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Warum die Sparkasse geschlossen bleibt

Obwohl in Zauckerode viele Senioren wohnen, die auf kurze Wege angewiesen sind, bleibt die Filiale zu. Dafür gibt es Gründe.

Die Sparkassen-Filiale in Zauckerode bleibt weiterhin geschlossen.
Die Sparkassen-Filiale in Zauckerode bleibt weiterhin geschlossen. © Egbert Kamprath

Nein, sagt der Mann am Telefon, er habe dafür kein Verständnis. "Hier wohnen viele Ältere. Die haben nicht die Möglichkeiten oder die Kraft, bis nach Pesterwitz oder Potschappel zu fahren oder zu laufen." Er ärgert sich, weil die Ostsächsische Sparkasse ihre Filiale in Freital-Zauckerode geschlossen lässt. Erst blieb die Einrichtung wegen der Corona-Verordnungen zu. Dann, als alles wieder öffnete, machte die Sparkasse in Zauckerode eine Ausnahme. Warum nur, fragen sich jetzt viele Sparkassenkunden.

Der Stadtteil mit seinen Plattenbauten hat eine große Siedlungsdichte. Viele Bewohner sind deutlich jenseits der 60 Jahre alt. Es ist die traditionelle Kundschaft, die zwar durchaus mit der Bankkarte Geld abhebt und sich die Kontoauszüge holt, sonst aber zur modernen Technik eher auf Abstand geht.

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Bei der Sparkasse begründet man die Schließung mit organisatorischen Entscheidungen. "Auch weiterhin setzt die Sparkasse auf Ressourcenverteilung im anhaltenden Kampf gegen das Coronavirus", teilt Unternehmenssprecher Andreas Rieger mit. Man möchte gewappnet sein, falls das Virus in der Region erneut in größerem Maße aktiv wird. Deshalb habe man Teams getrennt und Dienstpläne geändert. Zudem wolle man Filialen in Reserve halten. All diese Maßnahmen dienen der Aufrechterhaltung des Betriebs. Rieger: "Wir schließen nicht, um die Kunden zu ärgern." Von 100 Filialen sind 75 wieder geöffnet. Damit erreicht die Sparkasse nach eigener Aussage 96 Prozent ihrer Kunden. In Freital geöffnet sind unter anderem die Filialen Pesterwitz und Potschappel. Zudem hält die "Fahrbare Filiale" jeden Montag in Wurgwitz.

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Und es spielt noch ein zweiter Grund bei der Entscheidung, Zauckerode vorerst geschlossen zu lassen,  mit. Immer mehr Sparkassenkunden, auch Ältere, setzen eben doch auf die Möglichkeiten moderner Technik für ihre Bankgeschäfte. "Viele unserer Kunden – quer durch jede Altersschicht – haben die Coronakrise genutzt, um unser digitales Angebot noch stärker in Anspruch zu nehmen", sagt der Unternehmenssprecher. Man verzeichne dahingehend seit Wochen einen deutlichen Anstieg an Kundenanfragen, sowohl per Telefon, Chat als auch per E-Mail. Rieger: "Um all diese Anfragen schnellstmöglich bearbeiten zu können, wurden die Teams verstärkt – auch mit Mitarbeitern, die sonst in Filialen arbeiten."

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