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Ostritzer Kirche bekommt neuen Glanz

Bei der Suche nach Geldern für zwei kostbare Altäre hilft die Sparkassenstiftung. Weitere Geldgeber folgen nun.

Von Andreas Herrmann und Anja Beutler

Im Moment bringt dieses Stück Papier vor allem die Gesichter von Pfarrer Norbert Hilbig und seinen Mitstreitern zum Strahlen. In einigen Monaten aber soll der erste der beiden Seitenaltäre in der Ostritzer Kirche wieder richtig glänzen. Denn das, was Michael Bräuer und Regina Risy dem Pfarrer weiterreichen, ist die Zusage zu viel Geld. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung fördert gemeinsam mit der örtlichen Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien die Sanierung der beiden Seitenaltäre in der Kirche. Und dabei ist diese Zusage im doppelten Sinne Gold wert: „Dieser Bescheid der Sparkasse wirkt für uns wie ein Türöffner“, erklärt Matthias Schwarzbach von der Initiativgruppe Seitenaltäre der katholischen Pfarrei Ostritz.

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Geld sicher und gut anlegen? Das ist in Zeiten der Nullzinspolitik nicht einfach. Deshalb sollte man sich gerade jetzt gut beraten lassen.

Denn, wenn die Sparkasse mit im Boot sitzt, rudern auch andere Geldgeber gern mit. Oft wäre es bei geförderten Projekten ja so, dass jeder sage, wir geben, wenn sich auch die anderen engagieren, sagt Schwarzbach. Und so kommen nun nicht nur Gelder von der Pfarrgemeinde selbst, vom zuständigen Ordinariat und eben der Sparkasse. Es ist nun auch die Förderung über Denkmalschutz-Programme möglich geworden. So fließen fast 60 Prozent der förderfähigen Kosten über die Untere Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Görlitz. Insgesamt kostet die Sanierung pro Altar um die 85 000 Euro. Abschließend gesichert sind aktuell die Gelder für die Arbeiten, die in diesem Jahr erledigt werden sollen.

Wie viel Sparkassengeld nun an die Ostritzer Kirche geht, wollen die Spender nicht öffentlich beziffern. Die Entscheidungen fallen intern und man wolle keine Begehrlichkeiten wecken, heißt es. Zusammen mit den Spenden für die Orgel, wo sich Sparkasse und Sparkassenstiftung ebenfalls engagiert hatten, hat die Pfarrei nun aber eine Summe im höheren fünfstelligen Bereich erhalten.

Für die katholische Gemeinde Ostritz geht es nach Jahren der Anstrengungen zur Restaurierung der zwei Seitenaltäre nun endlich los. Das war ein Herzensanliegen vor allem der älteren Gemeindemitglieder, die mit der Kirche und dem Altar sehr verbunden sind, sagt Oliver Motzny von der Initiativgruppe Seitenaltäre der katholischen Pfarrei Ostritz. Für rund 1 000 Katholiken in Ostritz und den Umlandgemeinden ist die Bewilligung der Gelder der wichtigste Punkt beim Baugeschehen der Kirche in diesem Jahr. Die Gemeinde selbst hat dafür schon seit den 90er Jahren gesammelt. Für beide Altäre sind immerhin rund 15 000 Euro zusammengekommen. Diese Eigenmittel haben die Gemeindemitglieder als ihren Anteil direkt für die Sanierung gespendet, verrät Motzny.

Nachdem 1968 bereits der barocke Hochaltar saniert worden war, steht die Konservierung und Restaurierung der beiden ebenso barocken Seitenaltäre als großes Ziel an. Die Altäre stammen aus dem 18. Jahrhundert, wurden voraussichtlich 1879 und 1925 neu gefasst und mit Ölfarbe übermalt. Ursprünglich sind sie marmoriert, versilbert und vergoldet gewesen. Schädlingsbefall hat die Altäre stellenweise sehr durchlöchert und instabil gemacht. Der Zustand einiger Holzbauteile, der Befestigungen und einiger Bereiche des Schnitzwerkes ist alarmierend. Bei den Objekten handelt es sich um hervorragende Kunstwerke in der Oberlausitz. Sie stammen aller Voraussicht nach vom Kunsttischler und Bildhauer Daniel Martin, der auch die plastischen Teile des Oberseifersdorfer Altars geschaffen hat. Er wurde um 1700 geboren und war seit den 1740er Jahren im Kloster St. Marienthal ansässig.

Die anstehenden Arbeiten an den Seitenaltären sollen nun in zwei Etappen durchgeführt werden. Noch 2014 könnte durch die Diplom-Restauratoren Bernd Garte aus Löbau und Annett Kretschmer aus Görlitz der nördliche Seitenaltar und im folgenden Jahr dann auch der südöstliche Seitenaltar konserviert und restauriert werden.

Bemerkenswert findet Matthias Schwarzbach, dass Ostritzer Familien in den vergangenen Jahren ganz bewusst und objektbezogen für die Seitenaltäre Geld gegeben haben. Ihnen könne man nun in einem Brief endlich mitteilen, dass es losgehe, freut sich das Mitglied der Initiativgruppe. Zusammen mit der Orgel, die ja vor fast genau einem Jahr nach umfangreichen Arbeiten erstmals wieder erklingen konnte, koste das Bauvorhaben eine gute fünfstellige Summe, sagt er. Davon kommt der Hauptanteil von der Sparkassenstiftung, die laut Vorstandsvorsitzendem der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, Michael Bräuer, eben nicht nur den Auftrag hat, mit Kreditdienstleistungen die Bevölkerung zu versorgen, sondern auch den größten Teil des erwirtschafteten Gewinns in die Region zurückzugeben. Da passe es, wenn man etwas fördere, das bürgerschaftliches und kirchliches Engagement vereint, lobt er das aktuelle Ostritzer Projekt.