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MDR berichtet über Vandalismus-Welle

Die Eisenbahnfreunde in Löbau werden innerhalb weniger Wochen mehrfach heimgesucht. Osef-Chef Alfred Simm beklagt auch die Einsatzkraft der Polizei.

Osef-Chef Alfred Simm erzählt vor der MDR-Kamera von den Schäden der Vandalismus-Serie.
Osef-Chef Alfred Simm erzählt vor der MDR-Kamera von den Schäden der Vandalismus-Serie. © Markus van Appeldorn

Nach dem SZ-Bericht über eine ganze Serie von Zerstörungen und Diebstählen am Maschinenhaus der Ostsächsischen Eisenbahnfreunde (Osef) in Löbau ist auch der MDR auf den Zug aufgesprungen. Damit kommt die Sache jetzt gewissermaßen in die "Fernsehfahndung". Osef-Chef Alfred Simm beklagt im TV-Interview, dass solche Vorkommnisse dem Verein in der Corona-Krise besonders zusetzen. Der MDR hat den etwa zweiminütigen Beitrag erstmals in der Mittwochsausgabe von "MDR um 2" ausgestrahlt und er ist auch in der MDR-Mediathek abrufbar.

"Wenn Sie sich hier so umschauen, das sieht hier ja mittlerweile mehr aus wie eine Festung als ein Vereinsheim", sagt Alfred Simm in die MDR-Kamera. Er weist dabei auf die vergitterten Fenster und Türen der Geschäftsräume des Vereins am Maschinenhaus. Dieses Gebäude hatte der Verein nach einem Einbruch mit hohem Kostenaufwand so absichern lassen. Doch Diebe und Zerstörer finden immer neue Ziele. 

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Noch mehr Kosten in der Corona-Krise

Jüngst haben unbekannte Täter Türen und Fenster des historischen Stellwerks auf dem Gelände zertrümmert. Simm zeigt dem Kameramann die inzwischen notdürftig reparierten Schäden. "Um das wieder so herzurichten wie es sein sollte, das kostet wahrscheinlich um die 5.000 Euro" sagt er. Alles Kosten, die der Verein gerade in der Corona-Krise gar nicht gebrauchen kann. Viele Sonderfahrten, die sonst Geld in die Kasse bringen, mussten ausfallen. Die Reserven des Vereins seien quasi aufgebraucht, so Simm.

"Wenn dann noch solche Schweinereien passieren, die zusätzlich Arbeit und Geld kosten, frustriert das die engagierten Mitarbeiter hier natürlich", sagt Alfred Simm. Das betreffe etwa auch die von Unbekannten in den letzten Wochen angerichteten Zerstörungen an abgestellten historischen Waggons. Dort wurden Türen eingetreten und die Inneneinrichtung ruiniert. "Für das Herrichten dieser Fahrzeuge müssen wir dann noch mehr Geld in die Hand nehmen", sagt Simm. 

Schnelle Hilfe für den Kohle-Bagger

Auch über die Einsatzkraft der Polizei klagt Alfred Simm im TV-Interview. "Es ist schade, dass wir alleine stehen. Die Polizei hat oft keine Wagen zur Verfügung wenn wir anrufen", sagt er. Dabei beklagt er nicht die Zusammenarbeit mit der Polizei an sich - die sei hervorragend. Aber sie könne eben nicht immer sofort kommen. "Daran ist aber gewiss nicht die Polizei schuld, sondern andere Umstände", sagt Simm. Zu diesem Umstand von der SZ befragt, teilt die Pressestelle der Polizeidirektion Görlitz mit: "Grundsätzlich gilt es zu betonen, dass eingehende Meldungen und Notrufe bei der Polizei nach Priorität behandelt werden." 

Immerhin, in einem Fall bekam der Verein jetzt ganz schnell Hilfe. In den letzten Wochen wurde auch ein etwa 25 Meter langes Starkstromkabel gestohlen, das den Kohlebagger auf dem Gelände mit dem nötigen Antriebsstrom versorgt. "25 Jahre lang war das Kabel an dem Bagger", sagt Simm. Nachdem ein Löbauer Elektriker am Mittwochmorgen davon in der SZ gelesen hatte, bot er dem Verein sofort Ersatz an - zum Selbstkostenpreis. "Künftig werden wir das Kabel in einer Garage verwahren, wenn der Bagger nicht in Betrieb ist", sagt Simm.

Wegen eines gestohlenen Kabels ist dieser Kohlekran gerade nicht betriebsbereit.
Wegen eines gestohlenen Kabels ist dieser Kohlekran gerade nicht betriebsbereit. © Markus van Appeldorn
Auch an Türen und Fenstern des historischen Stellwerks der Eisenbahnfreunde richteten Unbekannte hohen Schaden an.
Auch an Türen und Fenstern des historischen Stellwerks der Eisenbahnfreunde richteten Unbekannte hohen Schaden an. © Markus van Appeldorn

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