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Ottendorf-Okrilla stockt Kita-Personal auf

Mit mehr Erziehern als gesetzlich vorgesehen will die Gemeinde Ottendorf-Okrilla für Entlastung sorgen. Doch das kostet.

In den vier durch die Gemeinde Ottendorf-Okrilla betriebenen Kitas kümmern sich künftig mehr Erzieher um die Kinder. Das liegt nicht nur am neuen Betreuungsschlüssel, sondern auch an zwei zusätzlichen Stellen, die von der Gemeinde geschaffen wurden.
In den vier durch die Gemeinde Ottendorf-Okrilla betriebenen Kitas kümmern sich künftig mehr Erzieher um die Kinder. Das liegt nicht nur am neuen Betreuungsschlüssel, sondern auch an zwei zusätzlichen Stellen, die von der Gemeinde geschaffen wurden. © dpa/Arno Burgi

Ottendorf-Okrilla. Die Personalstärke in den Kitas der Gemeinde Ottendorf-Okrilla hat in den vergangenen Monaten immer wieder für Diskussionen gesorgt. Vonseiten der Elternvertreter wurde dabei die Einhaltung des Betreuungsschlüssels bezweifelt. Die Gemeindeverwaltung wies den Vorwurf stets zurück. Nun hat der Gemeinderat entschieden, sogar noch mehr Erzieher einzustellen als es die gesetzlichen Vorgaben vorsehen. Das soll einen Puffer schaffen, um kurzfristige Ausfälle besser kompensieren zu können, und außerdem ein Zeichen in Richtung der Eltern sein. Und das lässt sich die Gemeinde einiges kosten.

Konkret haben sich die Gemeinderäte darauf geeinigt, zwei zusätzliche Vollzeitstellen für Erzieher in den Stellenplan der Gemeinde aufzunehmen. Das sei eine Größe, die auch etwas bringen könnte, sagte Gemeinderat Rico Schrapel. Außerdem zeige die Entscheidung, dass der Rat auch mal etwas gemacht habe, um die Betreuungsqualität in den Kitas zu verbessern. Ob die Aufstockung für die Eltern bemerkbar sei, müsse sich erst noch herausstellen, sagte Max König. Allerdings sei die Entscheidung auch ein wichtiges Zeichen, dass der Gemeinderat setze, sagt er.

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Kosten nicht auf die Eltern umlegen

Das kostet die Gemeinde allerdings pro Jahr zusätzlich 110 000 Euro. Wie Kämmerer Robin Lehmann auf eine Frage durch Schrapel erklärte, koste eine Stelle in der Kita pro Jahr nämlich 55 000 Euro. Dieser Betrag müsse nun woanders eingespart werden, aber man bekomme das abgedeckt, sagte Lehmann. Auf die Eltern sollen die höheren Kosten erst einmal nicht umgelegt werden, auch wenn die Betriebskosten dadurch steigen. Erst müsse die Qualität stimmen, sagte Schrapel. Wenn diese steige, seien die Eltern auch bereit, ein Stück weit mehr zu zahlen, so Gemeinderat Lukas Ladig. Entsprechende Signale habe es seitens der Elternvertreter bei den Beratungen zu diesem Thema gegeben. Nach Ansicht von Gemeinderat René Edelmann gehe es nicht, erst zwei Stellen zu schaffen und dann gegebenenfalls im nächsten Jahr die Eltern zur Kasse zu bitten.

Die beiden zusätzlichen Stellen sind zunächst auf zwei Jahre befristet. Danach werde man sehen, was die Maßnahme gebracht habe, sagte Bürgermeister Michael Langwald. Der stellvertretende Bürgermeister und Gemeinderat Mirko Thomas hatte sich dafür ausgesprochen, die Stellen unbefristet zu vergeben. Schließlich stehe es so in der Stellenausschreibung auf der Website der Gemeinde, mit der seit einiger Zeit nach Erziehern gesucht wird. Beim Kita-Personal habe man ohnehin einen hohen Altersdurchschnitt, gab er zu bedenken. „Ich habe wenig Sorge, dass wir in den nächsten Jahren zu viel Personal haben“, sagte Thomas. „Bei 70 Leuten dreht sich das Personalkarussell ständig“, pflichtete ihm der Bürgermeister bei.

Betreuungsschlüssel sinkt

Der Personalbestand in den vier von der Gemeinde betriebenen Kitas steigt aber nicht nur um die beiden zusätzlichen Stellen. Im Juni tritt nämlich außerdem die Novellierung des Sächsischen Kindertagesstättengesetzes in Kraft, die eine weitere Absenkung des Betreuungsschlüssels vorsieht. Damit sollen mittelbare pädagogische Tätigkeiten wie Vorbereitung, Nachbereitung und Elternarbeit besser abgedeckt werden. Für Ottendorf-Okrilla bedeutet das eine zusätzliche Vollzeitstelle im Hort sowie 2,67 Stellen für die Kita, wie Hauptamtsleiter Udo Rößler in der Ratssitzung erklärte.

Derzeit liegt der Betreuungsschlüssel in Sachsen bei einer vollbeschäftigten pädagogischen Fachkraft für fünf Kinder in der Kinderkrippe und für zwölf Kinder im Kindergarten. Diese Werte gelten für eine neunstündige Betreuungszeit. Sie regeln allerdings nicht, wie viele anwesende Kinder eine Erzieherin betreuen darf.

Die ersten Einstellungen hat die Gemeinde bereits vorgenommen. So wurden nach Angaben des Hauptamtsleiters im Januar bisher drei neue Erzieherinnen eingestellt. Weitere sollen folgen. Deshalb bleibt auch die Stellenausschreibung auf der Gemeinde-Website weiter online. Diese bleibe zunächst bis zum 31. März geschaltet, heißt es dazu aus der Gemeindeverwaltung. Derzeit gibt es in den vier Kitas in Trägerschaft der Gemeinde Platz für 513 Kinder. Der Bedarf an Betreuungsplätzen wird in den kommenden Jahren aber weiter steigen. Damit steigt auch der Bedarf an Erziehern, die sich um die Kinder kümmern.