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Oybin sucht einen Platz für den Mobilfunk

Vodafone will im Ort das D2-Netz ausbauen. Der ausgesuchte Standort des Sendemasten passt aber vielen Bürgern nicht.

© SZ Thomas Eichler

Von Mario Sefrin

Die Oybiner sind durch ihre Lage im Zittauer Gebirge, umgeben von mehreren Bergen, in mancherlei Hinsicht benachteiligt. Dazu gehört auch die Versorgung mit leistungsstarken Funknetzen, die für die Benutzung moderner Smartphones unerlässlich sind. So ist beispielsweise der D2-Empfang im Ort „unterirdisch“, wie es Oybins Bürgermeister Hans-Jürgen Goth (Linke) beschreibt.

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Da weiß sich der Bürgermeister mit seinen Bürgern auf einer Linie: Alle wünschen sich eine Beseitigung der bislang weißen Flecken beim D2-Netz. „Jeder hat heutzutage ein Smartphone und jeder will es benutzen“, so Hans-Jürgen Goth. Doch gerade bei beliebten Smartphone-Funktionen wie Internetnutzung und dem Ansehen von Videos hakt es. Eine Lösung hat Hans-Jürgen Goth aber schon zur Hand: Ein neuer Funkmast soll für die mobile Datenübertragung im modernen LTE-Standort im Ort sorgen. Das Unternehmen Vodafone GmbH ist jedenfalls mit solchen Plänen an die Gemeinde herangetreten. Bislang kommt das D2-Funknetz nur bis zum Hochwald und zum Johannisstein.

Genau hier gibt es das Problem, über das gegenwärtig im Ort diskutiert wird: Wo soll der neue Funkmast stehen, der die weißen Flecken im Oybiner D2-Netz beseitigt? Die Gemeinde ist dazu bereits seit Monaten mit dem Netzbetreiber Vodafone im Gespräch, mittlerweile wächst auch der Schriftverkehr dazu an. Im vergangenen Jahr stand dabei zuerst die Oybiner Turnhalle im Mittelpunkt. Hier hatte es der Plan, an der Turnhalle einen Sendemast anzubringen, schon in den Gemeinderat geschafft. Dieser Plan stellte sich jedoch beizeiten als nicht möglich heraus: Zum einen sollte der Mast höher werden, als anfangs angenommen, zum anderen ließ es die Statik der Turnhalle nicht zu, an dieser einen Sendemast sicher zu befestigen.

Ein neuer Standort musste her. Die Gemeinde habe verschiedene Möglichkeiten im Ort untersucht, darunter auch einen Standort direkt am Gemeindeamt. Das sei jedoch alles nicht umsetzbar gewesen, so Bürgermeister Hans-Jürgen Goth. Unter anderem auch deshalb, weil beispielsweise ein Funkmast am Gemeindeamt den Blick zur Felsengasse erheblich gestört hätte.

Doch auch Vodafone war in der Zwischenzeit nicht untätig: Das Unternehmen unterbreitete der Gemeinde den Vorschlag, einen 23 Meter hohen Funkmast auf der leeren Fläche des ehemaligen FDGB-Ferienheims an der Kammstraße, neben den dort stehenden Bäumen, zu errichten. Die Vodafone GmbH hat diesen Vorschlag auch gleich in einen Nutzungsvertrag gepackt, den die Gemeinderäte bis zum 31. Januar beschließen sollen. Doch ob es dazu kommen wird, ist ungewiss. Denn nicht alle Gemeinderäte sind von diesem Standort überzeugt. „Wenn der Mast an dieser Stelle errichtet werden sollte, verbauen wir uns als Gemeinde Möglichkeiten bei der Nutzung unseres Filetstücks“, sagt Gemeinderat Conrad Siebert (AfD). Er erwartet eine Grundstücksentwertung, sollte der Funkmast hier stehen. Das befürchten auch die Anwohner der freien Fläche an der Kammstraße. Von ihnen kommt direkter Widerstand gegen das Vorhaben. „Wir haben uns bereits verständigt: Sollte der Vertrag mit Vodafone für diesen Standort unterzeichnet werden, werden wir ein Bürgerbegehren anstrengen“, sagte ein Anwohner bei einem Vor-Ort-Termin am vergangenen Sonnabend, zu dem sich Bürgermeister und einige Gemeinderäte getroffen hatten. Dabei wurde auch die Kritik seitens der Anwohner laut, dass man sich von der Gemeinde schlecht informiert fühlt.

Nun steht der Nutzungsvertrag mit der Vodafone GmbH auf der Tagesordnung zur nächsten Gemeinderatssitzung am 25. Januar. Bis dahin wollte Vodafone noch prüfen, ob der Funkmast auch etwas versteckt am Ortsrand stehen könnte. Denn die Grundanforderungen, um das D2-Funknetz in Oybin zu verbessern, sind die selben geblieben: Der Mast soll in den Ort strahlen, gleichzeitig muss die Weiterleitung der Daten zu den Masten auf dem Hochwald und dem Johannisstein gewährleistet sein. Und der Mast soll das Ortsbild nicht allzu sehr stören.

öffentliche Gemeinderatssitzung, 25. Januar, 19 Uhr, Rathaus Oybin, Freiligrathstraße 8