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Ottendorfs Eltern fragen sich immer häufiger: Wohin mit dem Kind?

Die Gemeinde will an der Ottendorfer Waldkita mehr Krippenplätze schaffen. Nicht alle Eltern sind davon begeistert.

Von Marleen Hollenbach

Junge Familien sind in der Großgemeinde Ottendorf-Okrilla keine Seltenheit. Viele kommen ins Gemeindegebiet, weil sie hier günstig ein Haus kaufen oder eine Wohnung mieten können. Das ist auch gut so. Schließlich sorgen diese Zuwanderer dafür, dass die Gemeinde nicht überaltert und die Einwohnerzahl konstant bleibt. Doch günstiger Wohnraum allein reicht nicht aus, damit sich Familien wohlfühlen. Betreuungsplätze spielen eine entscheidende Rolle. Und davon hat die Gemeinde momentan zu wenig. Vor allem die Krippenplätze reichen nicht aus. „Es kann derzeit vorkommen, dass Eltern für ihr Kind keinen Platz in der Wunsch-Einrichtung bekommen“, erklärt Bürgermeister Michael Langwald (parteilos). Auch sind nach Angaben der Verwaltung die vorhandenen Gruppen bis ans Limit gefüllt. Ein Zustand, der sich ändern muss. Und das schnell. Schließlich gilt auch in Ottendorf der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. „Es ist die Aufgabe der Gemeinde, dafür zu sorgen, dass genügend Plätze zur Verfügung stehen“, erklärt Ottendorfs Kämmerin Manuela Bräunig. Vor dieser Aufgabe möchte sich die Verwaltung auch nicht drücken. Seit Wochen sind die Mitarbeiter mit der Lösung des Problems beschäftigt. Jetzt werden die Pläne langsam konkreter.

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Ein Anbau am Ottendorfer Waldkindergarten soll für 30 zusätzliche Krippenplätze sorgen. Schnell und günstig ist diese Variante. Und doch regt sich dagegen Widerstand. Der kam zunächst aus den Reihen der Gemeinderatsmitglieder. Jetzt aber melden sich auch die Eltern zu Wort. Sabine Immisch ist eine junge Mutter aus Ottendorf. Sie ist besorgt. „Wenn der Anbau kommt, gehen in Ottendorf neben 182 Kindergartenkindern 105 Krippenkinder in den Waldkindergarten. Das wird eine riesige Einrichtung“, erklärt sie. Zwar möchte auch die junge Mutter, dass es in Ottendorf genügend Betreuungsplätze gibt. Doch sie wünscht sich für die Ottendorfer Kinder auch verschiedene pädagogische Konzepte und eine hochwertige Betreuung. „Dass die 30 Krippenplätze dringend notwendig sind, ist seit über einem Jahr bekannt. Es war demnach genügend Zeit, eine hochwertige, alternative Lösung zu schaffen“, sagt Sabine Immisch. Es ist Kritik, die der Ottendorfer Hauptamtsleiter nicht auf sich sitzen lassen will. Er verteidigt das Projekt. Fast zehn Minuten begründete Udo Rößler vor den Gemeinderäten, warum der Anbau sinnvoll ist. Das Hauptargument: Für lediglich 30 Krippenplätze lohnt sich keine eigenständige Einrichtung. Die Verwaltung rechnet nicht damit, dass die Zahl der Kinder weiter steigen wird. Stattdessen überlegt man, wie der Anbau genutzt werden kann, wenn die Nachfrage nach Betreuungsplätzen zurückgehen sollte. „Es gibt noch Ottendorfer Kinder, die in Einrichtungen außerhalb des Gemeindegebietes betreut werden. Die könnten dann zu uns kommen“, sagt Rößler.

Außerdem würde der Anbau auch helfen, die Gruppen zu verkleinern, was sich laut Verwaltung wieder positiv auf die Qualität auswirkt. Frau Immisch konnte er mit diesen Argumenten nicht überzeugen, die Gemeinderäte schon. Die Mehrheit sprach sich trotz aller Bedenken für den Anbau am Waldkindergarten aus. Die Planleistungen wurden gleich mit vergeben. 700 000 Euro hat die Gemeinde für den Anbau zurückgelegt. Jetzt fehlen noch Fördermittel.