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Dringender Wunsch der Sparkassenkunden

Die Filiale in Dürrröhrsdorf-Dittersbach ist seit Monaten geschlossen - wegen Corona. Jetzt schreiben Einwohner einen Protestbrief an die Sparkasse.

Geschlossene Sparkassenfiliale in Dürrröhrsdorf-Dittersbach: eine Corona-Regelung, die zunächst bis September/Oktober gilt.
Geschlossene Sparkassenfiliale in Dürrröhrsdorf-Dittersbach: eine Corona-Regelung, die zunächst bis September/Oktober gilt. © Steffen Unger

Die Ostsächsische Sparkasse betreibt seit reichlich 100 Jahren Filialen in Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Doch seit dem Lockdown ist der jetzige Standort geschlossen. Und nun befürchten Einwohner, die Filiale bleibt für immer geschlossen. Die SB-Technik ist weiter im Einsatz und dienstags hält der Sparkassenbus von 12.45 Uhr bis 13.45 Uhr an der geschlossenen Filiale. Für die Kunden der Sparkasse in Dürrröhrsdorf-Dittersbach untrüglich ein Zeichen dafür, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. 

"Mich haben ganz viele Bürger angesprochen, die das einfach nicht verstehen können, dass ihnen der Service hier vor Ort entzogen wird", sagt der ehemalige Bürgermeister Jochen Frank. Die vielen Sparkassenkunden hätten vor allem den Service am Standort Dürrröhrsdorf sowie die freundliche und kompetente Beratung geschätzt. Und auch die Öffnungszeiten seien optimal abgestimmt gewesen. Und das soll es  nun so einfach gewesen sein? Welcher arbeitende Mensch könne denn mittags zum Sparkassenbus kommen? Jochen Frank hat deshalb einen Brief an die Sparkasse geschrieben.  Er und weitere Kunden wollen wissen, welche Rolle Dürröhrsdorf in der künftigen Planung der Sparkasse überhaupt spielt. Und sie wollen wissen, wann die Filiale wieder eröffnet wird. In dem Fall, dass sie für immer geschlossen bliebe, fordern sie konkrete Informationen darüber, welchen Service die Sparkasse dann vor Ort überhaupt noch anbieten kann.

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Dass es in Dürrröhrsdorf-Dittersbach rumort, ist in der  Filialdirektion Pirna-Sebnitz nicht ungehört geblieben. Allerdings tut man sich dort offenbar noch schwer, konkrete Aussagen über die Zukunft des Standortes zu tätigen. Filialdirektor Joachim Krieg verweist auf die noch unklare Corona-Situation. "Aktuelle Geschehnisse zeigen, wie schnell sich das Virus weiter ausbreiten kann. Auf diese Eventualität ist die Sparkasse vorbereitet, indem Teams getrennt, Dienstpläne geändert und Filialen in Reserve gehalten werden." Falls die Kunden aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach nun doch einmal einen Mitarbeiter persönlich sprechen wollen, dann könnten sie es neben dem Bus doch in den Filialen in Stolpen, Lohmen und Arnsdorf tun.  Mit den derzeit geöffneten Standorten erreiche man über 96 Prozent der Kunden ohne Einschränkungen.

Das wollen die Sparkassenkunden aus der Wesenitzgemeinde aber nicht so auf sich beruhen lassen. "Mich bestärkt das in unseren Befürchtungen, dass unsere moderne Geschäftsstelle auf Dauer geschlossen bleibt. Ich denke auch, dass sich die Sparkasse damit ein Eigentor schießt", sagt Jochen Frank. Immerhin gibt es vonseiten der Ostsächsischen Sparkasse nun die Auskunft, dass die jetzige Regelung mit geschlossenen und geöffneten Filialen bis September/Oktober gilt. Im Herbst werde man die Situation erneut analysieren. Bis dahin könnten die Online-Angebote genutzt werden. Deren Nachfrage sei durch Corona bereits verstärkt genutzt worden, sowohl per Telefon, Chats als auch per E-Mail.

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Ob das nun die Lösung für die Dürrröhrsdorfer Sparkassenkunden ist? Eher nicht, sagt Jochen Frank. "Nicht alles kann online erledigt werden. Nicht jeder ist dazu in der Lage und nicht alle sind bereit, bis nach Stolpen oder Lohmen zu fahren", sagt er. In einem Interview mit der Sächsischen Zeitung sagte Sparkassen-Vorstandschef Joachim Hoof bereits im Mai zum Thema möglicher Schließungen: "Wir sind eine der Sparkassen, die treueste Betreiber von Filialen sind. In den letzten 15 Jahren haben wir gerade mal eine Filiale geschlossen. Wir stehen zum Filialnetz, das ist unser Alleinstellungsmerkmal."

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