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Ottendorf will grüner werden

Ein Ortszentrum mit Park und Marktplatz ist der zentrale Wunsch der Bürger. Und sie wollen mehr Ruhe.

© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

Die Großgemeinde Ottendorf-Okrilla mit ihren Ortsteilen Hermsdorf, Grünberg, Medingen und Ottendorf lässt seit diesem Jahr ein Ortsentwicklungskonzept erstellen. Dieser Aufgabe hat sich das Radeberger Planungsbüro Schubert gewidmet. Das Konzept, das im Sommer des kommenden Jahres fertiggestellt sein soll, ist ein Leitfaden für die künftige Entwicklung der Gemeinde. Dabei sollen Themen wie Tourismus, Bildung, Verkehr, Wirtschaft oder Städtebau eine wichtige Rolle spielen. Im Rahmen von Workshops konnten die Bürger der Ortsteile ihre Ideen und Anregungen einbringen sowie auf Stärken und Schwächen hinweisen. Die Ergebnisse der Workshops stellt die Sächsische Zeitung im Rahmen einer kleinen Serie vor. Heute ist der letzte Ortsteil an der Reihe – Ottendorf-Okrilla:

Die gesunde Drittelstunde
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Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Hohes Verkehrsaufkommen sorgt für viel zu viel Lärm im Ort.

Die Bundesstraße 97 führt direkt durch die Großgemeinde Ottendorf-Okrilla hindurch. Tausende Autofahrer und LKW nutzen die Hauptverkehrsader täglich, um nach Dresden oder Richtung Hoyerswerda zu fahren. Den Bürgern ist das zu viel. Und vor allem zu laut. Im Rahmen ihres Workshops zum Ortsentwicklungskonzept spielte deshalb das Thema Lärmschutz eine wichtige Rolle. Die Errichtung von Schallschutzwänden, der Ausbau von Tempolimits und die ohnehin geplante Ortsumfahrung seien gute Ansätze, um dieses Problem künftig aktiv anzugehen.

Ottendorf hat kein richtiges Zentrum mit Aufenthaltsqualität.

Der perfekte Platz dafür ist schon längst gefunden: Das ehemalige Betonwerksareal direkt im Herzen von Ottendorf-Okrilla. Hier soll in den kommenden Jahren das von den Bürgern geforderte Ortszentrum entstehen. Dabei könnten auch zahlreiche Wünsche, die von den Bürgern während des Workshops geäußert wurden, Realität werden. So wollen die Ottendorfer mehr Wohnraum, mehr Gewerbeflächen, einen Marktplatz, mehr Grünflächen – am besten einen kleinen Park mit Spielplatz – , einen Vollsortimenter sowie eine Drogerie. All dies soll auch auf dem achteinhalb Hektar großen Gelände, das sich künftig in verschiedene Quartiere gliedert, entstehen. Der Arbeitskreis zur Entwicklung der neuen Ortsmitte hat sich mittlerweile gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer für eine Variante entschieden. Dieser lässt nun nach Angaben von Bauamtsleiter Andreas Jäpel einige Fachgutachten erstellen. Anschließend wird der Bebauungsplan erneut öffentlich ausgelegt. Ein weiterer Pluspunkt der Pläne: Damit würde eine weitere Brache in der Gemeinde verschwinden – und vor allem die vielen Brachen sind ein Kritikpunkt, der in nahezu allen Workshops zur Sprache kam.

Viele gute Mediziner sind im Ort angesiedelt – nur ein Kinderarzt fehlt.

In Ottendorf-Okrilla gibt es ein breites Angebot an Zahn- und Allgemeinärzten. Auch Physiotherapeuten haben sich zahlreich in der Großgemeinde niedergelassen. Doch eine besondere Fachrichtung fehlt den Ottendorfern: ein Kinderarzt. Die Ansiedlung eines Mediziners speziell für die kleinsten Bürger der Gemeinde ist somit ebenfalls ein wichtiges Vorhaben im Rahmen des Ortsentwicklungskonzeptes. Und vielleicht kann sich der künftige Arzt auch gleich in der neuen Ortsmitte ansiedeln. Schließlich soll auch hier ein Bereich zum Thema Gesundheit und Altenpflege entstehen.

Sport- und Freizeitangebot ist gut, aber noch verbesserungsfähig.

Bei diesem Thema sind die Ottendorfer eigentlich recht zufrieden. Sie haben zahlreiche Sportvereine im Ort, die den Bürgern die Möglichkeit bieten, sich beim Volleyball, Fußball oder Basketball auszupowern. Und ab dem kommenden Sommer haben die vielen Sportler auch endlich eine neue, moderne Zweifeldhalle. Auch das Thema Freizeit ist gut bedient: Mit dem Fußballgolf haben die Ottendorfer ein in Ostdeutschland einzigartiges Angebot und das Teichwiesenbad soll in der kommenden Saison ebenfalls in neuem Glanz erstrahlen. Dennoch wünschen sich die Bürger weitere Freizeitangebote und vor allem Sportangebote für die gesamte Familie.

Vernetzung zwischen den Ortsteilen muss besser werden.

Hier sind sich offenbar alle Ortsteile der Großgemeinde einig. Und auch Ottendorf-Okrilla macht keine Ausnahme. So kritisieren die Bürger auch hier die fehlenden Radwege sowie das mangelhafte Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs.