merken
PLUS

Ottendorf verteilt Geld an die Vereine

Genau 12 000 Euro kann die Gemeinde vergeben. Nicht alle finden, dass es bei dieser Verteilung gerecht zugeht.

Von Marleen Hollenbach

Vereinsförderrichtlinie – das klingt zunächst nach schnöder Bürokratie, nach unverständlichen Formulierungen mit trockenem Inhalt. Dabei steckt dahinter ein wahrer Geldsegen für die hiesigen Vereine. Einmal im Jahr darf die Gemeinde Ottendorf-Okrilla die Eurostücke rieseln lassen. 12 000 Euro hat man dafür bereits im Haushalt eingeplant. Die gilt es jetzt zu verteilen. Und das natürlich so, dass alle Vereine hinterher zufrieden sind. Weil dieses Ziel gar nicht so leicht zu erreichen ist, setzt die Gemeindeverwaltung in diesem Jahr auf Altbewährtes. Lediglich das Jahr der Vereinsförderrichtlinie wurde ausgetauscht. Alles andere bleibt erhalten.

Fahrrad
Rauf auf den Sattel
Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

Demnach können die Ottendorfer Vereine mit genau derselben Fördersumme wie im vergangenen Jahr rechnen. „Uns ist es wichtig, dass wir den Vereinen ein verlässlicher Partner sind“, erklärte Ottendorfs Bürgermeister Michael Langwald (parteilos). Für Vereinsmitglieder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres werden die Vereine mit zehn Euro pro Kind gefördert. Außerdem erhalten folgende Vereine für den Trainings- und Spielbetrieb der Kinder und Jugendlichen eine Sonderförderung in Höhe von 600 Euro: der Akrobatenclub Ottendorf-Okrilla, der Basketballclub Ottendorf-Okrilla, der FV Ottendorf-Okrilla 05, der Hermsdorfer SV sowie der Turn- und Gymnastikverein Ottendorf-Okrilla. Des Weiteren erlässt Ottendorf-Okrilla die Mieten und Pachten für die Nutzung gemeindeeigener Grundstücke. Hier müssen die Vereine lediglich die Betriebskosten bezahlen. Ein Euro pro Quadratmeter wird hierbei fällig.

Fußballer fühlen sich benachteiligt

Schon im kommenden Juni sollen die Ottendorfer Vereine das Geld bekommen. Wenn denn der Gemeinderat dieser Richtlinie auch zustimmt. Und genau da liegt derzeit das Problem. Noch diskutieren die Gemeindevertreter darüber, ob eine Befangenheit einzelner Mitglieder vorliegt. Bis zur nächsten Sitzung soll das geklärt sein. Dann wird über die Richtlinie abgestimmt. Doch es gibt nicht nur formale Bedenken. Auch über den Inhalt ist man sich noch uneins. Allen voran machte hier Gemeinderatsmitglied Karl-Heinz Großmann (AP) seinem Ärger Luft. „Hier werden doch all die Ottendorfer Vereine benachteiligt, die eigene Sportstätten betreiben. Die müssen alles aus der eigenen Tasche zahlen“, erklärte er. Für Bürgermeister Michael Langwald ist das nichts Neues. Er kennt diese Bedenken. „Prinzipiell ist das auch richtig. Wir haben schon versucht, Alternativen zu finden. Aber es jedem recht zu machen, ist schier unmöglich“, sagt er. Eine Differenz würde immer bestehen bleiben.

Eine Erklärung für die etwas ungleiche Verteilung der Gelder hat Ottendorfs Kämmerin Manuela Bräunig parat. Sie argumentiert damit, dass alle Sportstätten der Gemeinde vor allem für den Schulunterricht gedacht sind, die Vereine hier nur Nebennutzer darstellen. „Der Fußballplatz wird ausschließlich vom Verein genutzt. Mit der schulischen Nutzung hat der Platz keinerlei Verbindung“, sagt sie.