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Pack die Badehose ein...

Wohin, wenn das Thermometer steigt? Die SZ hat vier Freibäder im Elblands auf ihre Sommer-Tauglichkeit überprüft.

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Von Doreen Hübler

Erlebnisbad Strehla

Das Strehlaer Erlebnisbad liegt zwar etwas ab vom Schuss, wartet jedoch mit dem handelsüblichen Rund-um-Programm auf. Neben einem schon etwas altersschwachen Schwimmbecken inklusive diverser Sprungtürme gibt es ein weiteres Bassin mit Sprudeln, Rutsche, Wildbach und Wasserkanonen. Die Anlage selbst weist den gepflegten Charme jeder durchschnittlichen Kleinstadt auf. Plastikliegestühle, die bereits in den Morgenstunden mit kunterbunten Handtüchern markiert sind, und liebevoll gehegte Rosenbeete bestimmen das Bild. Neben dem Badebetrieb bietet die Strehlaer Anlage im hinteren Teil außerdem ein weitläufiges Campingareal. Nah am Wald kann man hier das erschöpfte Radler-Haupt zur Ruhe betten und sich am nächsten Morgen als Erster in die Fluten stürzen. Ein Freibad ganz für sich allein – ein Traum wird wahr.

Freibad mit beschaulichem Kleinstadt-Charme und großem Camping-Bereich.

Naturbad Grossenhain

Das Großenhainer Naturerlebnisbad wartet mit der wohl imposantesten architektonischen Erscheinung auf. Das Gebäude, in dem sich Umkleidekabinen und ein Bistro befinden, ist im Stil eines altertümlichen Strandbads gestaltet und wurde in der Vergangenheit bereits mit etlichen Preisen bedacht. Der Inhalt der Schwimmbecken, die von einer aparten Sandsteinkonstruktion umrahmt sind, wird durch eine biologische Filteranlage gereinigt. Das System erübrigt die Zugabe von Chlor – ein entscheidender Vorteil für Allergiker. Auch bei der Gestaltung der üblichen Spaß-Gerätschaften setzt man auf Stil. Statt eines herkömmlichen Turms steht im Becken ein imposanter Sprungfelsen. Einziges Manko des Stadtbads: Den Schutz vor aggressiven Sonnenstrahlen sollte man selbst besorgen, denn in der Anlage wachsen lediglich eine Hand voll dürrer Bäumchen.

Mondänes Stadtbad mit architektonischen Raffinessen und Sonne-pur.

Kiesgrube Coswig

Kristallklare Fluten gehören nicht unbedingt zu den herausstechenden Merkmalen der Coswiger Kiesgrube. Zu Beginn des Sommers, wenn das Thermometer noch keine Rekordwerte anzeigt, kann man in dem Teich am Elbufer jedoch unbesorgt die eine oder andere Runde drehen, ohne eine sofortige Blaualgen-Vergiftung zu befürchten.

Badegäste, die chemische Keimfreiheit vorziehen, können die vier Schwimmbecken im Eingangsbereich nutzen. Hier stehen Wasserpilze, eine 47-Meter-Rutsche und diverse andere Unterhaltungs-Elemente zur Verfügung. In der großzügigen Anlage, die allerdings nur bedingt Schatten bietet, gibt es außerdem ein Areal für Fans der Freikörperkultur. Ruhe und Einsamkeit wird man in Coswig nur bei kühleren Temperaturen finden. An schwitzigen Tagen toben am Ufer der Kiesgrube diverse Schulklassen, Ausflugsgesellschaften und Kleingartenbesitzer durch den Sand.

Großzügige Anlage, die an heißen Tagen jedoch nur bedingt Erholung bietet.

Lößnitzbad Radebeul

Jubel, Trubel, Heiterkeit gibt es auch im Radebeuler Lößnitzbad – allerdings in gedämpfter, äußerst verträglicher Dosis. Lautstarke Großfamilien und tobende Jugendliche trifft man zwar auch auf den weitläufigen Liegeflächen rund um den Naturteich im Radebeuler Ortsteil Naundorf, riesige Pappeln und allerhand anderes Grünzeug sorgen jedoch für Sicht- und Schallschutz. Ein dichtes Schattendach ist obendrein ein angenehmer Nebeneffekt der kultivierten Wildnis. Das Wasser ist – wie es sich für einen Naturteich eben gehört – von durchschnittlicher Qualität. Zarte Gemüter, die auf Algenwuchs mit sofortigen Herpes-Ausschlag reagieren, sollten die Plattform in der Mitte des Teiches ansteuern und sich auf dem Trockenen am jugendlichen Balzverhalten ergötzen.

Gemütliches Freibad, das tobende Kinder und pöbelnde Teenies einfach verschluckt.