen zu können. Denn im Gegensatz zum Hotel will Fischer die Gaststätte gern weiter betreiben. Durch das Nutzungsverbot sei ihm bisher ein Schaden von 15.000 Euro entstanden, erklärt Fischer. So habe er beispielsweise die Silvesterfeier, die er seit vielen Jahren für die Ostritzer veranstaltet, absagen müssen. Das Geld wolle er sich auf dem Klageweg zurückholen, kündigt der Unternehmer aus dem hessischen Biblis an. Zudem ist gegen das Nutzungsverbot Rechtsmittel eingelegt worden. Aus diesem Grund wolle sich der Landkreis auch nicht eingehender zu dem Fall äußern, wie Pressesprecherin Franziska Glaubitz erklärt. 

Ein Verkauf des Hotelareals komme für Fischer derzeit nicht infrage, erklärt er gegenüber der SZ. Er werde mit seinen Anwälten nun alle rechtlichen Möglichkeiten klären, da er reine Willkür hinter der Entscheidung der Bauaufsichtsbehörde vermutet. "Die wollen mit Gewalt Veranstaltungen verhindern", steht für ihn fest. Im Vorjahr hatte Fischer das Gelände mehrfach Rechtsextremen für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Gegen diese Versammlungen gab es Proteste aus der Bürgerschaft, so wurde beispielsweise ein Friedensfest als Gegenveranstaltung auf dem Ostritzer Markt organisiert.