SZ +
Merken

Paddeln auf der Elbe um ein Schwein

Beim siebenten Drachenbootrennen in Kreinitz bleibt der Pokal im Dorf.

Teilen
Folgen

Von Peter Noack

Nicht nur einen Pokal, sondern auch etwas Handfestes zum Verspeisen können die besten Drachenbootpaddler jedes Jahr in Kreinitz gewinnen. Die Agrargenossenschaft des Dorfes am Elbebogen spendiert den Siegerpreis. Ein Schwein, tot oder lebendig, je nach Wunsch des Siegers, war die Trophäe beim 7. Kreinitzer Drachenbootrennen, organisiert vom Kulturverein Kreinitz.

Drei neue Teams dabei

Bianca Huth kontrollierte den ordnungsgemäßen Ablauf und hielt im Zielzelt die Fäden zusammen: „Die Idee entstand während unserer 700-Jahr-Feier 1998 und wurde ein Jahr später in die Tat umgesetzt. Acht Mannschaften nehmen an unserem Wettbewerb teil. Das sind nach unserem Modus zwölf Rennen, und das hat sich in der Vergangenheit gut bewährt.“ Die Vorjahresteilnehmer werden gesetzt. Wenn jedoch Mannschaften ausfallen, können neue Teams einsteigen. So nutzten Laurentiuskirchgemeinde Lorenzkirch, Riesaer Schlafmützen und Lustlager-Riesen aus Zeithain und Riesa die Chance, auf der Elbe im Drachenboot zu paddeln. Der Riesaer Wassersportverein stieg mit der allgemeinen Sportgruppe ins Drachenboot und wollte als „Die Schlafmützen“ das Feld von hinten aufrollen. Die Sportfreunde richten selbst im August jeden Jahres das bekannte Riesaer Drachenbootfestival aus.

„Es ist mal schön, so ein Rennen mitzumachen, zu kämpfen, zu genießen, aber für nichts verantwortlich zu sein“, sagte der Riesaer Vereinschef Jens-Torsten Jacob, stieg zu seinen Mitstreitern ins Boot, und schon paddelte die Truppe in den Nachthemden los.

Die Zeithainer wurden von den Riesaer 2-Takt-Riesen verstärkt. „Sie haben uns gefragt, ob wir nicht mit ihnen gemeinsam antreten wollen. Da sagten wir natürlich zu. Aber wir haben nur einmal trainieren können“, sagt Sören Haase von den Zweitaktern. Im Rennen zeigte sich, dass sie den Bogen noch nicht richtig raus hatten. Als potenzieller Sieger wurde der Vorjahresfavorit, die Dorfgemeinschaft Gohlis, gehandelt, und die zog auch souverän bis ins Finale durch. Dort gewann jedoch die einheimische Sportgemeinschaft Kreinitz das Siegerschwein. Die Dorfgemeinschaft musste den Pokal abgeben. Doch die 50 Liter Bier, die das Elbestahlwerk Feralpi dem Vize spendierte, dürften Trost genug gewesen sein.

Die Platzierungen beim siebenten Drachenbootrennen in Kreinitz: 1. Sportgemeinschaft Kreinitz, 2. Dorfgemeinschaft Gohlis, 3. Elbestahlwerk Feralpi, 4. Die Riesaer Schlafmützen, 5. Kulturverein Kreinitz und Heimatverein Jacobsthal, 7. Lustlager-Riesen, 8. Laurentiuskirchgemeinde Lorenzkirch