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Ottendorf prüft Kita-Qualität

Die Gemeinde will wissen, was in ihren Einrichtungen besser werden muss. Dafür werden Eltern und Mitarbeiter befragt.

Durch eine Befragung von Mitarbeitern und Eltern will Ottendorf-Okrilla herausfinden, woran es in den vier Kitas der Gemeinde hapert.
Durch eine Befragung von Mitarbeitern und Eltern will Ottendorf-Okrilla herausfinden, woran es in den vier Kitas der Gemeinde hapert. © Symbolbild: dpa

Ottendorf-Okrilla. Stimmt die Betreuungsqualität in den Kitas oder stimmt sie nicht? Und falls nicht, woran liegt das? Über diese Fragen sind im Gemeinderat von Ottendorf-Okrilla seit anderthalb Jahren immer wieder Diskussionen entbrannt. Elternvertreter und Teile des Gremiums bemängeln die personelle Ausstattung und bezweifeln die Einhaltung des Betreuungsschlüssels, die Gemeindeverwaltung weist die Vorwürfe zurück. Das Problem: Einen Maßstab, an dem die Qualität und deren Entwicklung gemessen wird, gibt es nicht. Doch das soll sich nun ändern. Dazu sollen sowohl die Eltern als auch die Erzieher nach ihrer Meinung befragt werden.

Das lässt sich die Gemeinde einiges kosten. „Es gebe ein Angebot für die Mitarbeiterbefragung in den Kitas von einer Firma aus Pulsnitz“, teilte Ottendorfs Kämmerer Robin Lehmann kürzlich im Gemeinderat mit. Die Kosten: 24 000 Euro. Diese seien auch schon im Haushalt eingeplant, sagte er. Mit dieser Größenordnung hatte anscheinend kaum jemand gerechnet. „Ich habe geschluckt, aber das so zur Kenntnis genommen“, sagte Bürgermeister Michael Langwald. Das Gemeindeoberhaupt war zum Zeitpunkt der Ratsentscheidung im letzten Herbst krank und ist über diese nach eigener Aussage bei seiner Rückkehr nur von seinem Stellvertreter Mirko Thomas und Hauptamtsleiter Udo Rößler informiert worden. „Ich finde es ein bisschen teuer“, sagte auch Gemeinderat Rico Schrapel. Auf seinen Wunsch nach weiteren Informationen dazu, erklärte Thomas, dass beim Thema Kita zwei Dinge erklärt werden sollen: die Zufriedenheit der Mitarbeiter und die der Eltern.

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Höheres Tempo angemahnt

Bei Ersteren habe es viele personelle Wechsel gegeben, weshalb man sich dazu entschieden habe, sich der Sache anzunehmen und eine Untersuchung zu machen. Der Hauptamtsleiter habe daraufhin im November Gespräche geführt und ein Angebot erhalten, so Thomas. Die hohen Kosten würden sich mit dem großen Aufwand erklären. Da in den Kitas der Gemeinde etwa 70 Erzieher arbeiten, kämen für das Gutachten einige Arbeitsstunden zusammen. Wegen der Gegebenheiten im Rathaus seien die Bemühungen zu dem Thema jedoch runtergefahren worden. Im November wurde geredet und jetzt sei bereits März, sagte Thomas. Dabei sollte mit dem Gutachten eigentlich schon im Januar begonnen werden. Auch die Beraterin brauche Klarheit, sagte er. Vergeben war der Auftrag zum Zeitpunkt der Ratssitzung nämlich noch nicht.

Gemeinderat René Edelmann drängte ebenfalls darauf, das Tempo zu erhöhen. „Wir brauchen schnell ein Ergebnis“, sagte er. Das gelte auch für die Elternbefragung. Nach Ansicht des Bürgermeisters sollte diese auch durch eine Firma durchgeführt werden. Das würde allerdings weitere Kosten für die Gemeinde bedeuten. Der Gemeinderat hat zu diesem Punkt bisher noch keine Entscheidung getroffen.

Gemeinderat hofft auf Gesamtbild

Vielleicht ist das auch nicht mehr nötig. Denn der Elternrat des Waldkindergartens in Ottendorf-Okrilla hat bereits einen Katalog mit etwa 20 Fragen erarbeitet, der in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses vorgestellt werden soll. Diese findet am kommenden Montag, dem 18. März, statt. „Seit November 2017 wurde uns die Umfrage zugesagt“, sagt dessen Vorsitzende Nelly Gallert. Weil bisher nichts passiert sei, habe man in Zusammenarbeit mit einem Experten die Fragen erarbeitet, ein Layout erstellt und das Ganze an den Gemeinderat weitergeleitet. „Ich kann nur für den Waldkindergarten sprechen, aber ich denke, die Fragen sind für alle Kitas relevant“, sagt Gallert.

Der Gemeinderat erhofft sich von der Befragung ein Gesamtbild über die Qualität in den einzelnen Einrichtungen. Wenn man bestimmte Kriterien abfrage, könne man nach einer gewissen Zeit messen, ob sich etwas verändert habe, erklärte Schrapel bereits in der Ratssitzung im November vorigen Jahres.

Einen Schritt zur Verbesserung der personellen Ausstattung der Kitas hat der Gemeinderat bereits im Januar getan. Damals wurde entschieden, zwei Vollzeitstellen mehr als gesetzlich vorgeschrieben in den Stellenplan aufzunehmen. Damit soll ein Puffer geschaffen werden, um kurzfristige Ausfälle besser kompensieren zu können. Außerdem ist die Maßnahme ein Zeichen in Richtung der Eltern. Dieses Zeichen kostet die Ottendorf-Okrilla pro Jahr allerdings 110 000 Euro. Weil der Betreuungsschlüssel ab Juni abgesenkt wird, steigt der Personalbestand zusätzlich.