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Kommt der Corona-Crash für Azubis?

Wie sich ein Ottendorfer Bauunternehmen in der Corona-Zeit behauptet und was der Lockdown für Auszubildende bedeutet.

Janet Lange ist Geschäftsführerin des gleichnamigen Bauunternehmens. Sie ist sich sicher: Azubis werden auch künftig gebraucht.
Janet Lange ist Geschäftsführerin des gleichnamigen Bauunternehmens. Sie ist sich sicher: Azubis werden auch künftig gebraucht. © Matthias Schumann

Ottendorf-Okrilla. In Krisensituationen müssen Unternehmen sparen. Mancherorts fallen Arbeits- und Ausbildungsplätze weg. Laut einer Umfrage der IG Metall führt derzeit nur ein Drittel der Betriebe die laufende Ausbildung ohne Einschränkung durch. Acht Prozent der Betriebe haben außerdem angekündigt, dass es zu Problemen bei der Übernahme der fertig Ausgebildeten kommen wird. Kommt nun der Corona-Crash für Azubis? 

Janet Lange, Geschäftsführerin des Ottendorfer Bauunternehmens Heinz Lange, glaubt auch, dass sich nach der Pandemie einiges auf dem Arbeitsmarkt verändern wird. Dass sich Betriebe personell verschlanken und Arbeitsplätze wegfallen werden, die Digitalisierung weiter forciert werden dürfte. Dennoch vertritt die 46-jährige Ottendorferin die Auffassung, dass Unternehmen, die vor der Krise bereits unter einem Fachkräftemangel litten, diesen definitiv auch danach noch haben werden. Deshalb: „Wird man weiterhin Fachkräfte suchen, wird es demzufolge weiterhin Ausbildungsplätze geben“, steht für die 46-jährige Ottendorferin fest. Ob es allerdings so viele sein werden wie zu Vor-Corona-Zeiten, das steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. 

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So könne man sicher davon ausgehen, dass die Ausbildungssituation für Azubis im kommenden Jahr eine andere als derzeit sein werde, so Lange weiter. Was ja auch damit zusammenhänge, ob man bis dahin die Pandemie hinter sich gelassen habe oder noch mittendrin stecke. Auf jeden Fall rät sie Schülern, die im nächsten Jahr die Schule beenden werden, schon jetzt Kontakte zu Firmen zu knüpfen. Ganz wichtig: „Sich auf gar keinen Fall von Absagen entmutigen lassen“, mit einer gewissen Hartnäckigkeit komme man auf jeden Fall ans Ziel. 

Ottendorf sucht Azubis

Dass sich die Corona-Pandemie auf die in ihrem Unternehmen tätigen Azubis auswirkt - 13 sind es derzeit, vier haben gerade einen Ausbildungsvertrag unterschrieben - hat sie natürlich schon registriert. Zwischenprüfungen wurden bereits abgesagt, Abschlussprüfungen ebenfalls. Auf den Baustellen arbeiteten nun mehr Azubis des Unternehmens als sonst, so Janet Lange. 

Aber im Gegensatz zu anderen Bereichen wie dem Tourismus oder der Gastronomie „sind unsere Mitarbeiter alle froh, arbeiten zu können“, erklärt Janet Lange. Die in diesen Zeiten mit der Auftragslage ihres Betriebes zufrieden ist. Sie weiß aber auch von Baufirmen, denen es nicht so gut geht. Das seien oft die, deren Auftraggeber „die öffentliche Hand“ sei. Und dort werde ja nun zunehmend gespart.

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In Ottendorf selbst suchen nach wie vor etliche der dort ansässigen Unternehmen Azubis. Auch wenn jetzt durch Corona viele Praktika in den Firmen wegfielen, Schulen derzeit keine Berufsorientierungsmaßnahmen anböten, so sei das kein Grund für die angehenden Schulabgänger nun den Kopf in den Sand zu stecken, sagt Geschäftsführerin Janet Lange. Ihr Tipp: „Unsere Unternehmen in Ottendorf und Umgebung sind offen für jeden interessanten und interessierten Bewerber.“ 

Sie glaubt, dass in dieser Zeit in den Schulen die Stunde der Praxisberater schlagen wird. Janet Lange: „Die dürften nun in Sachen Berufsausbildung ganz bestimmt erste Anlaufstation für viele Schüler und Eltern sein.“ Trotz der derzeitigen Krisenlage, das betont die Ottendorferin Janet Lange aber immer wieder, „kann man in unserer Region nach wie vor gute Ausbildungsstellen bekommen.“ Um sich hier eine berufliche Existenz aufzubauen. 

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